Mais das neue Weizen?

Der Goldpreis stand am Freitag zunächst unter Druck, ...
weil der US-Dollar auf ein Monatshoch gestiegen ist, hat dann aber einen Teil seiner frühen Verluste wegen der schwachen US-Wachstumszahlen wieder ausgeglichen. In Anbetracht der historischen Dollar-Zyklen ist die Möglichkeit eines Dollarverfalls in 2011 nicht von der Hand zu weisen. In der Tat endeten bislang alle US-Dollar-Zyklen seit 1978 mit Zentralbankinterventionen, die entweder den US-Dollar gerettet oder ihn noch weiter geschwächt haben. Wenn der aktuelle Zyklus sich weiterhin ähnlich verhält, wie der Zyklus, der nach dem Zusammenbruch 1985 begann, ist mit einer anhaltenden Dollarschwäche bis Mitte nächsten Jahres zu rechnen. Da das US-Wachstum weiter enttäuscht, die Kerninflationsrate sinkt und somit die Fed den geldpolitischen Kurs bis August 2011 vermutlich nicht straffen wird, erwarten wir, dass das Zins- und Wechselkursumfeld Gold zu neuen Allzeithochs führen wird. Allerdings zählen eine plötzliche Wende bei den US-Wachstumsraten, eine ausgeprägte Verknappung der Geldmenge, eine kräftige Aufwertung des US-Dollars und ein starkes Wachstum des S&P500 zu bedeutenden Risiken für den Goldpreis. Ein solches Szenario könnte allerdings unwahrscheinlich sein.
Produkt im Fokus: db Physical Gold Euro Hedged ETC (A1EK0G)
Erdöl fiel auf ein Sechs-Wochen-Tief weil schwache Wirtschaftsdaten und gestiegene Lagerstände die Stimmung beeinflussten. Wir glauben, dass das nächste Highlight die Veröffentlichung des US-Einkaufsmanagerindex ISM Anfang September sein wird, weil dessen Entwicklung eng verbunden mit dem S&P500 ist und dieser im letzten Jahr den Ölpreis stark beeinflusst hat. Produkt im Fokus: db ETC Brent Crude Oil Euro Hedged ETC (A1AQGX1)
Industriemetalle sind im Gleichklang mit Öl leicht gefallen. Während es sein könnte, dass deflationäre Tendenzen in der westlichen Welt und verlangsamtes Wachstum in China den Preisanstieg begrenzen, glauben wir, dass die Preise gestützt werden, weil es scheinbar in keiner Region zu einer Reduktion der Lagerbestände kommt. Der Informationsdienst Metal Bulletin berichtete, dass die drei großen Eisenerz-Lieferanten ihre Lieferverträge mit einigen kleinen chinesischen Stahlwerken aufgrund der Komplikation von Preisfindungen auf Eis legten. Aus unserer Sicht hat dies zu verstärkten Käufen auf dem Spotmarkt geführt und war teilweise für den Preisanstieg des letzten Monats verantwortlich.
Wenn die amerikanische und australische Weizenproduktion nicht reduziert wird und es zu keinen weiteren Ausfuhrverboten kommt, könnte es sein, dass der Weizenpreis seinen Höhepunkt vorerst überschritten hat. In den letzten Wochen haben wir eine relative Outperformance von Mais gegenüber Weizen gesehen. Es könnte sein, dass sich dieser Trend fortsetzt, weil der Einbruch der russischen Weizenproduktion durch Zuwächse in den USA und Australien ausgeglichen wird und die Maisimporte in China und Russland vermutlich ansteigen werden.
Anlagen in Rohstoffe können auf verschiedene Weisen erfolgen. Klassischerweise wurden Rohstoffaktien erworben oder tatsächlich die einzelnen Rohstoffe selber. Zertifikate stellten lange Zeit die einzige Möglichkeit da effizient möglichst nahe an einzelnen Rohstoffpreisen zu partizipieren. Exchange Traded Commodities (ETC) verbinden die Vorteile einer physischen Hinterlegung sowie des Börsenhandels zu geffizienten Kosten.
Die in diesem Dokument enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen. Der maßgebliche Prospekt für die genannten Wertpapiere kann unter www.etc.db.de heruntergeladen oder bei der Deutsche Bank AG, db ETC, Große Gallusstraße 10-14, 60311 Frankfurt, kostenfrei angefordert werden.
Philip Knüppel ist im Product Management der db ETC – der Exchange Traded Commdodity (ETC) Plattform der Deutschen Bank AG. Vor seinem Einstieg in das db ETC Team war er bei der ABN AMRO Bank im Bereich Strukturierte Produkte und dort zuständig für Index Produkte auf Rohstoffe, Aktien und Währungen.
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.