18.11.2017 12:00

Nachhaltige Investments: Fonds mit prima Klima

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Euro am Sonntag-Fonds-Tipps
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Warum Anleger ­Klimaschutz-Ziele in ihrem Depot berücksichtigen sollten - und welche Fonds empfehlenswert sind.
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von Christoph Platt, Euro am Sonntag

Ein starker Kontrast: Umweltministerin Barbara Hendricks, gekleidet in Schwarz-Weiß, wird von zwei Einwohnern der Fidschi-Inseln in Landestracht umrahmt. Das skurrile Ensemble war zu bestaunen bei der Eröffnung der UN-Klimakonferenz, die zurzeit in Bonn stattfindet. Ausgerichtet wird der Klimagipfel in der ehemaligen Bundeshauptstadt, Gastgeber jedoch ist der Inselstaat im Pazifik.


Mehr als 25.000 Teilnehmer werden dort noch bis nächsten Freitag zusammenkommen - vor allem Abgesandte von Staaten, aber auch Mitglieder von rund 500 Nichtregierungsorganisationen. Sie alle diskutieren über den Klimawandel, die menschengemachten Ursachen, die Folgen und die Bekämpfung.


Auch Vermögensverwalter, Fondsgesellschaften und Banken sind vor Ort. Sie beraten darüber, welche Auswirkungen der Klimawandel auf Wirtschaft und Unternehmen weltweit hat und wie Geld angelegt werden muss, um die ökologischen Veränderungen zu verlangsamen. "Noch nie waren die Klimaschutzfinanzierung, die Anpassung an Klimaveränderungen und der Kampf gegen die Erderwärmung so wichtig wie heute", sagt Wim Van Hyfte, Chef der Abteilung für verantwortungsbewusste Geldanlage beim Fondsanbieter Candriam. Er ist überzeugt, dass Nachhaltigkeitsthemen wie der Klimawandel langfristige Investmentchancen bieten.

Sich mit Klima, Umweltschutz und Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen ist für Anleger aus drei Gründen wichtig. An erster Stelle steht das Engagement für eine lebenswerte Zukunft. "Nachhaltiges Investieren lohnt sich, weil man Geld verdient, indem man Gutes tut", sagt Helena Vines-Fiestas, Chefin der Nachhaltigkeitsanalyse bei BNP Paribas Asset Management. Erhalten Unternehmen, die verantwortungsvoll handeln, mehr Zuspruch vonseiten der Anleger, stärkt dies ihre Position. Unter dem Strich werden dadurch der Umwelt- und Klimaschutz ­vorangebracht und Lebensumstände wie Arbeitsbedingungen verbessert.

Aber auch für Anleger, denen der Weltverbesserungsgedanke fern ist, gibt es gute Argumente, auf Nachhaltigkeit zu achten. Zum einen lassen sich dadurch Risiken verringern. "Eine der größten Gefahren für das Finanzsystem erwächst aus der Umsetzung der CO2-Ziele", sagt Vines-Fiestas. Um die Erd­erwärmung zu verlangsamen, muss der Kohlendioxidausstoß deutlich reduziert werden. Doch in den Bilanzen der Unternehmen wird dies noch nicht ausreichend berücksichtigt.

Gewinner ermitteln

Für Rohstoffunternehmen bedeutet das, dass ihre Lagerstätten infolge der Dekarbonisierung weniger gewinnbringend sein dürften als momentan angenommen. Und energiehungrige Branchen werden sich wesentlich höheren Kosten für Emissionsrechte gegenübersehen. Als logische Konsequenz werden die Gewinne schrumpfen", sagt Vines-Fiestas. "Schon jetzt ist es also an der Zeit, die Gewinner von den Verlierern zu unterscheiden."

Zum anderen ist es für Anleger attraktiv, auf technologische Trends von morgen zu setzen. Gerade im Zusammenhang mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit ist ein Wandel abzusehen, der disruptiven Charakter hat, also die bisherige Technik obsolet macht. Der Umstieg auf erneuerbare Energien oder auf Elektroautos gehört dazu.

Immer mehr Anleger sind sich dieser Entwicklungen bewusst. Nachhaltiges Investieren nimmt weltweit spürbar an Bedeutung zu. Das zeigt etwa eine aktuelle Studie des Fondsanbieters Schroders, für die mehr als 22.000 Investoren aus 30 Ländern befragt wurden. Fast 80 Prozent gaben an, dass ihnen das Thema heute wichtiger ist als noch vor fünf Jahren.

Ein überraschendes Ergebnis kommt jedoch aus Deutschland: Für hiesige Investoren spielt das Thema im weltweiten Vergleich noch eine geringere Rolle. Zwar steigt auch das Bewusstsein der Bundesbürger für nachhaltiges Investieren, dennoch belegt Deutschland im Ranking der Studie nur Platz 23 von 30.

An der Breite des Angebots kann es nicht liegen, dass deutsche Anleger eher zögerlich sind. Rund 400 Fonds werden hierzulande offeriert, die die Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und neue Energien bedienen.

Definition mit drei Säulen

Die weitaus größte Gruppe sind die Nachhaltigkeitsfonds im engeren Sinn. Sie legen bei der Auswahl der Titel für ihr Portfolio einen mehr oder weniger strengen Maßstab an, mit dem sie bewerten, ob Unternehmen verantwortungsbewusst handeln. Der heute gängige Nachhaltigkeitsbegriff besteht aus drei Elementen: Ökologie, Soziales und Unternehmensführung. Unter dem Schlagwort Ökologie wird ein Unternehmen daraufhin abgeklopft, inwiefern es beispielsweise zur Reduzierung von Müll, Schadstoffen und Energieverbrauch beiträgt. Beim Thema Soziales wird untersucht, ob Menschen- und Verbraucherschutzrechte eingehalten werden. Beim dritten Punkt wird gemessen, wie tief verwurzelt der Nachhaltigkeitsgedanke im Management ist und ob faire Arbeitsbedingungen herrschen.

Hierbei wenden die Fonds ­unterschiedliche Strategien an. Einige Produkte schließen von vornherein bestimmte Branchen aus, die als nicht nachhaltig gelten. Dazu zählen etwa Kohleförderer, Waffenhersteller, Tabakkonzerne oder Glücksspielanbieter.

Andere Fonds verwenden einen Best-in-class-Ansatz: Aus jeder Branche kommen diejenigen Unternehmen als Anlageziel in Betracht, die in puncto Nachhaltigkeit am besten abschneiden. Das erfordert einen hohen Rechercheaufwand und hat zur Folge, dass auch Firmen aus wenig umweltfreundlichen Branchen im Fonds auftauchen. Dafür bildet eine solche Strategie das Universum aller Unternehmen umfassender ab und belohnt generell die Vorreiter in Sachen Verantwortungsbewusstsein.

Weit verbreitet ist auch das Impact Investing. Hier wird gemessen, welche unmittelbaren Auswirkungen die Maßnahmen eines Unternehmens haben und ob diese einen nachhaltigen Einfluss haben. Auch Kombinationen aus den verschiedenen Strategien sind möglich.

Volatile Branche

Neben den spezialisierten Nachhaltigkeitsfonds gibt es Produkte, die sich auf das Thema Umwelt- oder Klimaschutz konzentrieren, ohne verantwortungsbewusstes Handeln in den Mittelpunkt zu rücken. Sie investieren in Firmen, die etwa in den Segmenten erneuerbare Energien, Umwelttechnik, Recycling oder Energieeffizienz tätig sind. "Da diese Unternehmen einen speziellen Fokus haben, sind ihre Aktien oft sehr volatil", sagt Vines- Fiestas. Das hält insbesondere private Anleger nicht davon ab, in diese Themenfonds zu investieren. "Institutionelle Anleger setzen hingegen mehr auf das Thema Nachhaltigkeit insgesamt, um alle Sektoren abzudecken", erklärt sie.

Investor-Info

Sycomore Selec. Responsable
Fokus auf die Eurozone

Anleger, die in Aktien nachhaltiger Unternehmen investieren möchten, ohne Währungs­risiken einzugehen, finden im Sycomore Selection Responsable ein hervorragendes Produkt. Der Fonds legt sein Vermögen fast vollständig in der Eurozone an, Aktien aus anderen Ländern dürfen insgesamt maximal zehn Prozent des Portfolios ausmachen. Bei der Titelauswahl wird eine Mindestpunktzahl für Nachhaltigkeitsaspekte mit Ausschluss­kriterien kombiniert.

TerrAssisi Aktien
Ethische Aktien weltweit

TerrAssisi Aktien zählt zu den strengeren Nachhaltigkeitsfonds. Langfristig ist er einer der erfolgreichsten, aber auch volatilsten seiner Art. Initiator des Produkts ist der Orden der Franziskaner. Gekauft werden Aktien von Unternehmen, die weltweit zu den nachhaltigsten ihrer Branche zählen. Zusätzlich stellen Ausschlusskriterien sicher, dass Firmen mit kontroversen Geschäftsfeldern außen vor bleiben. Dazu zählen Rüstung, Embryonenforschung und Biozide.

Deka-UmweltInvest
Globale Klimatechnologie

Einen speziellen Nachhaltigkeitsfokus hat der Deka-UnweltInvest nicht. Er investiert vielmehr weltweit in Unternehmen, die in den Bereichen Klima- und Umweltschutz, Wasserwirtschaft sowie erneuerbare Energien tätig sind. Die größte Position sind aktuell Aktien des dänischen Versorgers Dong Energy, führender Entwickler und Betreiber von Meereswindparks. Daneben deckt der Fonds unter anderem die Segmente Stromspeicherlösungen und Elektromobilität ab. Das Portfolio ist regional relativ ausgewogen aufgestellt.

Bildquellen: luchschen / Shutterstock.com, AlexandreNunes / Shutterstock.com

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08.09.2021Orsted NeutralUBS AG
20.10.2021Orsted UnderperformJefferies & Company Inc.
12.10.2021Orsted UnderperformCredit Suisse Group
07.10.2021Orsted UnderperformJefferies & Company Inc.
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