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22.04.2017 03:00
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Medizintechnik-Aktien: Welche Kurse weiter klettern

Euro am Sonntag-Einschätzung: Medizintechnik-Aktien: Welche Kurse weiter klettern | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Einschätzung
Wie aus einer innovativen Methode, kaputte Herzklappen zu reparieren, das am schnellsten wachsende Segment in der Medizintechnik wurde.
€uro am Sonntag
von Julia Groß, Euro am Sonntag

Die Bücher waren geschlossen, Investmentbanker arbeiteten gerade daran, den Preis, zu dem die Aktien an die Pariser Euronext gebracht werden sollten, endgültig festzusetzen. Rund 60 Millionen Euro wollte die Schweizer Medizintechnikfirma Symetis bei ihrem Börsengang Anfang des Monats erlösen. Alles sprach dafür, dass die Herzklappenspezialisten das für Forschung und Produktionsanlagen eingeplante Kapital problemlos erhalten würden. Doch dann tat sich im letzten Moment eine attraktivere Alternative auf. Der US-Medtechkonzern Boston Scientific übernahm Symetis für satte 410 Millionen Euro, der Börsengang wurde abgesagt.


Die Transaktion ist ein Musterbeispiel dafür, wie Innovationen in der Medizintechnik neue Märkte schaffen - und wie sich erfolgreiche neue Entwicklungen am Kapitalmarkt auszahlen. Es geht in diesem Fall um eine neue Methode, künstliche Herzklappen einzusetzen. Symetis hatte sich als einer der wenigen kleinen Mitspieler neben den beiden Platzhirschen Medtronic und Edwards Lifesciences auf dem europäischen Markt etabliert.

Häufige Alterserscheinung

Undichte, nicht mehr richtig funktionierende Aortenklappen sind eine häufige Alterserscheinung. Wird die Pumpleistung am Herz verringert, mindert das nicht nur die Leistungsfähigkeit. Es kann zu Wasseransammlungen in der Lunge und einer deutlich eingeschränkten Lebenserwartung aufgrund von Herzinsuffizienz kommen. Doch eine Reparatur der Aortenklappe oder ihr Ersatz waren lange Zeit nur im Rahmen einer Operation am offenen Herz möglich: Dazu muss der Brustkorb geöffnet, das Brustbein durchgesägt und der Patient an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden, damit die Chirurgen sich um den Übergang vom Herz zur Hauptschlagader kümmern können. Verständlich, dass so ein Eingriff nicht für jeden Patienten infrage kommt. Das Risiko einer solch großen Operation ist etwa für Menschen mit mehreren anderen Krankheiten und schlechtem Allgemeinzustand viel zu hoch.

Mit der Transkathetermethode (abgekürzt TAVI oder TAVR) hat sich das geändert. 2002 schob der französische Arzt Alain Cribier erstmals eine neue, künstliche Herzklappe mit einem dünnen Schlauch durch die Arterien, bis sie am richtigen Platz saß. 2007 erhielten die ersten entsprechenden Aortenklappen und die dazu passenden Instrumente die Marktzulassung. Für eine TAVI reichen winzige Schnitte am Oberkörper, alle Knochen bleiben intakt, die Reha-Phase ist bedeutend kürzer. Das ermöglicht auch die Behandlung von Patienten, für die ein Aortenklappenersatz mit der bisherigen chirurgischen Methode zu gefährlich gewesen wäre.



"Der Markt für Transkatheterherzklappen ist innerhalb von zehn Jahren von null auf 2,6 Milliarden Dollar gewachsen", sagt Stefan Blum, Manager des BB-Adamant-Medtech-Fonds. "Jetzt werden zunehmend auch Patienten behandelt, die noch wenig Symptome und wenig Folgeschäden zeigen. Dadurch könnte sich das Marktvolumen noch einmal verdoppeln." Die französische Investmentbank Bryan, Garnier & Co. kalkuliert mit einem Markt von aktuell 2,4 Milliarden Dollar und einer jährlichen Wachstumsrate von durchschnittlich 18 Prozent bis 2020.

Starkes Wachstum

Das Transkathetersegment könnte sich sogar noch stärker vergrößern. Denn die beiden Marktführer Edwards Lifesciences und Medtronic, aber auch einige Dutzend kleinerer Hersteller arbeiten an ähnlichen Verfahren für die anderen Herzklappenarten. Technisch sind diese schwieriger zu ersetzen als die Aortenklappen. Doch jede könnte noch einmal einen bis zu fünf Milliarden Dollar schweren Markt eröffnen.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, werden sich die großen Player weiterhin Technologie von außen einkaufen. Das ist nicht nur im Transkathetermarkt gang und gäbe, es trifft für die gesamte Medizintechnikbranche zu. 2016 gab es 217 M & A-Transaktionen im Volumen von knapp 42 Milliarden Dollar innerhalb des Sektors. Der Medtechriese Medtronic etwa könnte bald wieder zuschlagen: Die Amerikaner stehen vor dem Verkauf ihrer Verbrauchsmaterialiensparte für sechs Milliarden Dollar und verfügen somit demnächst über reichlich liquide Mittel.

Vorteile der Transkathetermethode (pdf)

Investor-Info

BB Adam. Medtech & Services
Fokus auf Kardiologie

Das erfahrene Managementteam der Schweizer Bellevue Asset Management rechnet mit einem erheblichen Wachstum auf dem Herzklappenmarkt auf Sicht der nächsten fünf bis zehn Jahre. Entsprechend stark ist das Segment Kardiologie im Portfolio gewichtet: Aktuell liegt der Anteil bei 34 Prozent, gefolgt von Orthopädie mit knapp 14 Prozent. Der Fokus liegt auf den großen Medtechkonzernen, vorwiegend in den USA.

KBC EF Medical technologies
Erfolgreicher Spezialist

Neben dem BB-Adamant-Produkt ist dies eines der wenigen auf Medizintechnik spezialisierten Investments. Manager Dave Benichou setzt vor allem auf Firmen, die medizinische Geräte entwickeln und herstellen. Neben den Marktführern Medtronic, Abbott oder Boston Scientific hält er aber auch große Positionen an US-Krankenversicherern wie United Health und Aetna. Seit Anfang 2016 hinkt er dem BB-Fonds hinterher.

Healthcare-Fonds
Erfolg mit Medtechanteil

In vielen Gesundheitsbranchenfonds steckt ein erheblicher Anteil an Medizintechnikaktien. Der Medical BioHealth Trends und der BGF World Healthscience mischen Biotechnologie- und Pharmawerte dazu, was zu höheren Erträgen führen sollte, aber auch deutlich mehr Risiko bedeutet. Anders der nova Steady HealthCare: Hier sind Biotechnologiewerte explizit ausgenommen, Pharma macht nur einen geringen Teil des Portfolios aus. Der Fonds soll stetige Erträge bei möglichst geringen Schwankungen erzielen.

Name ISIN Perform.*
BGF World Healths. LU 012 237 995 0 15,8 %
Medical BioHealth Tr. LU 011 989 152 0 24,5 %
nova Steady HealthC. DE 000 A11 45J 0 8,0 %
* ein Jahr; Quelle: finanzen.net

Bildquellen: Jakub Krechowicz / Shutterstock.com, Bernhard Lelle/Istockphoto

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