finanzen.net
22.06.2020 05:28

Wirecard-Milliarden sind angeblich nicht auf den Philippinen - Gläubigerbanken geben Hoffnung

1,9 Milliarden fehlen: Wirecard-Milliarden sind angeblich nicht auf den Philippinen - Gläubigerbanken geben Hoffnung | Nachricht | finanzen.net
1,9 Milliarden fehlen
Folgen
Der Krimi um die verschwundenen Wirecard-Milliarden geht weiter.
Werbung
Die in der Bilanz des Zahlungsabwicklers Wirecard fehlenden 1,9 Milliarden Euro sollen sich nach Aussage der philippinischen Zentralbank nicht in dem asiatischen Land befinden. "Der erste Bericht besagt, dass kein Geld auf die Philippinen gelangt ist", sagte Benjamin Diokno, Präsident der Bangko Sentral ng Pilipinas, laut Reuters und der philippinischen Tageszeitung Philippine Star Global über den Messaging-Dienst Viper zu Journalisten. Er betonte, die Zentralbank untersuche den Fall weiter. Wirecard war am Sonntagmittag für eine Stellungnahme in der Sache nicht erreichbar.

Zwei Banken auf den Philippinen, die eigentlich die 1,9 Milliarden Euro für Wirecard halten sollten, haben das Geld nach eigenen Angaben vom Freitag nicht und hatten es auch nie. Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young hatten Wirecard am Donnerstag das Testat für den Jahresabschluss 2019 verweigert, weil Belege für Treuhandgelder in dieser genannten Höhe fehlten. Verdächtig kamen den Prüfern Briefe vor, die vorgaben, die Existenz der Konten und die entsprechenden Summen zu bestätigen. Die beiden philippinischen Banken bezeichneten diese Briefe jedoch als Fälschungen.

"Das Dokument, das die Existenz eines Wirecard-Kontos bei BDO behauptet, ist ein gefälschtes Dokument und ist mit gefälschten Unterschriften von Managern der Bank versehen", sagte ein BDO-Sprecher. Die Bank hat die Angelegenheit an die philippinische Zentralbank gemeldet. Die Bank of the Philippine Islands sagte in einer Stellungnahme: "Wirecard ist kein Kunde. Ihr Wirtschaftsprüfer hat uns ein Dokument präsentiert, das behauptet, sie seien Kunden von uns. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass das Dokument falsch ist."

Bei den fehlenden 1,9 Milliarden Euro sollte es sich um Sicherheitsleistungen handeln, die von Wirecard-Töchtern auf Treuhandkonten eingezahlt wurden, um für das Risikomanagement für teilnehmende Händler am Wirecard-Zahlungssystem zu garantieren. Der Treuhänder wurde 2019 mandatiert.

Nach dem Betrugsvorwürfen gegen Wirecard ist Vorstandschef Markus Braun nicht mehr zu halten gewesen. Der CEO, der mit einem Anteil von 7 Prozent gleichzeitig größter Einzelaktionär der Wirecard AG ist, ist nach Konzernangaben am Freitag im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung zurückgetreten.

Wirecard kann wohl auf Hilfe der Gläubigerbanken hoffen

Die Gläubigerbanken von Wirecard wollen den von einem Bilanzskandal erschütterten DAX-Konzern zumindest kurzfristig offenbar nicht fallen lassen. "Keiner hat ein Interesse daran, den Kredit zu kündigen", schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf die beteiligten Geldhäuser. "Alle wollen jetzt das Ding kurzfristig stabilisieren." Aus dem Umfeld von Wirecard hieß es, der schwer in Bedrängnis geratene Konzern benötige einen "Vertrauensvorschuss" der Banken. Man hoffe auf eine Einigung bis Ende kommender Woche. Am Sonntagnachmittag war von Wirecard keine Stellungnahme in der Sache erhältlich.

Befürchtungen gibt es allerdings, dass viele Kunden von Wirecard dem Zahlungsdienstleister aus Aschheim bei München rasch den Rücken kehren könnten. Auf diese Gefahr hat auch die Ratingagentur Moody´s hingewiesen und in der Nacht zum Samstag ihre Bonitätsnote für das Unternehmen auf Ramschniveau gesenkt. Ein Konsortium von 15 Gläubigerbanken könnte einen Kredit an Wirecard über 1,75 Milliarden Euro jederzeit kündigen, weil das Unternehmen seinen Jahresabschluss nicht rechtzeitig veröffentlicht und damit Vertragsklauseln verletzt hat.

FRANKFURT (Dow Jones)

Bildquellen: Pavel Kapysh / Shutterstock.com

Nachrichten zu Wirecard AG

  • Relevant
    4
  • Alle
    7
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Wirecard AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
26.06.2020Wirecard VerkaufenIndependent Research GmbH
25.06.2020Wirecard VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
22.06.2020Wirecard VerkaufenIndependent Research GmbH
19.06.2020Wirecard ReduceOddo BHF
18.06.2020Wirecard VerkaufenIndependent Research GmbH
26.05.2020Wirecard buyBaader Bank
15.05.2020Wirecard kaufenIndependent Research GmbH
14.05.2020Wirecard buyBaader Bank
11.05.2020Wirecard buyBaader Bank
07.05.2020Wirecard buyBaader Bank
18.06.2020Wirecard Equal-WeightMorgan Stanley
08.06.2020Wirecard NeutralOddo BHF
08.06.2020Wirecard NeutralUBS AG
02.06.2020Wirecard NeutralUBS AG
26.05.2020Wirecard HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
26.06.2020Wirecard VerkaufenIndependent Research GmbH
25.06.2020Wirecard VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
22.06.2020Wirecard VerkaufenIndependent Research GmbH
19.06.2020Wirecard ReduceOddo BHF
18.06.2020Wirecard VerkaufenIndependent Research GmbH

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Wirecard AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!
Werbung

Heute im Fokus

DAX schwächer -- Corona-Krise trifft VW-Finanzsparte -- EVOTEC bestätigt Gewinnprognose -- E.ON senkt Prognose -- Bechtle, Just Eat Takeaway, LEONI im Fokus

Mehr Umsatz, weniger Gewinn: Allianz Deutschland übersteht Corona mit Blessuren. Liberty kauft Sunrise Communications - freenet dient Aktien an. pbb erwartet trotz Gewinneinbruch solides Ergebnis für 2020. GEA verdient trotz gesunkenem Umsatz mehr. SAP-Chef Klein kündigt Geschlechter-Parität bis 2030 an. Bechtle verdient im zweiten Quartal überraschend viel. Talanx wagt nach Gewinneinbruch keine neue Prognose für 2020. Talfahrt von Corestate-Aktie geht weiter.

Umfrage

Haben Sie Verständnis für die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
BioNTech SE (spons. ADRs)A2PSR2
NEL ASAA0B733
Daimler AG710000
TeslaA1CX3T
Apple Inc.865985
Deutsche Bank AG514000
Ballard Power Inc.A0RENB
BayerBAY001
TUITUAG00
Lufthansa AG823212
NikolaA2P4A9
Wirecard AG747206
Amazon906866
Plug Power Inc.A1JA81
Airbus SE (ex EADS)938914