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04.06.2019 01:00
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Huawei-Krise: Wie Infineon jetzt reagiert

Genau hinsehen: Huawei-Krise: Wie Infineon jetzt reagiert | Nachricht | finanzen.net
Genau hinsehen
Sorgen über Belastungen des Münchner ­Chipkonzerns Infineon durch ein schwächeres China-Geschäft und die USA-Sanktionen gegen Huawei drücken den Kurs.
€uro am Sonntag
von Klaus Schachinger, €uro am Sonntag

Die Aktie von Infineon blieb bis zuletzt unter Druck. Die Sorge der Anleger, dass die Zuspitzung im Handelsstreit zwischen USA und China die Konjunktur in beiden Ländern nachhaltig drosseln könnte, belastet den Technologiesektor. Insbesondere Chipwerte kamen unter die Räder, auch Infineon.

Die Münchner sind von den ­Huawei-Sanktionen der USA direkt betroffen. Auf Nachfrage bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber dieser Zeitung, dass der Konzern in den USA hergestellte Halbleiter wegen der Sorge vor möglichen US-Sanktionen bis auf Weiteres nicht mehr an Huawei verkaufe. Für die bisher aus den USA an Huawei exportierten Produkte versuche man Ersatz zu organisieren. Chips, die das Unternehmen außerhalb der USA produziere, würden aber wie bisher an den Kunden in China geliefert. Nach Einschätzung von Analysten der Schweizer Bank UBS tragen die gesamten Lieferungen des deutschen Chipkonzerns an Huawei allerdings weniger als zwei Prozent zum Gesamtumsatz bei.

Nennenswerte Belastungen des Geschäfts durch die Lieferstopps von US-Chips an den chinesischen Hersteller von Smartphones und Computern erwarten die Analysten nicht. Chiplieferanten in den USA wie Qualcomm, Skyworks, Micron oder der Festplattenhersteller Western Di­gital kommen demnach im Vergleich zum DAX-Konzern auf deutlich höhere Umsatzanteile durch ihre Lieferungen an Huawei. Diese Unternehmen sind demnach von den US-Sanktionen deutlich stärker betroffen.

Ein Viertel in China


Sollte sich die zum Wochenende verstärkten Sorgen der Anleger bezüglich einer Abschwächung der Konjunktur im Reich der Mitte als Folge des Handelsstreits mit den USA jedoch als berechtigt erweisen, wäre das eine signifikante Belastung für Infineons Geschäft. Mit Chips und Sensoren für die Auto­industrie sowie elektronischen Komponenten etwa für Solar- und Windkraftwerke erwirtschaften die Bayern inzwischen ein Viertel ihres Umsatzes in China.

Hinzu kommt, dass der Konzern wegen der langfristig guten Aussichten in seinen Märkten ausgerechnet in diesem Jahr mit 1,5 Milliarden Euro, das entspricht rund 19 Prozent des Umsatzes, überdurchschnittlich viel in den Ausbau seiner Fabriken investiert.

Die Strategie des Halbleiterkonzerns Infineon, Investitionen in Technologie und Produktion in ­zyklischen Abschwungphasen wie derzeit nicht zu drosseln, erwies sich bisher als richtig.

Fazit: An charttechnischen Unterstützungen um 15 Euro könnte der Kursrutsch enden. Anleger beachten den Stopp. Halten.

Anmerkung der Redaktion: Am Montag, 3. Juni, deutlich nach Redaktionsschluss, gab Infineon die Kaufabsicht für das US-Unternehmens Cypress Semiconductor bekannt - der bisher größte Übernahmeversuch der Infineon-Unternehmensgeschichte. In Folge büßten die Infineon-Anteile rund neun Prozent ein und rutschte damit an das DAX-Ende. Dagegen schnellte die Aktie von Cypress über 23 Prozent in die Höhe.








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Bildquellen: 360b / Shutterstock.com
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