24.05.2022 14:45

Jeder zehnte Haushalt in der Euro-Zone besitzt Bitcoin & Co. - Finanzstabilität gefährdet

EZB-Studie: Jeder zehnte Haushalt in der Euro-Zone besitzt Bitcoin & Co. - Finanzstabilität gefährdet | Nachricht | finanzen.net
EZB-Studie
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In rund jedem zehnten Haushalt in der Euro-Zone werden Krypto-Assets wie Bitcoins gehalten.
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Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Pilot-Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) hervor. Dabei ist der Besitz von Bitcoin & Co. in den Niederlanden mit 14 Prozent der Haushalte populärer als in Deutschland mit rund neun Prozent und Frankreich, wo es nur sechs Prozent sind.

Laut der Studie, die auch auf Daten aus Belgien, Italien und Spanien fußt, verfügen rund 37 Prozent der Befragten über Krypto-Assets im Wert von schätzungsweise bis zu 999 Euro. Bei 29 Prozent sind es zwischen 1000 und 4999 Euro und bei 13 Prozent 5000 bis 9999 Euro. Nur bei sechs Prozent waren es mehr als 30.000 Euro. In allen Ländern war es in den obersten 20 Prozent der Einkommenspyramide am wahrscheinlichsten, dass dort Krypto-Werte gekauft wurden. Doch ein höherer Anteil von Haushalten in der Niedrigverdiener-Schicht als in der Mittelschicht gab an, darüber zu verfügen.

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Im Durchschnitt seien eher jüngere Männer und besser ausgebildete Bürger Käufer von Krypto-Assets, heißt es in der Studie weiter. Die EZB hält solche Assets für eher ungeeignet für Kleinanleger. Sie hat die Europäische Union aufgefordert, dringend neue Regeln für diese Finanzanlagen zu erlassen, die berüchtigt für ihre Kurskapriolen sind. Denn bei den meisten bestimmen allein Angebot und Nachfrage den Preis. Stablecoins sind Kryptowährungen, die auf Kursstabilität ausgerichtet sind. Damit soll ihre Nutzung als Zahlungsmittel oder Wertanlage vereinfacht werden. Börsenregulierer, die seit längerem weltweit um Regeln für den Kryptowährungsmarkt ringen, haben wiederholt auf die Risiken für die Finanzstabilität hingewiesen.

EZB: Krypto-Assets breiten sich aus - könnten Stabilität gefährden

Die Natur und das Volumen von Krypto-Assets haben sich nach Aussage der Europäischen Zentralbank (EZB) in letzter Zeit so rapide entwickelt, dass sie zu einem Risiko für die Finanzstabilität zu werden drohen. In ihrem aktuellen Finanzstabilitätsbericht weist die EZB darauf hin, dass die Verbindungen zwischen der Krypto-Welt mit ihren Bitcoins, Stablecoins und den Transaktionen der dezentralen Finanzierung (Defi) zwar weiterhin begrenzt seien, zuletzt aber rasch zugenommen hätten.

"Die Anleger konnten den Rückgang der Marktkapitalisierung ungesicherter Krypto-Anlagen um 1,3 Billionen Euro seit November 2021 verkraften, ohne dass Risiken für die Finanzstabilität entstanden sind", schreibt die EZB, fügt aber hinzu: "Bei diesem Tempo wird ein Punkt erreicht werden, an dem ungesicherte Krypto-Assets ein Risiko für die Finanzstabilität darstellen."

Laut EZB hat die Nachfrage institutionellen Anleger nach Krypto-Assets zugenommen. Sie verweist auf eine 2021 durchgeführte Umfrage von Fidelity Digital Assets, derzufolge 56 Prozent der befragten europäischen institutionellen Anleger in gewissem Umfang digitale Vermögenswerte hielten, Tendenz steigend. 2020 waren es 45 Prozent gewesen. Ein Grund dafür könnte laut EZB sein, dass die von den Behörden ergriffenen Maßnahmen als Unterstützung für Krypto-Vermögenswerte interpretiert wurden, obwohl letztere noch weitgehend unreguliert sind.

Die EZB verweist darauf, dass beispielsweise deutsche Investmentfonds seit Juli 2021 bis zu 20 Prozent ihrer Bestände in Krypto-Assets investieren dürften. Dazu trage auch die zunehmende Verfügbarkeit von kryptobasierten Derivaten und Wertpapieren an regulierten Börsen bei, wie zum Beispiel Futures, börsengehandelte Schuldverschreibungen, börsengehandelte Fonds und außerbörslich gehandelte Treuhandfonds, die in den vergangenen Jahren in Europa und den USA an Beliebtheit gewonnen hätten.

"Diese Produkte haben zusammen mit Clearing-Einrichtungen den Anlegern den Zugang zu Krypto-Vermögenswerten erleichtert, da sie an traditionellen Börsen gehandelt werden können und der Endnutzer sich nicht mehr mit den komplexen Problemen der Verwahrung und Lagerung befassen muss", gibt die EZB zu bedenken. Die europäische Krypto-Asset-Landschaft sei jedoch noch relativ begrenzt und beherberge mit Blick auf den Hauptgeschäftssitz nur 20 Prozent der weltweiten Krypto-Asset-Fonds.

Laut EZB stellen Kleinanleger einen bedeutenden Teil der Krypto-Anlegerbasis dar. Jüngste Ergebnisse des Consumer Expectation Survey der EZB für sechs große Länder des Euroraums deuten auf der Grundlage experimenteller Fragen darauf hin, dass bis zu 10 Prozent der Haushalte Krypto-Anlagen besitzen könnten.

Die EZB warnt: "Die Märkte für Krypto-Vermögenswerte weisen derzeit alle Anzeichen eines entstehenden Finanzstabilitätsrisikos auf." Für die Regulierungs- und Aufsichtsbehörden sei es daher von zentraler Bedeutung, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und Regulierungslücken oder Arbitragemöglichkeiten zu schließen.

Frankfurt/Berlin (Reuters / Dow Jones Newswires)

Bildquellen: mk1one / Shutterstock.com, Carlos Amarillo / Shutterstock.com
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