Spritpreise

Volltanken oder öfter nachtanken - was spart wirklich?

16.03.26 22:11 Uhr

Tankstrategie im Vergleich: Volltanken oder öfter nachtanken - was lohnt sich mehr? | finanzen.net

Die Benzinpreise befinden sich seit Jahren auf Achterbahnfahrt. Wer viel unterwegs ist, kennt das Dilemma: Gleich den ganzen Tank füllen oder lieber nur einen Teil und später erneut zur Zapfsäule? Hinter dieser scheinbar banalen Frage steckt eine kleine Wissenschaft, und die Antwort fällt weniger eindeutig aus, als man womöglich denkt.

Überblick

Das vollständige Auffüllen des Tanks wirkt auf den ersten Blick logisch. Wer einmal eine günstige Tankstelle gefunden hat, profitiert am meisten, wenn auch die gesamte Menge zu diesem Preis eingefüllt wird. Teilbetankungen hingegen gleichen Preisschwankungen aus, weil sich über viele Tankstopps ein Durchschnitt ergibt. Im Alltag zeigt sich allerdings, dass der Unterschied zwischen beiden Strategien kleiner ausfällt, als vermutet.

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Praxistest

Das Magazin stern hat genau diese Frage untersucht und über mehrere Wochen einen Selbstversuch gestartet. Zwei Reporter fuhren mit identischen Fahrzeugen, einer tankte immer voll, der andere stets kleinere Beträge. Am Ende stand ein Sieger fest. Der Reporter mit vielen kleinen Tankstopps erzielte einen besseren Durchschnittspreis, durch eine Preisschwankung von 17 Cent, als Reporter zwei mit halb so vielen Stopps und jedem Mal Volltanken.

Entscheidend war weniger die Füllstrategie, sondern die Preisentwicklung in der jeweiligen Woche. Das Fazit des Tests: Die Unterschiede sind real, aber nicht groß genug, um daraus eine allgemeingültige Regel abzuleiten.

Der Effekt der kleinen Schritte

Wirtschaftsexperten verweisen gerne auf den sogenannten Cost-Average-Effekt. Wer regelmäßig kleine Summen investiert, gleicht Marktschwankungen aus, so die Volksbank. Übertragen auf das Tanken bedeutet das: Wer immer nur einen bestimmten Betrag einfüllt, bewegt sich langfristig in Richtung des Durchschnittspreises. Die Stuttgarter Zeitung merkt an, dass dieser Effekt zwar existiert, beim Sprit aber kaum ins Gewicht fällt. Kraftstoffpreise schwanken bei weitem nicht so stark wie Aktienkurse, der Spareffekt bleibt entsprechend überschaubar. Auch lässt sich kaum abschätzen, wie oft oder wann der Tank wieder befüllt werden muss, was sich nicht vergleichen lässt mit den fest eingeplanten Ausführungen eines Sparplans an den Kapitalmärkten.

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Ort und Zeit sind entscheidender

Größere Wirkung entfalten Ort und Zeit des Tankens. Der ADAC hat ermittelt, dass die Preise an Autobahntankstellen bis zu 57 Cent pro Liter höher liegen können als an Stationen wenige Kilometer abseits. Noch deutlicher wird der Unterschied, wenn der Blick auf die Tageszeiten fällt. DA Direkt fand heraus, dass die Preise am Abend deutlich niedriger liegen als am Morgen. Wer also bewusst plant, spart mehr Geld durch die Wahl der Tankstelle und Uhrzeit als durch die Entscheidung zwischen Voll- und Teilbetankung.

Spartipps jenseits der Füllmenge

Finanztip rät, digitale Helfer zu nutzen. Preis-Apps zeigen in Echtzeit, wo sich die günstigste Tankstelle befindet. Dazu kommt die Wahl der Uhrzeit: Ein kurzer Stopp am Abend kann im Laufe des Jahres deutlich mehr bringen, als es die Wahl zwischen Voll- und Teilbetankung je könnte. Wer zusätzlich auf technische Basics achtet - Reifendruck, regelmäßige Wartung und ruhige Fahrweise -, reduziert die Spritkosten noch weiter.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Evangelos / Shutterstock.com, DuxX / shutterstock.com