07.02.2020 17:50

Ceconomy-Aktie hebt ab: Ceconomy profitiert von Sparprogramm - Schwächerer Umsatz

Durchwachsener Start: Ceconomy-Aktie hebt ab: Ceconomy profitiert von Sparprogramm - Schwächerer Umsatz | Nachricht | finanzen.net
Durchwachsener Start
Folgen
Der Elektronikhändler Ceconomy kann die ersten Früchte seines Umbau- und Sparprogramms ernten.
Werbung
Rekordverkäufe rund um den Black Friday, leere Läden in den zwei Wochen danach: Das wichtige Weihnachtsquartal war für Deutschlands größte Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn ein Wechselbad der Gefühle. Unter dem Strich wurde am Ende von den Kunden weniger gekauft. Doch nicht zuletzt dank eines bereits im April vergangenen Jahres eingeleiteten Sparprogramms stieg der Gewinn des Mutterkonzerns Ceconomy dennoch kräftig, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Der Aktie verhalf dies zunächst zu einem Schub: Sie stieg zwischenzeitlich um bis zu 18 Prozent, weil die Gewinne höher ausfielen als erwartet. Doch bröckelte der Kurs im Handelsverlauf. Am Mittag betrug das Plus noch fast 5 Prozent, die Aktie notierte knapp unter 5 Euro.

Die Rabattschlacht rund um den Black Friday werde für den Elektronikhändler immer wichtiger, berichtete Ceconomy-Chef Bernhard Düttmann. In den fünf Tagen rund um den Black Friday seien von Media Markt und Saturn rund eine Million Produkte mehr verkauft worden als im Vorjahr. Es habe 15 Prozent mehr Besucher in den Online-Shops gegeben und auch in den Läden seien zwei Prozent mehr Kunden gezählt worden.

Doch auf den Kaufrausch folgte die Ernüchterung. Viele Verbraucher nutzen den Black Friday offenbar, um günstig Weihnachtsgeschenke zu ergattern, und sahen danach keinen Grund mehr für weitere Einkäufe. "Da ist eine Ermüdung eingetreten. Da war es wirklich ruhig auf der Fläche", berichtete Düttmann. Außerdem sei auch nach den Aktionstagen von Wettbewerbern ein "Wahnsinnspreisdruck" erzeugt worden.

Das ernüchternde Ergebnis: Unterm Strich sanken die Ceconomy-Umsätze im wichtigen Weichnachtsquartal um 0,8 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Auch auf dem nach wie vor für das Unternehmen besonders bedeutenden deutschen Heimatmarkt war das Geschäft leicht rückläufig.

Nicht zuletzt dank des bereits im April vergangenen Jahres eingeleiteten Sparprogramms, das unter anderem den Abbau von 600 Stellen vorsah, verbesserte sich das Ergebnis dennoch deutlich. Der Nettogewinn erhöhte sich um fast 60 Prozent auf 170 Millionen Euro.

Fortschritte machten die Elektronikketten auch beim Ausbau des ertragreichen Service- und Dienstleistungsgeschäfts. Die Umsätze mit Reparaturen, Garantieverlängerungen und ähnlichen Angeboten stiegen um 10 Prozent. Das Online-Geschäft wuchs dagegen mit einem Plus von 4,3 Prozent eher schwach. Zum Vergleich: Branchenweit nahmen die Online-Umsätze mit Elektronikartikeln und Telekommunikation nach Angaben des E-Commerce-Verbandes bevh 2019 in Deutschland um 12,2 Prozent zu. Für das Gesamtjahr rechnet Ceconomy trotz des verhaltenen Starts mit leicht steigenden Umsätzen, wie Düttmann betonte.

Der Elektronikhändler steckt seit langem in der Krise, maßgeblich ausgelöst durch den scharfen Wettbewerb im Online-Handel. Die schwierige Lage hatte im vergangenen Jahr Führungsquerelen nach sich gezogen: Im Oktober musste Vorstandschef Jörn Werner nach wenigen Monaten im Amt gehen. Vor Werner hatten bereits der langjährige Konzernchef Pieter Haas und sein Finanzvorstand Mark Frese nach mehreren Gewinnwarnungen den Hut nehmen müssen. Derzeit leitet der Manager Bernhard Düttmann das Unternehmen kommissarisch.

Gutes Auftaktquartal ermutigt Ceconomy-Anleger zum Zugreifen

Die Anleger haben eine ermutigende Gewinnentwicklung bei Ceconomy am Freitag mit einem Kurssprung gefeiert. Die Papiere des Elektronikhändlers schossen in der Spitze um 18 Prozent nach oben auf ein Hoch seit Mitte Januar. Dann aber ließ der Aufwind nach, schlussendlich führten sie den Nebenwerteindex SDAX noch mit Plus von 6,37 Prozent auf 5,01 Euro an. Der frühe Ausbruch über die 200-Tage-Linie, die Anlegern als Indikator für den längerfristigen Trend dient, droht damit zu scheitern. Derzeit verläuft die Durchschnittslinie bei knapp 5,10 Euro.

Die Geschäftszahlen des ersten Quartals fielen Experten zufolge besser als erwartet aus. Der Elektronikhändler hat zwar umsatzseitig einen durchwachsenen Start in das neue Geschäftsjahr erwischt, er konnte aber sein Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft deutlich steigern. Hier wirkte sich das Sparprogramm positiv aus - mit einer laut Händlern stabilisierten Bruttomarge. Um Kosten zu sparen, hatte das angeschlagene Unternehmen zuletzt Prozesse verschlankt und Strukturen vereinheitlicht.

Die Umsätze gingen jedoch im ersten Quartal leicht zurück. Hier verwies Analystin Georgina Johanan von der US-Bank JPMorgan aber auf einen vergleichsweise hohen Vorjahreswert. In der Summe sprach sie deshalb von einem anständigen Zahlenwerk der Handelskonzerns.

Die Investmentbank Barclays hob vor allem das gute Geschäft des Konzerns am deutschen Heimatmarkt hervor. Die Profitabilität in Westeuropa außerhalb der deutschsprachigen Länder (DACH-Region) und in Südeuropa sowie die Entwicklung in Osteuropa hätten dagegen nicht ganz überzeugt, hieß es.

Den von Ceconomy bekräftigten Ausblick sahen Experten nicht als Kurstreiber. Darunter befindet sich Clement Genelot vom französischen Analysehaus Bryan Garnier. Er glaubt, dass Anleger bei Ceconomy vor dem Kapitalmarkttag im März, auf dem ein Strategie-Update erwartet wird, kurzfristig auf steigende Kurse spekulieren können. Danach jedoch würde er Anlegern zu Gewinnmitnahmen raten, da dann eine wohl unattraktive Phase eingeläutet werde.

Nach einem desaströsen Jahr 2018, das geprägt war von einem Kurseinbruch um drei Viertel, hatte die Ceconomy-Aktie zu Jahresbeginn 2019 unter 3 Euro die Talsohle erreicht. Seither bewegt sich die Aktie wie ein Sprungball zwischen 4 und 6 Euro hin und her. Auch mit dem ersten Kurssprung an diesem Freitag konnte sie dieser Spanne nicht entkommen.

/nas/eas/jha/

DÜSSELDORF (dpa-AFX)

Ausgewählte Hebelprodukte auf Ceconomy St.
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Ceconomy St.
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent
Bildquellen: Piotr Swat / Shutterstock.com, CECONOMY

Nachrichten zu Ceconomy St.

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Ceconomy St.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
20.12.2022Ceconomy St HoldWarburg Research
19.12.2022Ceconomy St UnderweightBarclays Capital
15.12.2022Ceconomy St ReduceBaader Bank
26.10.2022Ceconomy St ReduceBaader Bank
28.09.2022Ceconomy St HoldWarburg Research
23.12.2021Ceconomy St BuyKepler Cheuvreux
16.12.2021Ceconomy St BuyKepler Cheuvreux
08.11.2021Ceconomy St BuyBaader Bank
26.10.2021Ceconomy St BuyBaader Bank
13.08.2021Ceconomy St BuyKepler Cheuvreux
20.12.2022Ceconomy St HoldWarburg Research
28.09.2022Ceconomy St HoldWarburg Research
08.12.2021Ceconomy St HoldWarburg Research
21.06.2021Ceconomy St HoldWarburg Research
12.05.2021Ceconomy St HoldWarburg Research
19.12.2022Ceconomy St UnderweightBarclays Capital
15.12.2022Ceconomy St ReduceBaader Bank
26.10.2022Ceconomy St ReduceBaader Bank
11.08.2022Ceconomy St ReduceBaader Bank
22.07.2022Ceconomy St ReduceBaader Bank

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Ceconomy St. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Um 18 Uhr live: Der Techausblick 2023 für Sie exklusiv und kostenfrei!

Künstliche Intelligenz, Cybersecurity und Quantencomputer. Wie Sie jetzt schon in diese Zukunftsmärkte investieren können, erfahren Sie im Online-Seminar!

Werbung
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Nach Powell-Rede: DAX schließt im Plus -- US-Börsen letztlich in Rot -- Gewinn von Walt Disney schrumpft -- Siemens hebt Prognose an -- IONOS-IPO durchwachsen -- Uber, Bayer, VW, E.ON im Fokus

Robinhood schreibt weiter rote Zahlen. Deutsche Börse übertrifft Ziele im Schlussquartal. METRO profitiert von Immobilienverkäufen und setzt Wachstumskurs fort. Schweizer Sika AG darf MBCC unter Auflagen übernehmen. Heidelberger Druckmaschinen fällt beim Ergebnis zurück. Microsoft will sich gegen Googles Bard positionieren - Britische Kartellwächter gegen Zukauf von Activision Blizzard. Hannover Rück kündigt Preiserhöhungen an.

Top-Rankings

Diese Aktien der Apple-Zulieferer kosten weniger als eine Apple-Aktie
Die günstigsten Aktien der Apple-Partner
Ausländische Investoren der DAX-Unternehmen
So viele Aktien gehören ausländischen Investoren
Die korruptesten Länder weltweit
In diesen Ländern ist die Korruption besonders hoch
mehr

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

mehr Top Rankings

Umfrage

Wenn morgen Bundestagswahl wäre, wen würden Sie wählen?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln