SHW: Geschäfte laufen rund
Der Aalener Automobilzulieferer SHW glänzte im ersten Quartal des laufenden Jahres mit starken Zahlen. Die Aktie hat weiterhin Luft nach oben.
von Peer Leugermann, Euro am Sonntag
Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf knapp 105 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sprang um über die Hälfte auf fast neun Millionen Euro nach oben. Die Aktie reagierte darauf mit einem Kursplus von mehr als vier Prozent.
Allerdings hatte der SDAX-Titel in den Wochen zuvor schon kräftig korrigiert und über 20 Prozent vom bisherigen Jahreshoch bei 56 Euro von Anfang Februar abgegeben. Ein Grund dafür wird in einer konservativen Jahresprognose gesehen, die der Hersteller von Bremsscheiben, Öl-, und Getriebepumpen schon vor geraumer Zeit abgab und nun erneut bestätigte. 2014 soll demnach der Umsatz von 365 Millionen Euro auf 380 bis 400 Millionen Euro steigen. Für das Ebitda sind nach 35,6 Millionen Euro 2013 in diesem Jahr 38 bis 40 Millionen Euro angepeilt. Dank einer stabil hohen Auftragslage sowie des Anlaufens weiterer Serienfertigungen, so heißt es aus dem Firmenumfeld, könnte der Umsatz jedoch durchaus am oberen Ende der Prognose landen.
Die Hoffnung auf bessere Zahlen verleiht der Aktie weiteres Aufholpotenzial. Eine Belastung ist indes nach wie vor der Geschäftsbereich rund um Pulvermetallurgie, in dem SHW nach eigener Einschätzung der einzige Hersteller in Europa ist, der auch eine Serienfertigung für Bauteile aus Sinteraluminium aufgebaut hat. Die in diesem Verfahren hergestellten Aluminiumbauteile zeichnen sich durch besonders geringes Gewicht aus und tragen daher zur Reduktion des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emission von Fahrzeugen bei. In die Produktion der Leichtbauteile für die Pumpen wurde lange Zeit zu wenig investiert, entsprechend niedrig sind Kapazität und Effizienz. Das drückt auf die Marge, die mit zuletzt 8,4 Prozent unter der Zielmarke von zehn Prozent lag. Da in der zurückhaltenden Prognose freilich eine Belastung durch die Pulvermetallurgie berücksichtigt ist, besteht im Jahresverlauf eher positives Überraschungspotenzial. Auch fundamental betrachtet hat der SHW-Titel, der auf aktuellem Niveau mit einem 2015er-KGV von elf gepreist wird, noch Luft nach oben.