26.08.2019 23:59

Der No-Deal-Brexit droht Realität zu werden - diese UK-Aktien lohnen sich dennoch

Harter EU-Austritt: Der No-Deal-Brexit droht Realität zu werden - diese UK-Aktien lohnen sich dennoch | Nachricht | finanzen.net
Harter EU-Austritt
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Dass der neue Premierminister Boris Johnson Großbritannien bis spätestens zum 31. Oktober, notfalls auch ohne Vertrag, aus der Europäischen Union führen möchte, sorgt an den Kapitalmärkten für Unverständnis, bietet Investoren nun jedoch zahlreiche Chancen.
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• EU-Austritt am 31. Oktober
• No-Deal-Brexit höchst wahrscheinlich
• Günstige Chancen bei UK-Aktien

Der neue Premierminister - und Nachfolger von Theresa May - Boris Johnson hat sich dazu verpflichtet, den Austritt des noch Vereinigten Königreichs bis zum 31. Oktober durchzuführen. Dabei scheint es dem Brexit-Hardliner ziemlich egal zu sein, ob es bis zu diesem Termin ein geregeltes Austrittsabkommen gibt, welches für beide Seiten des Ärmelkanals akzeptabel ist, oder ob es zu einem ungeregelten Austritt Großbritanniens kommt. Die Ungewissheit zwischen einem geregelten und einem ungeregelten Brexit verunsichert derweil auch die Investoren, was an der Londoner Börse zu einer fundamentalen Unterbewertung vieler britischen Aktien und einem sehr schwachen Pfund Sterling führt.

Brexit-Chaos löst Pfund-Verfall aus

Kurz vor dem Referendum über einen möglichen EU-Austritt des Vereinigten Königreichs, welches vom damaligen Premierminister David Cameron angestoßen wurde, Anfang 2016, notierte der Pfundkurs noch bei 0,755 EUR-GBP. Aktuell, mehr als drei Jahre nach dem Austritts-Referendum, pendelt das Pfund Sterling gerade mal noch bei 0,915 EUR-GBP. Somit erhalten Investoren aus dem Euroraum gegenwärtig für jeden Euro, den sie in die britische Währung eintauschen, rund 16 Pence mehr als noch vor drei Jahren. Die europäische Gemeinschaftswährung hat demensprechend nicht nur rund 20 Prozent an Wert zugelegt, sondern notiert gegenwärtig auf einem historisch hohen Niveau.

FTSE 100 tritt auf der Stelle…

Der Austritt der Briten aus der Europäischen Union hat jedoch nicht nur erhebliche Folgen für den Devisenmarkt, sondern auch für den Aktienmarkt. Denn mit einer Performance von knapp fünf Prozent bewegte sich der britische Kursindex FTSE 100 in den vergangenen drei Jahren fast überhaupt nicht vom Fleck. Auch der FTSE 250, der kleinere Bruder des britischen Leitindex, sorgte in den vergangenen drei Jahren, mit einem Kursplus in Höhe von knapp acht Prozent, nicht unbedingt für gute Stimmung unter den Investoren.

…während der Dow Jones explodiert

Doch erst der Vergleich mit anderen Kursindizes, wie zum Beispiel dem amerikanischen Dow Jones, dem japanischen Nikkei 225 und dem französischen CAC 40, offenbaren das wahre Dilemma der britischen Börse. Denn in den vergangenen drei Jahren legten der Nikkei 225 und der CAC 40 jeweils um knapp 25 Prozent an Wert zu, der Dow Jones brachte es in diesem Zeitraum sogar auf eine Performance von über 40 Prozent.

FTSE 100 bietet 4,6 Prozent Dividendenrendite

Entsprechend der eklatanten Underperformance vieler britischer Aktien beläuft sich nun auch das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis und Kurs-Buchwert-Verhältnis des FTSE 100 auf lediglich 14,4 und 1,64. Nicht zuletzt bieten die 100 größten börsennotierten Unternehmen im Vereinigten Königreich aktuell noch eine durchschnittliche Dividendenrendite in Höhe von 4,6 Prozent.

Nicht zyklische Branchen im Fokus

Diverse Einzelaktien aus dem britischen Leitindex bieten den Anlegern gegenwärtig jedoch noch weit höhere Ausschüttungen. Dabei lohnt es sich vor allem, die nicht zyklischen Branchen, wie Telekommunikations-, Energieversorgungs-, Konsumgüter-, Tabak- und Pharma-Unternehmen, in den Blick zunehmen.

Tabakaktien: Dividendenrenditen von sieben bis neun Prozent

Anleger, die aktuell nach einem soliden Geschäftsmodell und einer hohen Ausschüttung Ausschau halten, kommen dabei nicht an den beiden britischen Tabakgiganten BAT und Imperial Brands vorbei. Trotz immer heftigeren regulatorischen Einschränkungen, erzielen die beiden Konzerne Umsatzrenditen in Höhe von über 40 Prozent. Die hohe Profitabilität macht sich auch bei der Dividende bemerkbar, die beiden Zigarettenhersteller verwöhnen ihre Shareholder mit Renditen von sieben bis neun Prozent.

Hohe Ausschüttungen bei SSE und TUI

Investoren, die jedoch ein moralisches Problem mit der Tabakindustrie haben, kommen spätestens mit den FTSE 100-Titeln GalxoSmithKline, AstraZeneca, SSE oder TUI auf ihre Kosten. Während es die beiden Pharmakonzerne GSK und AZ auf eine Ausschüttungsrendite von rund fünf und drei Prozent bringen, erzielen Investoren mit den Anteilscheinen des schottischen Erdgas- und Stromversorgungsunternehmen SSE sogar rund 8,4 Prozent. Sofern der größte europäische Touristikkonzern TUI, welcher im Gegensatz zu den Pharmaunternehmen und der Versorgerbranche zur Kategorie der zyklischen Konsumgüter zählt, seine Ausschüttung im kommenden Jahr mindestens auf dem Vorjahresniveau halten kann, erzielen Investoren auch hier eine Dividendenrendite in Höhe von knapp acht Prozent.

Potenzielle Gelegenheiten in der Mineralöl- und Rohstoffbranche

Darüber hinaus bieten aktuell aber auch klassische Zykliker, wie die beiden britischen Mineralöl- und Erdgasgiganten Royal Dutch Shell und BP, ansehnliche Ausschüttungen für die Investoren. Denn eine Dividendenrendite in Höhe von rund 6,7 und 6,3 Prozent lässt sich gegenwärtig mit keinem DAX-Konzern überbieten. Eine ebenfalls sehr hohe Ausschüttung bieten dabei auch die im FTSE 100 gelisteten Rohstoffgiganten, darunter Glencore aus der Schweiz, EVRAZ aus Russland sowie der australisch-britische Bergbaukonzern BHP Group.

Historisch günstige Investitionsmöglichkeiten

Natürlich kommen die teilweise sehr hohen Dividendenrenditen auch aufgrund der stark gefallen Aktienkurse zustande, nichtsdestotrotz sind die britischen Standardwerte derzeitig sehr günstig bewertet. Nach fundamentalen Bewertungsmaßstäben sind die großen britischen Blue-Chips aktuell sogar zwischen 30 und 40 Prozent günstiger bewertet als amerikanische Standardwerte.

Im Durchschnitt erwirtschaften die einhundert größten Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich rund 70 Prozent ihrer Umsätze im Ausland, dementsprechend sind diese multinationalen Konzerne nur noch zu einem gewissen Maß von der britischen Binnenwirtschaft abhängig. Fernerhin profitieren gerade diese Konzerne momentan vom historisch niedrigen Pfund Sterling-Wechselkurs.

Schnäppchenpreise für Value-Investoren

Für Value-Investoren bieten britische Aktien gegenwärtig eine einmalige Kaufgelegenheit. Vieles spricht dafür, dass einige Aktien aus dem britischen Markt, welche eine hohe Qualität, in Form einer soliden Bilanz, einem nachhaltigen Geschäftsmodell und einem hohen Ertragspotenzial aufweisen, bald wieder in den Fokus der internationalen Investoren rücken werden. Denn die auffallende Unterbewertung am britischen Aktienmarkt ist nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass sich die großen institutionellen Anleger, wie Vermögensverwalter, Hedge-Fonds und Pensionskassen, aufgrund der wachsenden politischen Unsicherheiten schon längere Zeit von der Insel verabschiedet haben.



Pierre Bonnet / finanzen.net

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