Frankfurt intern: Cliq Digital - Kreativer Streaminganbieter

Obwohl der Kurs von Cliq Digital auf Jahressicht bereits um 400 Prozent zulegte, könnte die Aktie weiteres Potenzial bieten.
von Peer Leugermann, Euro am Sonntag
Bereits im ersten Halbjahr zeigte der Streaminganbieter starke Ergebnisse. Der Umsatz stieg um rund zwei Drittel auf 47,2 Millionen Euro, das operative Ergebnis wurde mit 6,3 Millionen Euro mehr als verdreifacht. Ohne ausgenutzte Freiräume in der Bilanzierung wären die Zahlen allerdings weniger beeindruckend. Die Ausgaben für die Nutzerwerbung werden aktiviert, sprich als Ertrag gebucht. Die Kosten wiederum wandern als Aktivposten in die Bilanz und werden dann abgeschrieben.
Grund für das Verfahren: Die vorab fälligen Akquisekosten refinanzieren sich erst schrittweise über die monatlichen Aboeinnahmen. Wer diese Praxis verzeiht, kann darauf spekulieren, dass die Prognose von Cliq Digital zu konservativ ist. So geht der überproportionale Ergebnisanstieg des Anbieters von Film-, Musik- und Hörbuchabos auch auf sinkende Kosten für den Zahlungsverkehr sowie effizientere Werbung zurück. Beide Stellschrauben bieten laut Firmenkennern noch Luft. Dabei sehen die bereits einmal erhöhten Ziele schon jetzt vor, dass der Umsatz um 43 Prozent auf 90 Millionen und das operative Ergebnis um 74 Prozent auf zehn Millionen Euro steigt.
Zusätzlich startet Cliq Digital in Deutschland erstmals ein unter eigenem Namen vermarktetes Streamingangebot. Die All-in-one-Plattform bietet für 14,99 Euro im Monat Zugriff auf Filme, Musik, Hörbücher, Sport und bald auch Spiele. Natürlich kann die Titelauswahl nicht mit Netflix & Co mithalten. Da die Inhalte bisher aber auch einzeln abonniert wurden, dürfte das Komplettangebot durchaus Kunden finden.
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Bildquellen: xxx, Julian Mezger für Finanzen Verlag