20.05.2021 09:08

Nach Spekulationen um Börsengang: Oatly vor IPO - Milliardenbewertung

"Wow no Cow": Nach Spekulationen um Börsengang: Oatly vor IPO - Milliardenbewertung | Nachricht | finanzen.net
"Wow no Cow"
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Unternehmen, die auf pflanzenbasierte Nahrungsmittel setzen, liegen derzeit im Trend. Auch an der Börse kommt dieser gut an, jedoch gibt es bislang nur wenige börsennotierte Unternehmen mit diesem Geschäftsmodell. Mit Oatly springt noch in dieser Woche ein weiterer Kandidat aufs Börsenparkett.
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• Der Milchalternativen-Hersteller geht am 20. Mai 2021 an die Börse
• Blackstone, Oprah Winfrey and Natalie Portman sind prominente Unterstützer
• Morgan Stanley wurde engagiert



Oatly - ein kurzes Konzernprofil

Oatly ist ein schwedisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung von Milchersatzprodukten ohne Soja spezialisiert hat. Bekannt sind besonders die Hafergetränke, die sich mit dem Slogan "Wow no cow" zieren, aber auch vegane Alternativen für Joghurts, Frischkäse und Eis gehören zur Produktpalette der Schweden.

Rickard Öste und Skånska Lantmännen riefen 1994 Ceba Foods AB ins Leben, 2001 kam die Einführung der Marke Oatly, nach der - weitere fünf Jahre später - das Unternehmen umbenannt wurde. Heute befindet sich der Hauptsitz in Malmö im Süden Schwedens. Inzwischen füllen die pflanzenbasierten Produkte von Oatly die Ladenregale in mehr als 20 Ländern in Europa und Asien.

Oatly blickt auf prominente Unterstützer

In einer Finanzierungsrunde im Juli sicherte sich Oatly 200 Millionen US-Dollar Kapital und wurde so mit zwei Milliarden US-Dollar bewertet. Zu den Eigentümern gehören neben den Gründern und einigen anderen Verlinvest, China Resources und Blackstone. Prominente Unterstützung hat Oatly bereits. Unter anderem auch von Oprah Winfrey und Natalie Portman.

Der Anteilsverkauf an Blackstone rief mitunter Kritik empor, da die Investmentgesellschaft auch in Unternehmen investiert sein soll, denen Umweltzerstörung vorgeworfen werde. Oatly schreibt jedoch selbst auf seiner Webseite, es identifiziere sich mit den Punkten Gesundheit und Nachhaltigkeit. Der schwedische Konzern startete beispielsweise 2019 in Deutschland eine Petition, die die Kennzeichnung von in Deutschland vertriebenen Lebensmittel mit deren CO2-Fußabdruck erwirken sollte.

Veggie-Aktien an der Börse eine Rarität

Nachdem Beyond Meat mit offenen Armen an der Börse empfangen wurde, lässt sich vermuten, dass der Weg an den Aktienmarkt für weitere auf pflanzenbasierte Nahrung spezialisierte Firmen vorgegeben worden ist. Noch hat Beyond Meat den Status als einziges börsennotiertes Unternehmen mit reinem Veggie-Sortiment inne. Doch auch der direkte Konkurrent Impossible Foods könnte an die Börse folgen. Oatly kommt Impossible Foods nun zuvor.

Die Schweden sind nach dem IPO das zweite Unternehmen an der Börse, das sich auf pflanzenbasierte Produkte fokussiert, aber das erste an der Börse, das Milchalternativen produziert.

Monatelange Gerüchte zum Börsengang von Oatly

Bereits im September 2020 kursierten erste Spekulationen um mögliche Oatly-Börsenpläne. Zu diesem Zeitpunkt schmetterte Kommunikationsmanagerin Linda Nordgen die Gerüchte als das ab, was sie gewesen sein sollen: "Einfach Gerüchte", äußerte sie gegenüber der Seite vegconomist. Doch im Januar des neuen Jahres keimten diese Gerüchte wiederum erneut auf, als CNBC - gestützt auf interne Quellen - über einen möglichen Börsengang 2021 berichtete.

Als Havre Global AB, die Muttergesellschaft von Oatly, das Formular F-1 vertraulich bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) einreichte, mit dem der Weg für einen möglichen Sprung aufs Börsenparkett geebnet wurde, wurden die Börsenpläne allerdings konkret.

IPO nach Umsatzsteigerung beantragt

Oatly selbst beantragte bei der US-Börsenaufsicht SEC ein IPO, um Aktien an der Börse zugänglich zu machen. Aus dem eingereichten Formular gehen etliche Daten hervor, die für Investoren relevant sein dürften: Im Jahr 2020 steigerte sich der Umsatz auf 421 Millionen US-Dollar im Vergleich zu 204 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Mit dem Umsatz stieg jedoch auch der Verlust. Während 2019 noch 36 Millionen US-Dollar Verlust zu Buche standen, waren es 2020 60 Millionen US-Dollar.

Morgan Stanley, JPMorgan und die Credit Suisse leiten den Börsengang, der Oatly-Aktien an die NASDAQ bringen soll. Weitere Details wurden vor wenigen Tagen bekannt: Der Ausgabepreis liegt mit 17 US-Dollar am oberen Ende der zuvor festgelegten Preisspanne (15-17 US-Dollar), 32 Millionen US-Hinterlegungsscheine (ADS) werden von Investoren an die Börse gebracht, hinzu sollen 64 Millionen Papiere von Oatly selbst kommen, die aus einer Kapitalerhöhung stammen. Damit würde die Unternehmensbewertung zum Zeitpunkt des Börsengangs bis auf 10 Milliarden US-Dollar steigen.

Umfangreiche Expansionspläne

Dabei sind es - neben der zuletzt deutlich stärkeren Nachfrage nach pflanzenbasierten Lebensmitteln - insbesondere auch die Expansionspläne von Oatly, die die Bewertung in die Höhe treiben könnten. Die Schweden nehmen neben dem US-Markt auch den Markteintritt in China ins Visier. Außerdem dürfte auch die exklusive Kooperation mit der Kaffeehauskette Starbucks eine gute Voraussetzung sein - Starbucks hat den Verkauf der Oatly-Produkte über seine 15.000 Cafés in den USA ausgeweitet.

Ebenso bleiben die weiteren Unternehmensziele ambitioniert: Auch für 2021 peilt der Konzern wohl eine Umsatzverdopplung auf bis zu 800 Millionen US-Dollar an.

Theresa Holz / Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Oatly, Maddie Red / Shutterstock.com

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