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19.06.2021 10:01

Steile Börsen-Karriere: Was die Nagarro-Aktie antreibt

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Die Ausgründung von Allgeier steigt zum 21. Juni in den SDAX auf. Der Softwarehersteller hat sich auf unternehmenskritische Prozesse spezialisiert. Die gute Kursentwicklung könnte sich fortsetzen.
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von Ralf Witzler, Euro am Sonntag

Es sind bewegte Zeiten für das Softwarehaus Nagarro. Die Börsenpremiere des Spin-offs des IT-Dienstleisters Allgeier liegt erst rund ein halbes Jahr zurück. Und soeben gab es die Nachricht von der Deutschen Börse, dass der Aufstieg in den Nebenwerteindex SDAX zum 21. Juni klappt.

Das Unternehmen hat eine deutlich längere Historie, als es der Börsengang nahelegt. Nagarro wurde bereits 1996 in den USA gegründet. 2011 erfolgte die Übernahme durch Allgeier, die das Geschäft mit kundenspezifisch entwickelter Software ausbauen wollten. Damals erwirtschaftete Nagarro einen Jahresumsatz zwischen 15 und 25 Millionen Euro. Im vergangenen Geschäftsjahr lag er bei 430 Millionen. Mittlerweile beschäftigt Nagarro etwa 10.000 Mitarbeiter an mehr als 50 Standorten, ohne wirkliche Firmenzentrale. Der Großteil der Belegschaft, etwa 8.000, sind Software-Entwickler, eine zunehmend gefragte Spezies auf dem Arbeitsmarkt.

Talentierte Software-Spezialisten rekrutiert Nagarro in vielen Ländern, sie arbeiten dann auch vor Ort, denn die Entwicklung ist dezentral organisiert. Fast 70 Prozent der Mitarbeiter kommen aus Indien, weitere knapp zehn Prozent aus Rumänien, gut sieben Prozent aus China. Angestellte aus den Hochlohnländern Deutschland, den USA und Österreich machen zusammen genommen etwa zwölf Prozent aus. Im Ergebnis führt das zu überschaubaren durchschnittlichen Personalkosten von jeweils rund 30.000 Euro im Jahr.

Engpass Arbeitsmarkt

Allerdings sieht das Unternehmen im knappen Arbeitsmarkt eine Herausforderung, die auch das Wachstum dämpft und zumindest kurzfristig die Rentabilität unter Druck setzt.

Die Kunden kommen zum überwiegenden Teil aus Ländern mit hohem Preisniveau. In Nordamerika macht Nagarro gut ein Drittel seines Umsatzes, ein weiteres gutes Drittel erzielt das Unternehmen in Zentraleuropa. Das bedeutet neben vergleichsweise günstigen Personal- auch entsprechende Entwicklungs- und Produktionskosten für Produkte auf solventen Märkten.

Das stützt die Margen. So lag die Ebitda-Marge 2020 bei fast 18 Prozent. Nagarro bietet zudem wenig margenschwächere Lösungen mit Standardsoftware und -dienstleistungen an, sondern konzentriert sich vor allem auf individuell entwickelte Lösungen für Prozesse, die für die jeweiligen Kunden erfolgskritisch sind. Allein die Hälfte des Umsatzes wird mit Produktentwicklung erzielt, lediglich 20 Prozent mit dem Managen von Produkten. Das macht es nicht nur leichter, auskömmliche Preise durchzusetzen, sondern führt auch dazu, dass Kunden den Dienstleister eher selten wechseln. Rund 90 Prozent des Umsatzes erzielt Nagarro mit bestehenden Kunden.

Im Geschäftsjahr 2020 legte der Umsatz um knapp sieben Prozent zu. Das operative Ergebnis (Ebitda) stiegt dagegen um fast 40 Prozent im Vorjahresvergleich. Ähnlich vielversprechend verlief der Start ins laufende Geschäftsjahr. Auch die Prognose für 2021 fällt optimistisch aus. Angestrebt werden ein organisches Umsatzwachstum in einer Größenordnung von 15 Prozent und eine Ebitda-Marge von ebenfalls 15 Prozent.

Digitaler Bedarf wächst

Die Nachfrage nach IT-Services habe sich gut erholt, erläutert das Management um Chef Manas Fuloria, dies gelte insbesondere für den Bedarf an digitalen Entwicklungsleistungen. Die Corona-Krise habe zudem die digitale Transformation in Branchen wie dem Einzelhandel und im Gesundheitswesen beschleunigt. In den Segmenten stieg der Umsatz 2020 im Vorjahresvergleich um 17 beziehungsweise 16 Prozent. In der Reisebranche erwartet das Unternehmen 2021 noch keine nennenswerte Erholung.

Zusätzlich zum angestrebten organischen Wachstum schaut sich Nagarro nach strategischen Akquisitionsgelegenheiten zur Erweiterung des bestehenden Geschäfts um.

Alles in allem scheinen die Voraussetzungen gut, dass die erfreuliche Kursentwicklung seit Mitte Dezember anhalten könnte: Die Erstnotiz lag damals bei 69 Euro. Seitdem ging es gut 30 Prozent nach oben auf Kurse um die 90 Euro. Experten sehen durchaus noch weiteres Potenzial bis 135 Euro.

Aussichtsreich: Das Unternehmen ist bestens positioniert, um bei guten Margen von der Digitalisierung zu profitieren. Ein Kauf.








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Bildquellen: shutter_m / istockphoto

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