25.08.2018 08:00

Ökonomen-Barometer: Banken bleiben ein Risiko

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Volkswirte halten die Finanzkrise zehn Jahre nach Lehman für überwunden - warnen aber vor neuen Gefahren im System.
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€uro am Sonntag
von Sonja Funke, €uro am Sonntag

Zehn Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers ist die Finanzkrise nach Ansicht führender Volkswirte ausgestanden. Mit 53 Prozent der Befragten hält sie die knappe Mehrheit der von €uro am Sonntag und dem Nachrichtensender n-tv befragten Ökonomen grundsätzlich für überwunden. "Die Weltwirtschaft hat sich aus der Krise befreit. Selbst in der Eurozone ist vieles wieder im Lot", sagt der Chefvolkswirt der Bantleon Bank, Daniel Hartmann. Allerdings habe die Geldpolitik ihre Möglichkeiten überdehnt.

Ökonomen loben Notenbank

"Die Makropolitik sollte im nächsten globalen Abschwung zurückhaltender agieren und nicht mehr den Anspruch erheben, jede Konjunkturwelle auszubügeln", rät Hartmann. Dies sieht die Mehrheit der Befragten ähnlich: 86 Prozent der Volkswirte loben zwar die EZB-Politik für ihre realwirtschaftliche Wirkung. Entgegen der Lehrbuch­meinung habe die Geldpolitik dazu beigetragen, die realwirtschaftlichen Auswirkungen zu begrenzen. Allerdings ist eine deutliche Mehrheit (82 Prozent) auch davon überzeugt, dass die Spielräume der Notenbanker, künftige Konjunktur­einbrüche zu bekämpfen, jetzt deutlich eingeschränkt sind.

Eigenkapitalquote zu niedrig

Durch die verschärfte Regulierung und strengere Kapitalvorschriften stehen die Banken nach Ansicht von 53 Prozent der befragten Ökonomen heute überwiegend stabiler und sicherer da als vor dem Ausbruch der Krise. Für weitere vier Prozent ist dies sogar eindeutig der Fall. Immerhin 41 Prozent meinen, die Banken seien nicht sicherer geworden, zwei Prozent machten keine Angabe.



Vor allem die Eigenkapitalquoten der Geldhäuser sehen drei Viertel der Volkswirte nach wie vor als zu niedrig an. 24 Prozent halten sie sogar für eindeutig zu niedrig. Nur jeder Vierte ist der Meinung, die Banken seien ausreichend kapitalisiert.

Insgesamt halten die meisten Volkswirte ein ähnliches Desaster wie vor zehn Jahren grundsätzlich für möglich. Den Ausbruch einer neuen Finanzkrise innerhalb der kommenden fünf Jahre schätzen viele Ökonomen sogar als durchaus wahrscheinlich ein. Gut ein Fünftel der Befragten beziffert das Risiko auf "50 : 50". Allerdings rechnet nur eine Minderheit von zwei Prozent binnen fünf Jahren fest mit einer neuen Krise am Finanzmarkt.


"Die Risiken gehen heute eher vom Euro und von der protek­tionistischen Politik Trumps aus", sagt Ulrich van Suntum, Professor der Universität Münster. Auch die Staatsverschuldung birgt aus Sicht der Ökonomen hohe Gefahren: 84 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass einige europäische Länder wie beispielsweise Italien ein ernsthaftes Systemrisiko in ihrer Verschuldung tragen - vor allem, weil sie bei den eigenen Banken in der Kreide stehen.



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Bildquellen: Kirsty Wigglesworth/AP, pawlina / Shutterstock.com

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