Schonvermögen im Pflegeheim: Was Senioren unberührt behalten dürfen

Der Umzug ins Pflegeheim bringt nicht nur organisatorische Hürden, sondern oft auch finanzielle Sorgen. Gesetzliche Regelungen sorgen jedoch dafür, dass ein gewisser Betrag und eine kleine persönliche Reserve erhalten bleiben. Welche Rahmenbedingungen gelten, ist genau definiert.
Gesetzlich geschütztes Vermögen
Beim Wechsel ins Pflegeheim zahlt die Pflegekasse zwar wichtige Pflegeleistungen, doch viele Kosten wie Unterkunft und Investitionen bleiben als Eigenanteil übrig. Um schwerwiegende finanzielle Härten zu vermeiden, gibt es gesetzlich festgelegte Freibeträge - das sogenannte Schonvermögen.
Laut dem Bundesgesundheitsministerium dürfen pro Person aktuell 10.000 Euro als Vermögen anrechnungsfrei bleiben. Bei Ehe- oder Lebenspartnern erhöht sich die Summe auf 20.000 Euro. Für im Haushalt lebende Kinder kann ein zusätzlicher Freibetrag von 500 Euro hinzukommen, wie die Verbraucherzentrale berichtet.
Schutz für Immobilien
Auch Immobilien können als Schonvermögen anerkannt werden. Entscheidend ist, dass die Immobilie von der pflegebedürftigen Person, einem Ehe- oder Lebenspartner oder anderen Angehörigen weiterhin bewohnt wird. Unter diesen Bedingungen bleibt die Immobilie in der Regel vom Zugriff im Rahmen der Pflegekosten ausgenommen, so die Allgäuer Zeitung.
Barbetrag für persönliche Ausgaben
Zusätzlich zum Schonvermögen steht pflegebedürftigen Personen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind ("Hilfe zur Pflege"), ein monatlicher Barbetrag zu, ehemals auch "Taschengeld" genannt. Er beträgt laut dem Pflegeschutzbund BIVA mindestens 27 Prozent der Regelbedarfstufe 1 und dient der Deckung persönlicher Ausgaben wie Friseurbesuch, Körperpflege oder Zuzahlungen für Medikamente.
Warum das wichtig ist
Der Schutz durch das Schonvermögen und der zusätzliche Barbetrag bieten älteren Menschen und ihren Angehörigen finanzielle Stabilität, auch wenn die Eigenanteile im Pflegeheim hoch sein können. Eine solide Planung und rechtzeitige Information über diese rechtlichen Schutzmaßnahmen schaffen Klarheit und entlasten emotional wie finanziell.
Redaktion finanzen.net
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