Von Sparbuch bis App: Das Sparverhalten der Generationen

Ob Sparbuch, ETF oder Fair-Trade-Konsum - jede Generation geht anders mit Geld um. Während Boomer auf Sicherheit setzen, sparen Millennials und Gen Z digital und flexibel. Studien zeigen: Gerade die Jüngsten legen am konsequentesten Geld zurück - und verändern damit das Sparen von Grund auf.
Traditionelle Sicherheit vs. digitale Anlagen
Wenn es ums Sparen geht, prallen Generationen aufeinander: Während die Boomer noch mit Sparbuch, Bausparvertrag oder Lebensversicherung groß geworden sind, zählte für sie vor allem eines - Sicherheit. Hauptsache, das Geld ist sicher angelegt, lautet ein typisches Credo, wie familie.de beschreibt. Jüngere Generationen gehen deutlich flexibler vor: Millennials und Gen Z nutzen Apps, um in ETFs, Fonds oder Aktien zu investieren. Laut einer Jugendstudie 2024 des Bankenverbands besitzt inzwischen fast ein Drittel der 14- bis 24-Jährigen Wertpapiere - 2018 waren es erst neun Prozent.
Konsumverhalten: Reparieren oder nachhaltig konsumieren
Auch beim Umgang mit Konsum zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Generationen. Die Boomer sind geprägt von einer Zeit, in der Kleidung geflickt, Möbel repariert und Geräte so lange wie möglich genutzt wurden - eine Haltung, die nicht nur Ressourcen, sondern auch den Geldbeutel schonte, wie familie.de berichtet. Millennials knüpfen daran an, interpretieren es aber neu: Sie setzen stärker auf Nachhaltigkeit, greifen bewusst zu Fair-Trade-Produkten oder Second-Hand-Mode - selbst dann, wenn das mehr kostet. Für sie steht der Wertebezug beim Konsum stärker im Vordergrund.
Sparquoten im Generationsvergleich
Beim Blick auf die Sparquoten zeigt sich, dass die jüngeren Generationen deutlich disziplinierter vorgehen als ihre Eltern und Großeltern. Laut Focus legt rund ein Viertel der Gen Z zwischen 11 und 20 Prozent ihres Einkommens zurück, weitere zwölf Prozent sparen sogar bis zu 30 Prozent. Damit erreicht diese Altersgruppe Sparraten, die man eher bei langjährigen Berufstätigen erwarten würde.
Die Millennials stehen fast auf Augenhöhe, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: 26 Prozent von ihnen sparen überhaupt nichts. Bei den Boomern und der Generation X ist das Bild noch deutlicher - dort verzichtet rund ein Drittel vollständig auf Rücklagen. Der Generationsvergleich macht klar: Während Jüngere trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten systematisch vorsorgen, geraten ältere Gruppen beim Sparen stärker ins Hintertreffen.
Finanzwissen: Bankberater vs. Social Media
Auch bei der Frage, woher das Wissen über Geldanlagen stammt, gehen die Generationen unterschiedliche Wege. Boomer vertrauen laut familie.de traditionell auf Bankberater und Versicherungsvertreter - persönliche Gespräche und institutionelle Sicherheit prägten ihre Entscheidungen. Ganz anders Millennials und Gen Z: Sie informieren sich über YouTube-Kanäle, Podcasts oder Instagram-Accounts von Finanzexperten. Nach Angaben des Bankenverbands nutzen 51 Prozent der 14- bis 24-Jährigen vor allem das Internet, um sich über Geldfragen schlauzumachen, während 37 Prozent den Austausch mit Eltern, Freunden oder Bekannten bevorzugen. Das zeigt: Jüngere setzen stärker auf digitale Quellen und Eigeninitiative, während die Älteren Beratung im direkten Gespräch schätzen.
Neue Spartrends und Chancen
Wenn es um aktuelle Entwicklungen geht, liegen die Jüngeren klar vorn. Laut einer Santander-Umfrage haben 2025 rund 58 Prozent der Gen Z und 54 Prozent der Millennials ihre Ersparnisse erhöht - vielfach, indem sie bewusst auf Konsum verzichteten. Im Gegenzug interessieren sich immer mehr junge Sparer für höher verzinste Angebote wie digitale Banken oder Festgeldprodukte in Form von Certificates of Deposit (CDs). Während diese Sparformen bei den Jüngeren an Bedeutung gewinnen, bleiben viele Boomer bei klassischen, aber niedrig verzinsten Konten. Damit verpassen sie häufig die Chance, von attraktiveren Zinsen zu profitieren.
Redaktion finanzen.net
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