20.08.2022 22:17

Sechs Monate nach Start des Ukraine-Kriegs: Russland öffnet Anleihemarkt für ausländische Investoren

"Nicht feindliche Länder": Sechs Monate nach Start des Ukraine-Kriegs: Russland öffnet Anleihemarkt für ausländische Investoren | Nachricht | finanzen.net
"Nicht feindliche Länder"
Folgen
Mittlerweile ist fast ein halbes Jahr vergangen seit Russland in die Ukraine einmarschiert ist. Viele westliche Staaten reagierten mit scharfen Sanktionen auf die Invasion, die noch immer andauert. Auch Russland kapselte sich von einem Großteil der internationalen Staatengemeinschaft ab. Nun öffnet das Land unter Führung von Präsident Putin den Anleihemarkt für ausländische Investoren wieder - mit Einschränkungen.
Werbung
• Russischer Anleihemarkt nach Invasion der Ukraine geschlossen
• "Nicht feindliche Länder" dürfen zurückkehren
• Wall Street-Banken wagen Rückkehr - im Rahmen der Sanktionen


Noch immer tobt der von Russland begonnene Krieg mit der Ukraine. Als das Land unter der Führung von Präsident Putin im Februar seine Truppen in die Ukraine schickte, reagierten zahlreiche westliche Staaten mit scharfen Sanktionen, die noch immer in Kraft sind. So verhängte die EU mehrere Sanktionspakete, die Einzelpersonen, die Wirtschaft sowie diplomatische Maßnahmen betreffen, um den russischen Aktivitäten mit schwerwiegenden Konsequenzen zu begegnen. Darüber hinaus soll es Russland möglichst erschwert werden, die Aggression gegen die Ukraine fortzusetzen.

Börse Moskau öffnet russischen Anleihemarkt wieder - für "nicht feindliche Länder"

Russland antwortete seinerseits mit eigenen Maßnahmen. So schloss das Land im Februar seine Märkte, um zu verhindern, dass Kapital während des Krieges abfließen kann. Nun will sich die russische Föderation jedoch wieder etwas öffnen. So gab die Börse Moskau in einer Pressemitteilung kürzlich bekannt, dass der russische Anleihemarkt für "gebietsfremde Kunden aus nicht feindlichen Ländern sowie gebietsfremde Personen, deren letztliche Begünstigte russische juristische Personen oder Individuen sind", wieder öffnen wolle. Darüber hinaus informierte die Börse, dass "Banken, Broker und Management-Unternehmen" damit begonnen hätten "ihre ausländischen Kunden" zu registrieren.

Zu den feindlichen Staaten Russlands zählt die Föderation unter anderem zahlreiche EU-Mitgliedstaaten sowie Kanada und Japan, Länder die laut BBC News im letzten Jahr 90 Prozent der Investments in Russland ausmachten. Wie der Nachrichtensender vermutet, könnten zu den akzeptierten Ländern unter anderem die Türkei und China zählen, da diese bisher keine Sanktionen gegen Russland verhängt haben.

Russische Wirtschaft schrumpft im zweiten Quartal

Der Schritt in Richtung vermehrter Öffnung könnte dem Fakt geschuldet sein, dass die russische Wirtschaft im zweiten Quartal 2022 deutlich schrumpfte. So reduzierte sich das Bruttoinlandsprodukt von April bis Juni zum Vorjahresquartal um vier Prozent. Dies ist allerdings weniger, als im Vorfeld von Ökonomen erwartet wurde. Dennoch fiel die Wirtschaftsleistung im zweiten Jahresviertel auf das Niveau von 2018 zurück. Für das dritte Quartal rechnet die russische Notenbank mit einem Rückgang der Konjunktur um sieben Prozent.

Wall Street-Banken wagen die Rückkehr

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, haben unterschiedliche Wall Street-Banken in den vergangenen Tagen bereits mit einer vorsichtigen Rückkehr an den russischen Anleihemarkt begonnen, wie die Agentur aus ihr vorliegenden Dokumenten erfuhr. Das alles im Rahmen der nach wie vor geltenden Sanktionen. Mit dem Schritt wollen die Finanzhäuser Anlegern die Möglichkeit geben, russische Assets abzustoßen, die im Westen mittlerweile als toxisch angesehen werden.

Vor dem Beginn des Ukraine-Kriegs hatte die russische Föderation Staatsanleihen im Wert von rund 40 Milliarden US-Dollar ausstehend, wovon etwa die Hälfte von ausländischen Fonds gehalten wurde, wie Reuters schreibt. Viele Anleger hatten mit der Invasion Russlands in die Ukraine und den darauffolgenden Sanktionen nun keine Möglichkeit mehr, ihre Investments, die innerhalb kürzester Zeit an Wert verloren, noch loszuschlagen. Aus diesem Grund haben das US-Finanzministerium sowie die europäischen Behörden mittlerweile Schritte unternommen, um es Banken zu ermöglichen Transaktionen in Russland zu ermöglichen, ohne dass dabei Sanktionen verletzt werden.

Zu den zurückkehrenden Banken gehören laut Reuters Jefferies, Barclays, die Deutsche Bank, die Bank of America sowie JPMorgan. Dennoch ist die Rückkehr an den russischen Anleihemarkt auch für die Finanzprofis kompliziert. So meint ein Jefferies-Sprecher zu Reuters, dass die Bank "innerhalb der globalen Sanktionsrichtlinien arbeite, um die Bedürfnisse unserer Kunden zu erleichtern, diese komplizierte Situation zu meistern."

Redaktion finanzen.net

Ausgewählte Hebelprodukte auf Bank of America Corp.
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Bank of America Corp.
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent
Bildquellen: Svetlana Turchenick / Shutterstock.com, PromesaArtStudio / Shutterstock.com

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
23.09.2022Deutsche Bank BuyGoldman Sachs Group Inc.
15.09.2022Deutsche Bank BuyWarburg Research
07.09.2022Deutsche Bank BuyUBS AG
07.09.2022Deutsche Bank BuyGoldman Sachs Group Inc.
06.09.2022Deutsche Bank Sector PerformRBC Capital Markets
23.09.2022Deutsche Bank BuyGoldman Sachs Group Inc.
15.09.2022Deutsche Bank BuyWarburg Research
07.09.2022Deutsche Bank BuyUBS AG
07.09.2022Deutsche Bank BuyGoldman Sachs Group Inc.
01.09.2022Deutsche Bank BuyUBS AG
06.09.2022Deutsche Bank Sector PerformRBC Capital Markets
02.08.2022Deutsche Bank HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
28.07.2022Deutsche Bank Sector PerformRBC Capital Markets
28.07.2022Deutsche Bank Equal WeightBarclays Capital
27.07.2022Deutsche Bank Sector PerformRBC Capital Markets
28.07.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
01.07.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
28.04.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
25.04.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
01.04.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung

Heute im Fokus

Stabilisierungsversuch: DAX geht fester ins Wochenende -- US-Börsen schließen tiefrot -- United Internet hebt Gewinnprognose an -- Euroraum-Inflation, Nike, Fresenius, FMC, Gaspreis im Fokus

Sixt erwartet "im Großen und Ganzen stabile Entwicklung". Nord Stream-Pipelines: Gas-Austritt lässt nach. EZB-Ratsmitglied Visco warnt vor zu großen Zinsschritten. Zuckerberg will bei Meta sparen. Commerzbank-Aktie: Weitere 50 Filialen werden geschlossen. Bisheriger Investmentchef wird offenbar Société Générale-Chef.

Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Umfrage

Sollte Deutschland Kampfpanzer und weitere schwere Waffen an die Ukraine zu liefern

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln