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25.02.2019 17:52
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Covestro-Aktie unter Druck: Wettbewerbsdruck macht Covestro zu schaffen

Dividende dennoch höher: Covestro-Aktie unter Druck: Wettbewerbsdruck macht Covestro zu schaffen | Nachricht | finanzen.net
Dividende dennoch höher
Ein härterer Wettbewerb stimmt den Spezialchemiekonzern Covestro für 2019 vorsichtig.

DÜSSELDORF/LEVERKUSEN (dpa-AFX) - Der Gewinn dürfte nach dem Ausnahmejahr 2017 und einem im langjährigen Vergleich immer noch starken 2018 weiter sinken. Schon im Schlussquartal 2018 verzeichnete der Dax-Konzern vor allem im Geschäft mit Schaumstoff-Vorprodukten einen deutlichen Rückgang seiner Verkaufspreise. Zudem ließ das Absatzwachstum nach, auch weil die Autoindustrie schwächelte.

"Für 2019 erwarten wir zwar weiterhin eine steigende Nachfrage nach unseren Produkten, gleichzeitig werden die Margen aber aufgrund des Wettbewerbsdrucks deutlich sinken", sagte Finanzvorstand Thomas Toepfer am Montag bei der Vorstellung der Jahreszahlen in Düsseldorf.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll 2019 zwischen 1,5 und 2,0 Milliarden Euro liegen. Da wäre ein Rückgang um mindestens 37,5 Prozent, nachdem der operative Gewinn 2018 um knapp 7 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gesunken war. Die große Prognosespanne begründete Konzernchef Markus Steilemann im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX mit den herrschenden konjunkturellen Unsicherheiten.

Das obere Ende der Prognose liegt in etwa auf dem Niveau des Jahres 2016. Um diesen Wert zu erreichen, müssten sich allerdings auch die Preise für das Schaumstoff-Vorprodukt MDI im Vergleich zum Januar 2019 stärker erholen, betonte Toepfer bei der Bilanzpressekonferenz.

Der Bargeldzufluss aus dem laufenden Geschäft, der Free Operating Cashflow, dürfte auf 300 bis 700 Millionen Euro fallen, nachdem er im Jahr 2018 rund 1,7 Milliarden Euro erreicht hatte. Auf diese Kennziffer blicken Anleger vor allem, wenn es um die Dividende geht. Das vormalige Ziel eines 2017 bis 2019 kumulierten freien Mittelzuflusses aus dem operativen Geschäft von mehr als 5 Milliarden Euro ist angesichts der Prognose außer Reichweite. Analystin Georgina Iwamoto von der Investmentbank Goldman Sachs sprach von einem enttäuschen Cashflow-Ausblick und hob auch die große Spanne des Ebitda hervor.

Covestros Aktienkurs geriet am Montag unter Druck. Zum Handelsschluss lag die Aktie bei 49,97 Euro mit 3,16 Prozent im Minus am Ende des DAX, womit ein Teil der Erholungsrally seit Jahresanfang verpuffte. Die Papiere hatten 2018 wegen der Sorge um die Gewinnentwicklung rund die Hälfte ihres Wertes verloren. Analyst Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan hält das aber für übertrieben. Der Geschäftsausblick für 2019 sei schwächer als am Markt gemeinhin erwartet, allerdings nicht so schlecht, wie es der Aktienkurs impliziere.

Für den Absatz zeigt sich Covestro-Chef Steilemann verhalten optimistisch: Im Kerngeschäft strebt er ein Mengenwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich an. 2018 hatte dieses mit plus 1,6 Prozent im unteren Bereich gelegen. Daher und wegen der zumindest auf Jahressicht leicht gestiegenen Verkaufspreise konnte Covestro den Umsatz 2018 auch um fast dreieinhalb Prozent auf 14,6 Milliarden Euro steigern.

Gegenwind kam aber im zweiten Halbjahr auf: Die Nachfrage aus der Bau- und der Autoindustrie ließ in Europa nach, und auch in China orderten Autobauer zum Jahresende weniger. Vor allem der amerikanisch-chinesische Handelsstreit machte Autobauern zu schaffen, aber auch das neue europäische Abgastestverfahren WLTP.

Gerade die Bau- und die Autobranche sind wichtige Kunden für Kunststoffhersteller, da deren Produkte Leichtbau ermöglichen und gute Dämmeigenschaften haben. Das Geschäft beider Branchen schwankt allerdings stark. Auch deshalb will Steilemann das Unternehmen durch Zukäufe im kleinsten Unternehmensbereich für Lacke, Klebrohstoffe und Spezialanwendungen robuster aufstellen.

Zur trägeren Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen kam ein größerer Konkurrenzdruck hinzu, nachdem Covestro längere Zeit von Produktionsausfällen bei Wettbewerbern profitiert hatte. Kopfschmerzen bereiteten der Konzernführung aber auch ungeplante eigene Produktionsausfälle sowie im Spätsommer und Herbst das Niedrigwasser des Rhein. Der eingeschränkte Schiffsverkehr erschwerte vielen Chemie- und Industriekonzernen mit Produktionsstätten am Fluss den Transport von Rohstoffen und fertigen Produkten.

Unter dem Strich verdiente Covestro auch wegen Rückstellungen im Zusammenhang mit einem Sparprogramm mit 1,8 Milliarden Euro rund 9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Nun sollen wie bekannt die Kosten in der Verwaltung sinken, auch durch Stellenstreichungen. Zudem will der Vorstand das Standardgeschäft straffen und eine zentrale Marketingorganisation aufbauen. Spätestens 2021 soll der Konzern jährliche Einsparungen von rund 350 Millionen Euro erreichen.

Trotz des Gewinnrückgangs können sich die Aktionäre über eine höhere Dividende freuen. Sie soll um 20 Cent auf 2,40 Euro steigen. Auf dem aktuellen Kursniveau entspricht das einer Dividendenrendite von rund 4,8 Prozent. In den kommenden Jahren soll die Dividende mindestens stabil bleiben.

Ein neues Aktienrückkaufprogramm steht derweil in den Sternen. Nach dem Abschluss des alten Programms mit einem Volumen von knapp 1,5 Milliarden Euro Ende 2018 sollen die Aktionäre Covestro bei der Hauptversammlung zwar zu weiteren Rückkäufen ermächtigen, allerdings sind solche Vorratsbeschlüsse üblich. Zudem stehen Aktienrückkäufe für den Konzern nicht an erster Stelle. Zunächst will er Geld für Investitionen ins Wachstum einsetzen, und auch kleinere Übernahmen sind denkbar. Erst im Herbst hatte Covestro den Bau einer Großanlage am US-Standort Baytown für 1,5 Milliarden Euro bekannt gegeben, die ab Mitte kommenden Jahrzehnts produzieren soll. Damit will der Konzern dem erwarteten Nachfragewachstum Rechnung tragen./mis/stw/men

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