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05.02.2019 22:07
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Schlechte Finanzbildung: Deutsche sind Aktienmuffel

AXA-Studie: Schlechte Finanzbildung: Deutsche sind Aktienmuffel | Nachricht | finanzen.net
AXA-Studie
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Eine repräsentative Umfrage von AXA Deutschland, welche sich auf 2.083 Online-Interviews zum Thema Geldanlage und Börse beruft, kommt zu einem erschreckenden Ergebnis über das Anlageverhalten der Deutschen.
In einer repräsentativen Umfrage zum Thema "Anlageverhalten der Deutschen 2018/2019" kam der französische Versicherungskonzern AXA zu einem alarmierenden Ergebnis. Die Studie, welche sich mit Themen wie Geldentwertung, Rendite-Erwartung und Anlagedauer beschäftigte, zeigt deutlich, dass es in Deutschland beim Thema Geldanlage sehr generationsspezifische Unterschiede gibt.

Das Potenzial der Börse wird massiv unterschätzt

Mit einer optimalen Anlagedauer von durchschnittlich nur 28 Monaten unterschätzt die Mehrheit der befragten Deutschen beispielsweise das langfristige Potenzial der Börse. Gerade einmal 18 Prozent der interviewten Personen erachteten einen Analagehorizont von mehr als zehn Jahren für sinnvoll. Auf die Frage "Über welchen Zeitraum halten Sie eine Geldanlage der Börse für am besten geeignet?" antwortete der Durchschnitt der 18- bis 24-Jährigen mit gerade einmal 1,7 Jahren, also rund 20 Monate. Da der Durchschnitt der über 55-Jährigen mit 2,7 Jahren geantwortet hat, erachten auch die Älteren eher einen kurzfristigen Anlagehorizont für sinnvoll.

Spekulation statt Altersvorsorge

Des Weiteren halten vier von zehn Befragten eine Investition in Aktien mit einem Anlagezeitraum von unter einem Jahr für geeignet. "Kurzfristig an der Börse zu spekulieren, wird als interessant empfunden. Gerade aber für die angehende nächste Rentner-Generation sind langfristige Anlagen am Kapitalmarkt entscheidend, damit sie im Ruhestand - neben der gesetzlichen Rente - auskömmliche Einkünfte haben", so Thilo Schumacher, Vorstand im Bereich der Personenversicherungen bei AXA.

Die "verlorene Generation"

Doch gerade die Generation der sogenannten "Babyboomer", also die heute 50- bis 64-Jährigen, zählen zu den größten Börsen-Gegnern. Keine andere Altersgruppe sieht die Kapitalmärkte so kritisch wie diese zukünftige Rentnergeneration. "Die Babyboomer als angehende nächste Rentnergeneration drohen damit zu einer 'verlorenen Börsengeneration' zu werden", so Schumacher weiter.

Viele Babyboomer sind Börsen-Gegner

Während 58 Prozent aller Befragten der Aussage "Geldanlage an der Börse ist nur was für Experten" zustimmten, waren es bei den 50- bis 64- Jährigen schon 65 Prozent. Auch der Aussage "Geldanlage an der Börse bedeutet unkontrollierbare Risiken" stimmten unter den "Babyboomern" 61 Prozent zu, während es in der Grundgesamtheit nur 56 Prozent waren.

Hohes Vermögen und trotzdem keine Ahnung

Trotz des höheren Lebensalters, der größeren Erfahrung und des höheren Vermögens zeigt sich die ältere Generation beim Thema Geldanlage und Börse gegenüber der jüngeren Bevölkerung kaum besser informiert. "Die 50- bis 64-Jährigen besitzen in Deutschland den weitaus größten Teil aller Spareinlagen. Ihr geringes Börsen-Interesse kann daher auch erklären, warum es in Deutschland, verglichen mit anderen Ländern, so wenig Aktienbesitz gibt", so der Experte in Bezug auf die niedrige Aktionärsquote in der Bundesrepublik.

Aktionäre mit Wissensvorsprung

Die AXA-Studie konnte jedoch nicht nur Wissenslücken im Bereich der Anlagedauer feststellen, auch beim Thema Inflation gibt es in der deutschen Bevölkerung einen ordentlichen Nachholbedarf. Mehr als die Hälfte der Deutschen können die Geldentwertung nicht einschätzen. Auf die Frage "Wissen Sie, wie hoch die aktuelle Inflationsrate ist?" antworteten 74 Prozent der 18- bis 24- Jährigen mit "Weiß nicht". Während der Bundesschnitt bei einem "Weiß nicht"-Anteil von 55 Prozent lag, waren es unter den befragten Aktienbesitzern nur noch 29 Prozent.

Die Kraft der Inflation

"Ein Euro schmilzt schon bei einer Inflationsrate von nur zwei Prozent auf gut die Hälfte seiner heutigen Kaufkraft in 30 Jahren ab. Wer bei seiner Vorsorgeplanung nicht beachtet, dass ein heutiger Euro dann nur noch 55 Cent wert ist, riskiert eine gefährliche Deckungslücke im Alter", so der Vorstandschef der AXA-Personenversicherungen.

Nur 14 Prozent haben realistische Rendite-Erwartungen

Auch beim Thema Rendite-Erwartung an der Börse haben die meisten Deutschen keine klare Vorstellung. Auf die Frage "Welche jährlichen Ertrag erwarten Sie bzw. würden Sie erwarten bei einer Anlage von Geld für 5 Jahre?" antworteten 56 Prozent mit "weiß nicht". Lediglich 14 Prozent der Befragten schätzen ihre Renditechance an der Börse auf realistische fünf bis sieben Prozent.

Die Deutschen sind wahre Aktienmuffel

Die Ergebnisse der AXA-Studie stellen die Deutschen beim Thema Finanzbildung in kein gutes Licht. Bei einer derartigen Ahnungslosigkeit verwundert es auch kaum, dass die Anzahl der direkten Aktionäre in Deutschland bei lediglich rund fünf Millionen Menschen liegt. Bei einer Gesamteinwohnerzahl von über 82 Millionen Bürgern entspricht dies einer direkten Aktionsquote von gerade einmal sechs Prozent.

Pierre Bonnet / finanzen.net

Bildquellen: esfera / Shutterstock.com, Ismagilov / Shutterstock.com

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