finanzen.net
19.02.2018 14:05
Bewerten
(8)

Investment-Manager: Der Aktienmarkt ist völlig verrückt - so sah es 2008 auch aus

Investment-Manager: Der Aktienmarkt ist völlig verrückt - so sah es 2008 auch aus | Nachricht | finanzen.net
DRUCKEN
Der Mini-Crash scheint schon vergessen: Marktteilnehmer decken sich wieder fleißig mit Aktien ein. Dabei ist die Crash-Gefahr alles andere als gebannt, warnt ein Investment-Manager.
Peter Toogood, Investmentmanager, sieht die Gefahr, dass der Bullenmarkt ein Ende finden könnte, noch nicht gebannt. Der Markt sei verrückt, dies sei "sehr ähnlich" wie 2008, so der Experte gegenüber CNBC. In diesem Jahr hatte ein Börsenbeben die internationalen Finanzmärkte erschüttert, ausgelöst durch die Hypothekenkrise in den USA, die sich zu einer weltweiten Finanzkrise entwickelt hatte.

Experte beunruhigt

Die Aktienmärkte sähen derzeit nicht gesund aus, so Toogood im Interview. Die Tatsache, dass viele Anleger auch nach dem jüngsten Ausverkauf noch immer Aktien kaufen, halte er für ein "beunruhigendes Zeichen", schließlich werde allgemeinhin davon ausgegangen, dass die Zentralbanken zu einer strafferen Geldpolitik übergehen.

Er selber würde aktuell eher keine Aktien kaufen, so der Investmentmanger, der mit seiner Firma Embark Group rund 15,3 Milliarden US-Dollar an Kundenvermögen verwaltet, weiter. Den jüngsten Rückschlag als gesunde Korrektur einzustufen, könne er nur akzeptieren, "wenn nicht bereits alle am Markt investiert wären. Jeder ist dabei, also wer ist der Käufer? Das erinnert mich schon sehr an 2007-2008, das Muster ist ähnlich", so Toogood. Auch vor elf Jahren hatten die Indizes immer neue Höchststände markiert, trotz einiger Warnzeichen am Markt hatten Anleger unbeeindruckt weiter Aktien gekauft und die Märkte immer weiter nach oben getrieben.

Aktienrally geht weiter

2018 zeigt sich an vielen Börsen ein ähnliches Bild: Nicht nur in den USA sondern weltweit haben die Aktienmärkte die Folgen der jüngsten Kursrückschläge bereits abgeschüttelt. "Die Märkte außerhalb der USA befinden sich weiterhin auf sehr hohen Niveaus, das halte ich für sehr, sehr bedeutend. Ich denke immer noch, dass der Bärenmarkt kommt, schon allein wegen der hohen Bewertungen. Ich denke, dieser Markt ist verrückt", erklärt der Experte.

Auch andere Experten warten auf den Crash

Toogood ist nicht der einzige prominente Marktteilnehmer, der mit einem deutlichen Rückgang der Indexniveaus rechnet. Auch Nader Naeimi, Fondsmanager bei AMP Capital Investors, sieht die aktuelle Marktlage nur als kurze Verschnaufpause, die einem Ausverkauf am Markt üblicherweise folgt, bevor es schließlich noch deutlicher abwärts geht.

Vor dem Hintergrund, dass es Verdachtsmomente gibt, dass der Kursrutsch der Vorwoche von Spekulanten ausgelöst wurde, die auf zweifelhafte Wettprodukte gesetzt haben, gewinnt dies besondere Brisanz. Denn offenbar hatten Spekulanten zuletzt immer mehr Geld darauf gesetzt, dass es an den Finanzmärkten so langweilig bleibt wie es ist und dabei Finanzprodukte benutzt, deren Wert sich an der Entwicklung des sogenannten VIX-Indikators orientiert. Dieser gibt das Ausmaß der Schwankungen am US-Aktienmarkt wieder und war vor dem Crash historisch niedrig. Spekulanten verdienen Geld, wenn dieser Wert niedrig bleibt. Doch die ersten Abwärtstendenzen zwangen Anleger dazu, sich mit Futures gegen Steigungen des VIX abzusichern - mit der Folge, dass der Volatilitätsindex weiter anzog und die Märkte innerhalb kurzer Zeit in die Knie zwang.

Anleger dürften bei den jüngsten Enthüllungen über den Grund für den Aktiencrash hellhörig werden. Denn 2008 waren weit verbreitete toxische Hypothekenpapiere einer der Auslöser für den Marktcrash. Nun könnten es Finanzprodukte auf den VIX sein - wie weit diese verteilt sind, ist unklar.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: 3000ad / Shutterstock.com, Rawpixel.com / Shutterstock.com

So rockt ein wikifolio-Trader die Börse

Über 150 % Kurszuwachs. Simon Weishar ist einer der erfolgreichsten wikifolio-Trader. Warum sein Depot durch die Decke geht, erklärt er ab 18 Uhr im Online-Seminar am Donnerstag Abend.
Jetzt kostenlos anmelden!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX stabil -- Asiens Börsen leichter -- Rocket Internet will Aktien zurückkaufen -- TOM TAILOR kappt Prognose -- Nestlé stellt Skin Care-Geschäft ins Schaufenster -- Alibaba, VW im Fokus

METRO-Chef Olaf Koch: 'Wir sind ins Visier von Spekulanten geraten'. IPO: Aston Martin will bei Bewertung bis zu fünf Milliarden Pfund erreichen. Schaeffler bestätigt auch Ausblick für 2020. Telecom Italia prüft wohl Ausbau des Brasilien-Geschäfts durch Übernahme. China will wohl Einfuhrzölle weiter senken.

Umfrage

Die Parteien in Deutschland streiten sich um einen möglichen Militäreinsatz in Syrien. Was halten Sie davon?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Apple Inc.865985
TeslaA1CX3T
AMD (Advanced Micro Devices) Inc.863186
Facebook Inc.A1JWVX
Alphabet A (ex Google)A14Y6F
Netflix Inc.552484
Aurora Cannabis IncA12GS7
Deutsche Bank AG514000
Intel Corp.855681
EVOTEC AG566480
TwitterA1W6XZ
GoProA1XE7G
Steinhoff International N.V.A14XB9
Amazon906866
Daimler AG710000