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27.09.2015 08:46
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Ein Startup gründen: So geht’s!

Gründer aufgepasst: Ein Startup gründen: So geht’s! | Nachricht | finanzen.net
Gründer aufgepasst
10 Dinge, mit denen Sie sich im Zuge einer Startup-Gründung beschäftigen sollten.
Den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen, ist der Traum vieler Deutscher. Doch nur wenige schaffen es, ihr eigener Chef zu werden. Wer sich ernsthaft mit dem Thema Existenzgründung auseinandersetzt, sollte diese Punkte im Blick behalten.

1. Selbständigkeit: Ja oder nein?

Bevor man damit beginnt ein Startup zu gründen, sollte man sich sicher sein, dass dieser Weg der persönlich richtige ist. Für viele erscheint es wie ein Traum, endlich die eigene Chefin oder der eigene Chef zu sein, die eigenen Ideen einbringen zu können und direkt zu sehen, welche Auswirkungen die eigenen Handlungen auf den Unternehmenserfolg haben. Doch nicht jeder ist zum Existenzgründer geboren, ein Startup ist zumeist sehr zeitintensiv und mit vielen Anstrengungen verbunden. Auch die Unterstützung der Familie ist dabei langfristig wichtig.

2. Geschäftsidee entwickeln und prüfen

Am Anfang einer erfolgreichen Startup-Gründung steht eine Geschäftsidee. Sie bildet den Grundstein für den Start in die Selbständigkeit und oftmals scheitert ein Vorhaben schon an diesem Punkt. Sätze wie "Mir fehlte bisher nur die eine Idee, ansonsten wäre ich schon längst Millionär" kennt wohl jeder. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, eine passende Geschäftsidee zu finden.
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Grundsätzlich hilft es schon, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und dabei zu versuchen, Chancen zu erkennen. Notieren Sie sich zum Beispiel, worüber Sie sich immer wieder ärgern und welche Probleme Ihnen im Alltag begegnen, beobachten Sie ihre Umwelt ab sofort bewusster. Wer auf diese Weise Problembereiche entdeckt, hat damit womöglich schon den Ansatz zu einer Idee gefunden.
Eine weitere Möglichkeit, eine passende Geschäftsidee zu finden: Gezielt danach suchen. Trends, eigene Hobbies, Interessen und Leidenschaften dienen hier als Anhaltspunkt. Machen Sie sich beispielsweise eine Liste mit denjenigen Themenbereichen, in denen Sie sich eine Gründung vorstellen könnten. Mit diesem Ansatz wird sichergestellt, dass Ihre persönlichen Bedürfnisse, Vorstellungen und Vorkenntnisse in den Vordergrund gestellt werden. Denn nur wer seine ganze Leidenschaft in das Unternehmen einbringen kann, wird damit auch langfristig erfolgreich sein.
In der Liste mit den Themenbereichen versuchen Sie daraufhin, gezielt nach Problemen zu suchen und diese zu notieren. Im nächsten Schritt wird versucht, für jedes identifizierte, relevante Problem Lösungsideen zu entwickeln. Entwickeln Sie möglichst viele Ideen zur Lösung des Problems. Schon Thomas Edison, der Erfinder der Glühbirne, hat einmal gesagt: "Es gibt nur einen Weg zu einer guten Idee: viele Ideen." Erst im nächsten Schritt reduzieren Sie die Menge an Ideen. Fragen Sie sich "Welche dieser Ideen hat Potenzial?". Ein reger Austausch mit anderen Personen oder möglichen Nutzern kann dabei helfen, aussichtsreiche Ideen herauszukristallisieren. Arbeiten Sie daraufhin auf einer Idee basierend ein komplettes Unternehmenskonzept aus, ein häufig eingesetztes Tool ist hierfür die sogenannte "Business Model Canvas". Dieses Tool hilft dabei, zum Beispiel die Schlüsselressourcen, die Kundensegmente oder die notwendigen Partnerschaften zu skizzieren. Nach der Ausarbeitung des Konzepts fragen Sie Freunde, Bekannte und andere Gründer um das Konzept zu evaluieren, zu verbessern oder gegebenenfalls zu verwerfen.

3. Beratungsmöglichkeiten nutzen

Auf dem Weg zu einer erfolgreichen Startup-Gründung ist es wichtig, sich beraten zu lassen, zum Beispiel von Mitarbeitern der regionalen Gründungsinitiative oder der Industrie- und Handelskammer. Die Beratung kann dabei helfen, mögliche Probleme im Unternehmenskonzept herauszuarbeiten und dieses zu evaluieren. Daneben hilft die Gründungsberatung bei der Erstellung von Businessplänen, klärt über rechtliche und betriebswirtschaftliche Erfordernisse auf, hilft bei der Wahl der Unternehmensform und unterstützt die Vorbereitung erforderlicher Unterlagen.
Besuchen Sie auch einen Existenzgründungskurs, um ein Gefühl für relevante Themenbereiche im Gründungsbereich zu bekommen. Ein solcher Kurs bietet einen kompletten Überblick über alle Aufgaben, die Sie vor und nach der Gründung erledigen müssen. Er kann daneben auch dazu dienen, Kontakte zu anderen Gründerinnen und Gründern aufzubauen.

4. Businessplan erstellen

Erstellen Sie einen Businessplan. Ein Businessplan ist unabdingbar, wenn Sie an externe Investoren und Kapitalgeber herantreten wollen. Er zwingt einen aber auch dazu, sich intensiv mit dem künftigen Unternehmen auseinanderzusetzen und die Idee nochmals auf den Prüfstand zu stellen. Er hilft dabei, sich mit der Finanzierung des Vorhabens zu beschäftigen und mögliche Szenarien durchzuspielen. Ein Businessplan kann auch davor schützen, wichtige Aspekte in der Unternehmensplanung zu vergessen. Die zentralen Elemente, die in einem Businessplan angesprochen werden sollten, umfassen die Geschäftsidee, die Gründerpersonen, die Rechtsform, das Leistungsangebot, eine Markteinschätzung, Marketing und Vertrieb, die Standortwahl, die Finanzplanung und Zukunftsperspektiven.

5. Finanzierung sichern

Im Zuge der Finanzplanung sollte man sich mit zahlreichen Fragen beschäftigen, etwa mit welchem Gewinn gerechnet wird, wie Ausgaben gedeckt werden sollen, wieviel Geld für die Gründung insgesamt benötigt wird und woher das Geld kommen soll. Die letzten beiden Aspekte stellen eine besondere Hürde dar. Dinge wie die Büroausstattung, ein Warenlager oder Miete verschlingen eine Menge Geld und wollen finanziert werden. Oft reicht das Ersparte, trotz einer sparsamen Planung, nicht aus, weshalb meist auf eine externe Finanzierung zurückgegriffen werden muss. Möglichkeiten, die Finanzierung sicherzustellen, gibt es viele. Neben ihrem eigenen Kapital können Freunde oder Partner in der Startphase behilflich sein, eine Teamgründung kann sich hierbei lohnen. Eine Alternative kann ein Bankkredit sein. Sie sollten sich auch nach Förderprogrammen und Förderdarlehen für Existenzgründerinnen und -gründer umschauen, die vom Bund und den Bundesländern zur Verfügung gestellt werden. Ein Vorteil sind die meist niedrigeren Zinsen. Informieren Sie sich. Unverbindliche Informationsgespräche helfen dabei, Möglichkeiten der Finanzierung zu sondieren. Falls Sie sich an eine Bank wenden, müssen Sie hier den Businessplan vorlegen. Die Bank prüft anhand diesem die Qualität Ihrer Planung. Zu bedenken ist außerdem, dass das persönliche Auftreten hierbei den Ausschlag geben kann.

6. Unternehmensform wählen

Die Wahl der Unternehmensform hat zahlreiche Auswirkungen, etwa hinsichtlich der Haftung, der steuerlichen Beurteilung sowie buchhalterischer Fragen. Beispielsweise kann gemeinsam eine haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft (UG) gegründet werden. Diese verhält sich quasi wie eine Vorstufe der "normalen" GmbH. Während für die GmbH 25.000 Euro Stammkapital benötigt werden, geht es bei der UG schon bei einem Euro los. Trotzdem ist es eine voll funktionstüchtige Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Generell sollte die Unternehmensform genau bedacht werden, da ein späterer Wechsel zeitlichen und finanziellen Aufwand mit sich bringen kann.

7. Genehmigungen einholen und Anmeldungen tätigen

Beantragen sie rechtzeitig die für Ihr Gründungsvorhaben erforderlichen Zulassungen und Genehmigungen, um später keine bösen Überraschungen zu erleben. So müssen sich Gewerbetreibende beim Gewerbeamt anmelden. Dieses informiert weitere Behörden und Institutionen wie das Finanzamt oder die Berufsgenossenschaft. Ein Gewerbe betreibt jemand, der Produkte vertreibt, Dienstleistungen vermittelt oder Waren herstellt. Für eine freiberufliche Existenz reicht eine Anmeldung beim Finanzamt. Zu den freien Berufen zählen unter anderem Heilberufe wie zum Beispiel der des Krankengymnasten und des Heilpraktikers oder rechts-, steuer- und wirtschaftsberatende Tätigkeiten.
Eventuell brauchen Sie für Ihre Gründung auch spezielle Erlaubnisse. Nicht jeder kann zum Beispiel einen Friseursalon eröffnen. Dieser Beruf fällt unter die Meisterpflicht. Auch das Eröffnen eines Restaurants ohne vorherige Genehmigung des Bauamts kann Schwierigkeiten mit sich bringen. Informieren Sie sich daher im Vorfeld gut.

8. Schutzrechtliche Fragen klären

Als Gründer sollte man sich beim Aufbau eines Startups auf jeden Fall mit schutzrechtlichen Fragen auseinandersetzen. Falls das Startup auf einer technischen Erfindung beruht, kann hierfür ein Patent beim Patent- und Markenamt beantragt werden, welches für 20 Jahre vor Nachahmern schützt. Eine andere Möglichkeit ist der Schutz über ein Gebrauchsmuster. Die Anmeldung hierfür ist in der Regel schneller möglich. Für Produkte und Dienstleistungen kann Markenschutz beantragt werden. Konkurrenten können dann identische oder ähnliche Produkte nicht mit einem gleichen oder ähnlichen Namen versehen. Auch das Design eines Produkts kann geschützt werden. Dazu ist die Anmeldung eines Geschmacksmusters notwendig. Der Firmenname kann mit einer Eintragung ins Handelsregister geschützt werden. Der Schutz gewährleistet, dass in dem Bereich des zuständigen Amtsgerichts und der gleichen Branche kein identischer oder ähnlicher Firmenname für ein anderes Unternehmen verwendet werden darf. Für den Außenauftritt eines Unternehmens ist die Webseite von großer Bedeutung. Ein rechtzeitiges Sichern der gewünschten aussagekräftigen Domain ist daher wichtig.

9. Steuern einplanen

Um Rechnungen ausstellen und Geld verdienen zu können wird eine Steuernummer benötigt. Diese erhält man vom Finanzamt. Das Finanzamt wird sich nach der Gründung mit einem "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" melden und aus den Angaben die Steuerforderungen errechnen. Über seine Steuerpflichten sollte man daher Bescheid wissen. Ein Steuerberater kann bei steuerlichen Angelegenheiten, der notwendigen Buchführung und der Art des Jahresabschlusses eine große Unterstützung darstellen.

10. Versichern und vorsorgen

Gegen das unternehmerische Risiko kann man sich nicht versichern, ein gut durchdachter Businessplan kann das Risiko des Scheiterns aber zumindest reduzieren. Man sollte sich aber gegen betriebliche Risiken wie Einbruch, Feuer oder Maschinenschäden absichern. Auch die persönliche Vorsorge, in den Bereichen Arbeitslosigkeit, Alter, Krankheit und Unfall, sollte bedacht werden.

Redaktion finanzen.net
Bildquellen: alphspirit / Shutterstock.com, ollyy / Shutterstock.com

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