SIM-Speicher

Welche Daten sind auf einer SIM-Karte

28.11.25 23:50 Uhr

Welche Daten speichert die SIM-Karte? | finanzen.net

SIM-Karten sind winzige Computer mit erstaunlich wenig Speicherplatz. Während die meisten Nutzer glauben, dass ihre wichtigsten Daten dort gespeichert sind, verbirgt sich auf dem kleinen Chip deutlich weniger als erwartet - dafür aber einige hochsensible Informationen.

Die wichtigsten Identifikationsdaten

Die primäre Funktion einer SIM-Karte liegt in der Identifikation des Nutzers im Mobilfunknetz. Jede SIM-Karte speichert einen speziellen numerischen Code namens IMSI (International Mobile Subscriber Identity) sowie netzwerkspezifische Daten, die dem Mobilgerät den Zugriff auf das Mobilfunknetz ermöglichen.

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Die IMSI ist eine eindeutige 15-stellige Nummer, die dem Netzwerk mitteilt, wer der Nutzer ist und zu welchem Anbieter er gehört. Wie die Bundesnetzagentur erklärt, werden diese internationalen Kennungen für mobile Teilnehmer gemäß der ITU-Empfehlung E.212 für mobile drahtlose und drahtgebundene Dienste zur Identifikation von Teilnehmern benötigt. Zusätzlich enthält die SIM-Karte einen geheimen Authentifizierungsschlüssel (Ki) - einen 128-Bit-Schlüssel, der wie ein Passwort funktioniert, das nur die SIM-Karte und das Netz des Anbieters kennen. Diese Kombination sorgt dafür, dass sich das Telefon im richtigen Mobilfunknetz einwählt und verhindert das Klonen der Nummer.

Die SIM-Karte ist im Grunde ein kleiner Computer mit eigenem Speicher und Prozessor. Sie verfügt über integrierte Sicherheitsmechanismen wie PIN und PUK, die zum Entsperren der Karte notwendig sind. Diese Verschlüsselungsfunktionen schützen vor Angriffen wie dem Klonen oder unbefugtem Zugriff und gewährleisten sichere Kommunikation.

Begrenzte Speicherkapazität für Nutzerdaten

Der Speicherplatz auf SIM-Karten ist extrem begrenzt. Wie aus dem Beitrag von t-online.de hervorgeht, können moderne SIM-Karten lediglich etwa 250 Kontakte speichern - allerdings nur mit Namen und einer einzigen Telefonnummer pro Eintrag. Für SMS-Nachrichten stehen je nach Länge der Nachrichten nur Platz für etwa 20 bis 40 Standard-Textnachrichten zur Verfügung.

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Es handelt sich dabei größtenteils um ein Überbleibsel aus der Zeit vor den Smartphones. Die Speicherkapazitäten reichen von wenigen Kilobytes bis zu mehreren hundert Kilobytes - winzig im Vergleich zu modernen Smartphone-Speichern.

Moderne Smartphones sind hingegen standardmäßig so konfiguriert, dass sie Nutzerdaten wie PIN-Codes oder SMS eher im Telefonspeicher ablegen und mit Cloud-Diensten synchronisieren. Wie der Mobilfunk-Experte Bastian Ebert von inside-sim.de erklärt, hat das praktische Gründe: Bei einem Verlust des Mobiltelefons lassen sich die Daten auf einem Ersatzgerät wiederherstellen. Sind die Daten hingegen nur auf der SIM-Karte gespeichert, ist eine solche Wiederherstellung unmöglich.

Spezielle Anwendungen und Programme

Neben den grundlegenden Identifikationsdaten können SIM-Karten auch kleine Programme speichern. Diese ermöglichen es, spezielle Nachrichtendienste zu abonnieren oder das Prepaid-Guthaben abzufragen. Der Vorteil: Diese Dienste funktionieren unabhängig vom verwendeten Mobiltelefon, da sie direkt auf der SIM-Karte gespeichert sind.

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Die SIM-Karte kann auch Notrufnummern speichern, die jederzeit erreichbar sind, sowie Netzwerkeinstellungen wie Roaming-Konfigurationen und Codes für den Zugriff auf Anbieter-Services. Dies vereinfacht die automatische Konfiguration des Geräts im Mobilfunknetz.

Zusätzlich werden temporäre Daten gespeichert, die für die Verbindung zum Mobilfunknetz erforderlich sind. Diese Informationen ändern sich je nach Netzbereich und sorgen für eine optimale Verbindungsqualität.

Die Realität des SIM-Speichers heute

Entgegen der weit verbreiteten Annahme speichern moderne Smartphones praktisch keine wichtigen Nutzerdaten mehr auf der SIM-Karte. Fotos, Videos, WhatsApp-Nachrichten, Apps und die meisten Kontakte befinden sich im internen Speicher des Geräts oder in der Cloud. Ein einfacher Test zeigt dies: Entfernt man die SIM-Karte aus dem Smartphone, bleiben alle wichtigen persönlichen Daten weiterhin zugänglich - nur die Mobilfunkverbindung funktioniert nicht mehr.

Die SIM-Karte hat sich von einem Datenspeicher zu einem reinen Identifikationsmodul gewandelt. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den Nutzer sicher im Mobilfunknetz zu authentifizieren und eine verschlüsselte Verbindung zu gewährleisten. Für den Notfall bietet sie noch immer die Möglichkeit, basic Kontakte zu speichern - doch diese Funktion wird zunehmend obsolet.

D. Maier / Redaktion finanzen.net

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