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04.10.2019 06:12

Wer braucht noch Steuerberater? - 15 legale Steuertricks

Steuern sparen: Wer braucht noch Steuerberater? - 15 legale Steuertricks | Nachricht | finanzen.net
Steuern sparen
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Steuererklärungen sind ohne das notwendige Know-How schwierig zu meistern. Wir zeigen legale Schlupflöcher, aber auch was man unbedingt vermeiden sollte.
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Manche versuchen bei der Steuererklärung zu betrügen, doch es gibt auch legale Tipps, um Steuern zu sparen.

Krankheitskosten

Laut Finanzamt, sind Verordnungen vom Arzt, welche die Krankenkasse nicht bezahlt, Krankheitskosten. Diese lassen sich von der Steuer absetzen. Zum Beispiel fallen darunter verschriebene Medikamente, Kuren, Kontaktlinsen, Brillen, Schuheinlagen etc.. Wichtig ist, dass vorher ein ärztliches Attest ausgestellt wurde.

Geschäftsreisen

Für Geschäftsreisen gibt es eine Verpflegungspauschale. Bei acht Stunden an einem Tag kann man für die Geschäftsreise einen Pauschalbetrag von zwölf Euro geltend machen. Bei mehrtägigen Dienstreisen ist der An- und Abreisetag, ohne Mindestabwesenheitszeit, zwölf Euro wert. Laut § 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 5 EStG, dürfen an den anderen Tagen der Geschäftsreise 24 Euro pro Tag geltend gemacht werden.

Unfallkosten

Sollte sich während einer Dienstfahrt, aufgrund einer leichten Fahrlässigkeit des Fahrers ein Verkehrsunfall ereignen und der Fahrer die Schäden selbst bezahlen müssen, können die Reparaturkosten als Werbungskosten aufgeführt werden. Hierbei ist wichtig zu wissen, dass Fahrten zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte grundsätzlich als beruflich gelten, auch wenn man diese Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätte bestreiten können.

Arbeitsplatz-Fahrten

Fahrten vom Arbeitsplatz zu anderen Tätigkeitsstätten sind als Fahrten zu einer Auswärtstätigkeit zu sehen. Sie können in ihrer Summe als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abgesetzt werden oder steuerfrei vom Arbeitgeber zurückgezahlt werden. Ein Jobticket, welches in seinem Wert bei unter 44 Euro monatlich liegt, ist steuerfrei, wenn es unentgeltlich oder verbilligt vom Arbeitgeber überlassen wird.

Arbeitnehmer-Pauschbetrag

Solange die Werbungskosten im Jahr unter 1.000 Euro liegen, werden sie vom Finanzamt pauschal anerkannt. Darunter fallen zum Beispiel Arbeitskleidung oder Bewerbungskosten. Bei Werbungskosten über 1.000 Euro muss man allerdings alle Aufwendungen detailliert nachweisen können.

Azubis und Studenten

Die Kosten für die Erstausbildung beziehungsweise das Erststudium können in Höhe von bis zu 6.000 Euro geltend gemacht werden.

Betreuungskosten

Die Kinderbetreuungskosten von Kindern bis zu 14 Jahren können Eltern als Sonderausgaben geltend machen. Die Kosten für Tagesmütter etc. lassen sich pro Kind zu einem Drittel, beziehungsweise bis zu maximal 4.000 Euro jährlich absetzen und das ganz ohne einen Nachweis, ob der Grund für die Betreuung berufsbedingt ist oder nicht.

Gehaltserhöhungen und Prämien

Arbeitnehmer sollten sich ihre nächste Gehaltserhöhung nicht als Geldprämie, sondern als Zuschuss zu den Kinderbetreuungskosten gewähren lassen - denn dieser Aufwand wäre steuerfrei. Ansonsten könnte man sich die Prämie auch in Form eines Warengutscheins auszahlen lassen. Diese Sachprämie, die den Wert von 44 Euro monatlich nicht übersteigen sollte, wäre sowohl sozialversicherungs- als auch steuerfrei.

Zweitwohnsitz

Wer bisher einen doppelten Haushalt geführt hat - also in zwei Wohnungen Mieter ist und sich finanziell beteiligt - kann die entstehenden Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft absetzen, solange sie im Wert bei unter 1.000 Euro im Monat liegen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Nutzung des zweiten Haushalts beruflich bedingt ist und die Strecke zwischen der Zweitwohnung und der Tätigkeitsstätte mindestens halb so gering ist, wie die Entfernung zwischen der Hauptwohnung und der Tätigkeitsstätte. Deswegen genügt es meist nicht, ein Zimmer oder eine Wohnung bei den Eltern als Zweitwohnsitz anzugeben. Familienfahrten, also Fahrten vom Ort der ersten Tätigkeit zum Hausstand und zurück, können laut § 9 Abs. 1 Nr. 5 EStG nur einmal wöchentlich abgezogen werden.

Kontoführungsgebühren

In Höhe von 16 Euro können Kontoführungsgebühren pauschal abgesetzt werden.

Scheidung

Bei Ehen, welche gerichtlich geschieden werden, fallen die Anwalts- und Prozesskosten unter den Bereich "außergewöhnliche Belastungen" und können deshalb abgesetzt werden.

Man sollte für die Steuererklärung immer alles belegen können, denn bei Zweifeln prüft das Finanzamt die Angaben sofort. Auf bestimmte Sektionen hat das Finanzamt bereits seinen Fokus gelegt, da dort in der Steuererklärung besonders gerne geschummelt wird:

Fahrtkosten

Seinen Arbeitsweg fälschlicherweise zu verlängern oder mehr als die üblichen 220 Arbeitstage pro Jahr anzugeben ist wirklich nicht lohnenswert. Die tatsächliche Strecke zwischen der Arbeitsstätte und dem Zuhause kann das Finanzamt ganz einfach über einen Routenplaner herausfinden. Allerdings gibt es die Möglichkeit, sich Umwege anerkennen zu lassen, falls diese wegen Umbauten nötig sind oder der Weg verkehrsgünstiger beziehungsweise schneller ist.

Literaturquittungen

Im modernen Zeitalter kann das Finanzamt auch den Steuerzahlern, welche Fantasy-Bücher als Fachliteratur absetzen wollen, auf die Schliche kommen. Über die Buchnummer kann der Staatsbedienstete nämlich herausfinden, welches Buch man versucht abzusetzen. Sollte dieses Buch allerdings zur Hälfte beruflich genutzt werden, kann man die hierfür entstandenen Kosten in der Steuererklärung mit 50 Prozent ansetzen.

Arbeitszimmer

Kinder- oder Gästezimmer in der Steuererklärung kurzerhand als Arbeitszimmer zu deklarieren, kann leicht schiefgehen. Die Trennung zwischen Arbeits- und Wohnbereich muss klar erkennbar sein, wenn ein Arbeitszimmer abgesetzt werden soll - auch für das Finanzamt, sollte ein Beamter überraschend vor der Tür stehen.

Weiterbildung

Wenn das Finanzamt skeptisch bei einem angeblich selbst bezahlten Fortbildungsseminar ist, setzt es sich gerne mit dem Arbeitgeber in Verbindung. Da dieser sicher nicht für seinen Arbeitnehmer lügen würde, sollte man sich hier wirklich überlegen, eine Weiterbildung fälschlich abzusetzen.

Bei der Steuererklärung lässt sich vieles absetzen, an das die meisten gar nicht denken. Deswegen ist es wichtig, sich mit dem Thema Steuern zu befassen oder notfalls einen Steuerberater hinzuzuziehen. Letztendlich gewinnt man als Steuerzahler durch die Steuererklärung zumindest ein Gefühl für seine Finanzen und bekommt im Idealfall noch Geld zurück.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: filmfoto / Shutterstock.com, Gunnar Pippel / Shutterstock.com
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