Frankfurt intern: Windeln.de will Marge steigern

Windeln.de versucht es beim Turnaround mit einem neuen Vorstandschef. Doch der Ex-Amazon-Manager Matthias Peuckert setzt bei dem Onlinehändler für Baby- und Kleinkindprodukte im Kern auf die alten Rezepte.
von Peer Leugermann, Euro am Sonntag
Sortiment verbessern, Marketing senken, Personal abbauen. Genauer betrachtet weht mit Peuckert dennoch ein anderer Wind. Ganze Märkte werden aufgegeben, ein Drittel der Belegschaft wird entlassen. Der Chef will das Produktangebot, durch einen Algorithmus gestützt, monatlich anpassen. "Ich habe in der Vergangenheit bereits Erfahrung im Bereich Baby- und Kinderartikel gesammelt und kann aus dieser Erfahrung sagen, dass mit dem richtigen Produktmix ein profitables Business möglich ist", so Peuckert.
Das Problem der Münchner ist, dass sie an Windeln und Co kaum verdienen. Die Verbrauchsartikel stehen aber in Europa für rund die Hälfte der Umsätze. Neue Produkte wie Kindermöbel sollen künftig helfen, die Marge zu steigern. Den Verkauf von Verlustbringern reduzierte Windeln.de schon vor dem Antritt des Neuen, weshalb das Minus, aber auch der Umsatz, schrumpft.
Doch was in Deutschland planmäßig war, kam im ersten Quartal in China überraschend: In Fernost macht Windeln.de die Hälfte des Geschäfts. Peuckert sieht den dortigen Umsatzrückgang um 26 Prozent als normale Schwankung und Finanzchef Nikolaus Weinberger versichert, Umsatzwachstum sei für den Break-even Anfang 2019 nicht zwingend.
Es komme auch auf den Umsatzmix an. Zuletzt aber schien der Wert des Asien-Geschäfts die Aktie über der Marke von 1,80 Euro zu halten. Trotz neuer Amazon-Rezepte setzen nur sehr risikobereite Anleger auf Windeln.de.
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Bildquellen: Börse Frankfurt, Windeln.de