So fängt man die SAP-Aktie auf
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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Jahr 2025 ihre Zinsen weiter gesenkt und mittlerweile sind Tagesgeldkonten wie jenes bei der DKB wieder auf kümmerliche ein Prozent gesunken oder wurden bei vielen anderen Banken gleich ganz auf null gesetzt. Alternativen sind defensive Anlagezertifikate wie Discount- oder Bonus-Zertifikate.
Nun lassen sich mit klassischen ETF-Investments keine konkreten Renditen, sprich Zinsen anpeilen. Ein ETF auf den DAX, EuroStoxx50 oder die Nasdaq steigt oder fällt genauso wie es eben der Index tut. Viele Zinsjäger hätten aber gern Möglichkeiten und Produkte, mit denen sich Renditen in einem breiten Korridor anpeilen lassen. Bestens geeignet sind dafür sogenannte Bonus-Zertifikate. Wer die Funktionsweise sehr ausführlich nachlesen möchte, kann dies bei Emittenten wie Societe Generale, BNP Paribas oder DZ Bank in aller Tiefe tun.
Doch Bonuspapiere lassen sich auch in ein paar Sätzen erläutern. Anleger kaufen dabei ein Produkt - oft mit einem Cap - mit dem sich ordentliche Seitwärtsrenditen erzielen lassen, ganz egal ob der Basiswert wie DAX oder EuroStoxx steigen oder eben für eine bestimmte Laufzeit seitwärts laufen. Bis zu einem bestimmten Maß dürfen die Basiswerte sogar fallen und es gibt trotzdem noch eine entsprechende Rendite. Wählt man zudem konservativ ein Papier ohne Aufgeld - sprich nicht teurer als der Basiswert - dann liegt man im Risikoprofil zum Teil deutlich unterhalb des ETF.
Attraktives Beispiel
Schauen wir uns ein Bonuspapier konkret an: FD0E7G lautet die Wertpapierkennnummer. Das Bonuspapier der Societe Generale kostet rund 244 Euro also ziemlich so viel wie der DAX, der bei rund 24.500 Punkten notiert. Man spricht von einem Papier ohne Aufgeld, in diesem Fall hat das Papier sogar ein leichtes Abgeld. Dafür aber wirft das Bonus-Zertifikat sieben Prozent Rendite jährlich ab und zwar in jedem Fall, wenn der DAX bis Dezember 2026 immer oberhalb von 18.300 Punkten notiert. Dieser Puffer von 25 Prozent ist der Sicherheitspuffer. Und was passiert, wenn es für den DAX mal tiefer gehen sollte? Dann gibt es übertragen gesprochen den Stand des DAX am Laufzeitende in Euro zurück. Würde der DAX zum Beispiel am Laufzeitende im Dezember 2026 bei 22.900 notieren, gäbe dies eine Rückzahlung von 229 Euro. Das spannende am Bonus ist aber, dass die sieben Prozent immer erreicht werden, auch wenn der DAX beispielsweise per Saldo auf der Stelle tritt oder sogar, falls er einen Verlust zwischen null und 24 Prozent zeigen würde. Bonuspapiere auf den DAX mit guter Seitwärtsrendite aber eben auch ordentlichem Puffer nach unten eignen sich vor allem für Anlegerinnen, die sich bewusst sind und glauben, dass der DAX nach oben nicht allzu viel Luft hat. "65 Prozent des Indexgewichts ruhen auf nur zehn Mitgliedern", zeigt Thomas Soltau vom Smartbroker auf. Der DAX spiegelt also nicht die Breite der deutschen Wirtschaft wider, sondern konzentriert sich wie viele Indizes auf wenige Schwergewichte - und diese senden derzeit widersprüchliche Signale.
SAP zieht DAX mit
An erster Stelle rangiert SAP. Das Softwarehaus verkörpert die KI-Unsicherheit in Europa: Seit dem Hoch im März verlor die Aktie knapp 40 Prozent und notiert seit Jahresbeginn per Saldo im Minus. Die zentrale Frage der Investoren: Werden KI-Tools traditionelle, teuer lizenzierte Software überflüssig machen? Die Korrektur spiegelt diese Sorgen wider, auch wenn der Kurs immer noch rund 130 Prozent über dem Tief Ende 2022 liegt.
Während SAP schwach aufgenommene Quartalszahlen in dieser Woche präsentierte und mit Zukunftsängsten kämpft, richten andere Schwergewichte den Blick auf die geopolitische Lage. Siemens (zehn Prozent Gewichtung), Allianz und Airbus spielen weiterhin eine maßgebliche Rolle für die Indexentwicklung. Airbus profitiert von der Stärke seiner Militärsparte, Rheinmetall noch deutlicher - zumindest solange die geopolitische Unsicherheit anhält. Fortschritte in einem möglichen Friedensprozess im Ukraine-Krieg wirken sofort dämpfend: "Mit minus elf Prozent war Rheinmetall im November der größte DAX-Verlierer unter den Top-10", so Experte Soltau.
Die Monatsbilanz zeigte damals ohnehin nur fünf Gewinner - ein überschaubares Feld. Seit Jahresbeginn existieren im DAX inzwischen rund 20 Gewinner mit 7 Werten, die zweistellig im Plus liegen. Beim Blick auf die bisherigen Jahresverlierer wie etwa SAP (-17,6 Prozent) zeigen sich aktuell bei den Bonus-Zertifikaten attraktive Konditionen. Anleger, die auf eine Stabilisierung dieser angeschlagenen Titel setzen möchten, können daher auch generell Bonus-Zertifikate in Erwägung ziehen. Die Konditionen sind mitunter sogar noch besser als beim DAX - aber auch das Risiko etwas höher.
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