Aufstand gegen Rechtspopulist Wilders - Fraktion bricht auseinander

20.01.26 15:23 Uhr

DEN HAAG (dpa-AFX) - Nach heftiger interner Kritik am radikal-rechten Populisten Geert Wilders ist seine Fraktion auseinandergebrochen. Sieben Abgeordnete traten aus der Fraktion der Wilders-Partei für die Freiheit (PVV) aus und wollen im Parlament eine eigene Fraktion bilden. Sie hatten zuvor ungewöhnlich harte Kritik am Kurs von Wilders (62) geübt.

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Die radikal-rechte PVV hatte bei der Parlamentswahl im Oktober starke Verluste erlitten. Sie war mit 26 der 150 Sitze zweitstärkste Kraft geworden.

"Schwarzer Tag" für Wilders

Wilders war nach eigenen Worten völlig überrascht von dem Aufstand. "Das ist ein schwarzer Tag für die PVV", sagte er im Radio.

Die Kritiker hatten sofortige Kursänderungen der PVV gefordert. Sie wollten mit anderen Parteien zusammenarbeiten und auch den Wahlverlust evaluieren.

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Außerdem verlangten sie mehr Demokratie in der Partei. Bisher ist Geert Wilders einziges Mitglied. Das bedrohe den Fortbestand der Partei, heißt es in einem von niederländischen Medien veröffentlichen Dokument. "Die Kontinuität der Fraktion und die Bedürfnisse der Wähler dürfen nicht von den Entscheidungen eines einzigen PVV-Mitglieds abhängen".

20 Jahre im Parlament

Die PVV ist seit 2006 in der Zweiten Kammer des Parlaments vertreten. Schon mehrfach hatten Abgeordnete die Fraktion im Streit verlassen, aber noch nie so viele auf einmal.

2023 hatte die Anti-Islam-Partei ihr bisher bestes Wahlergebnis erzielt mit 37 der 150 Sitze. Die PVV war mit Abstand stärkste Kraft geworden und beteiligte sich an der Regierung. Doch nach nur elf Monaten hatte Wilders den Bruch des Vierparteienbündnisses forciert.

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Bei der folgenden Wahl wurde dann knapp die linksliberale D66 stärkste Kraft. Sie verhandelt zurzeit mit den Christdemokraten und Rechtsliberalen über die Bildung einer Minderheitsregierung./xx/DP/he