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27.05.2020 10:25
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Energiepolitik zwischen Wunsch und Wirklichkeit - Teil 2

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Beitrag von Jürgen Göbel, Geschäftsführer EURAMCO
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Im ersten Teil unserer Kolumne zur Entwicklung der Energiepolitik haben wir die Rahmenbedingungen vorgestellt. In diesem zweiten Teil untersuchen wir die Chancen der Windenergie hinsichtlich der beabsichtigten Dekarbonisierung Deutschlands.

Windkraft ist nicht unumstritten

Ein intensivierter Ausbau der Windkraft trifft immer häufiger auf Widerstände: Arten- und Landschaftsschutz, Gegenwind durch Bürgerinitiativen sowie das Ausschreibungsverfahren, das zu geringeren Vergütungen geführt hat, erschweren den Umstieg auf die CO2-freie Alternative. So sind seit 2018 im Windenergiesektor sowohl der Zubau als auch die Gebote bei den Ausschreibungen drastisch zurückgegangen. Damit ist der Zubau, der in den nächsten Jahren nötig wäre, um die entfallenden Produktionskapazitäten aus Kernkraft und Kohle zu kompensieren, akut gefährdet.

Geringere Widerstände bei Solarstrom

Zwar ist Photovoltaik weniger effizient als Windkraft (850 bis 1.100 Volllaststunden pro Jahr gegenüber 1.800 bis 4.500 Volllaststunden pro Jahr bei Binnen- bzw. guten Offshore-Standorten), doch ist sie deutlich beliebter - und kommt ohne Diskussionen über Gesundheitsgefahren durch Infraschall und Schlagschatten oder über Gefährdung bedrohter Vogelarten aus. Solarprojekte sind deshalb tendenziell weniger klageanfällig und wegen der Kostendegression bei Modulen und Wechselrichtern inzwischen wettbewerbsfähig. Eine Aufhebung des im EEG vorgesehenen "Deckels" bei 52 GW wäre deshalb sinnvoll.

Gleichzeitiger Ausstieg aus Atomenergie und Kohleverstromung - Kann das funktionieren?

Das Reaktorunglück in Fukushima als Folge eines Tsunamis im Jahr 2011 hat die Bundesregierung bewogen, bis Ende 2022 alle deutschen Atomkraftwerke abzuschalten. Gleichzeitig sollen laut Kohlekompromiss bis 2038 auch alle Kohlekraftwerke ihre Arbeit einstellen. Bis 2023 fallen damit nach heutigem Kenntnisstand 122 TWh Nettostromerzeugung weg und müssen ersetzt werden. 2018 haben Windkraft und Photovoltaik jedoch insgesamt nur 157 TWh produziert. Es wird also eng, sehr eng. Dazu trägt bei, dass inzwischen die ersten älteren Windanlagen ihre geschätzte Betriebsdauer von 20 Jahren erreichen und dort, wo die Standorte nicht repoweringfähig sind, sukzessive vom Netz gehen werden.

Am Stromimport führt kein Weg vorbei

Wenn die inländische Stromproduktion also faktisch nicht ausreicht, wird Deutschland früher oder später Strom importieren müssen. Hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der Börsenpreise für Strom konkurrieren verschiedene Theorien: Jeremy Rifkin geht beispielsweise davon aus, dass bis Mitte des laufenden Jahrhunderts die Grenzkosten der Stromproduktion immer weiter sinken - gestützt beispielsweise durch sinkende Kosten für Strom aus Photovoltaik. Die Gegenseite argumentiert, dass die Versorgungslücke durch den verzögerten Ausbau und die Volatilität der Erneuerbaren Energien nur durch teure Gaskraftwerke geschlossen werden könne und der Strompreis somit steigen müsse. Zusätzlich dürfte die Nachfrage wegen des Ausbaus der Elektromobilität tendenziell steigen. Stromknappheit bei Dunkelflaute und ein Überangebot bei Sonne und Wind dürften somit unstreitig zukünftig häufiger zu Strompreisextremen führen. Für Investoren könnte somit die Investition in Erneuerbare Energien in politisch stabilen Ländern mit einem verlässlichen Rechts- und Steuersystem eine denkbare Alternative darstellen. Weitere Informationen zu diesen Themen erhalten Sie hier.

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Die AIF-Kolumne wird Ihnen präsentiert von der Fondsbörse Deutschland, dem unabhängigen Infoportal für Alternative Investmentfonds.

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