26.11.2020 17:44

Axel Springer: Fusion mit ProSiebenSat.1 ist kein denkbares Szenario - Großaktionär KKR übernimmt Streubesitz

Kein Zusammenschluss: Axel Springer: Fusion mit ProSiebenSat.1 ist kein denkbares Szenario -  Großaktionär KKR übernimmt Streubesitz | Nachricht | finanzen.net
Kein Zusammenschluss
Folgen
Der Medienkonzern Axel Springer hält eine Fusion mit der Senderkette ProSiebenSat.1 momentan für ausgeschlossen.
Werbung
"Ein Zusammenschluss mit der ProSiebenSat.1-Gruppe ist derzeit weder angestrebt noch ein denkbares Szenario", sagte Springer-Vorständin Stephanie Caspar am Donnerstag auf der virtuellen Hauptversammlung zu Fragen von Aktionären. "Es gab zu diesem Szenario auch in den Jahren 2019/2020 seitens Axel Springer keinen Kontakt zu ProSiebenSat.1." Caspar betonte aber auch: "Die Planungen von KKR diesbezüglich sind uns nicht bekannt." Der US-Finanzinvestor ist mit 47,6 Prozent größter Eigentümer von Springer und hält ebenfalls Anteile an ProSieben. Das hat zuletzt immer wieder für Spekulationen in der Branche und bei Analysten gesorgt, KKR könne die Zusammenarbeit zwischen seinen beiden Beteiligungen verstärken.

Beschluss: Großaktionär KKR übernimmt Streubesitz bei Axel Springer

Beim Medienkonzern Axel Springer wird der Aktien-Streubesitz aufgelöst. Der US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) übernimmt als Großaktionär die sich noch im Streubesitz befindlichen Anteile von insgesamt rund 0,9 Prozent. Auf der digitalen Hauptversammlung des Medienkonzerns wurde am Donnerstag ein entsprechender Beschlussvorschlag mit erforderlicher Mehrheit angenommen. Springer zog sich in diesem Jahr von der Börse zurück. Das Unternehmen will mit der 2019 geschlossenen strategischen Zusammenarbeit mit KKR schneller wachsen.

Der Investor hatte sich nach und nach rund 47,6 Prozent der Anteile gesichert. Nun kommt der Streubesitz hinzu. 60,24 Euro je Aktie will KKR dafür zahlen.

Daneben halten die Großaktionärin Friede Springer und der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner künftig jeweils rund 22 Prozent. Unlängst war dazu bekanntgeworden, dass Friede Springer einen großen Teil ihrer Anteile am Unternehmen Döpfner schenkt, zudem kauft er einen weiteren Teil ihrer Anteile. Die Enkel des Verlagsgründers, Ariane Melanie Springer und Axel Sven Springer, halten zudem 6 Prozent am Konzern mit rund 16 000 Mitarbeitern.

Im Sommer wurde bekannt, dass KKR einen sogenannten Squeeze-Out anstrebt. Dabei können Aktionäre, die den kleineren Streubesitz halten, gegen eine angemessene Barabfindung vom Großaktionär herausgedrängt werden.

Springer-Chef Döpfner zählte in der Hauptversammlung Vorteile auf. Der Ausschluss der Minderheitsaktionäre ermögliche, "die von Vorstand und Aufsichtsratsrat beschlossene Wachstumsstrategie des Unternehmens umzusetzen." Es entfalle etwa das Risiko, dass ins Handelsregister einzutragende Umstrukturierungen oder Kapitalmaßnahmen "durch unbegründete Klagen von Minderheitsaktionären verzögert werden können". Döpfner ergänzte: Beschlüsse der Hauptversammlung könnten "schneller und einfacher" herbeigeführt werden. Auf Veränderungen wirtschaftlicher Rahmenbedingungen könnte man schnell und flexibel reagieren.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, die Interessen von Kleinaktionären vertritt, kritisierte das Vorgehen zum Streubesitz. Aktionäre würden ungleich behandelt, hieß es nach dem Beschluss. Der Sprecher der Vereinigung für die Region Berlin, Michael Kunert, der nach eigenen Angaben selbst einige Springer-Aktien besitzt, hält es für möglich, dass es Anfechtungsklagen geben könnte.

Der Springer-Konzern, der für seine journalistischen Marken "Bild" und "Welt" bekannt ist, strebt an, Weltmarktführer bei digitalem Journalismus und digitalen Classifieds - also Rubrikengeschäften - zu werden. Zu Rubrikengeschäften zählen zum Beispiel Immobilien- und Jobportale. Auch das Preisvergleichsportal Idealo ist im Springer-Portfolio. Die Mehrheit der Umsätze des Konzerns mit Hauptsitz in Berlin wird im Digitalen erwirtschaftet.

Für den Beschluss zum Streubesitz war es erforderlich, dass KKR dort als Hauptaktionärin auftritt, wie der Konzern im Oktober mitgeteilt hatte. Deshalb hatte der Investor über seine Holdinggesellschaft Traviata B.V. auf Basis von Wertpapierdarlehen, unter anderem mit von Großaktionärin Friede Springer und Konzernchef Mathias Döpfner kontrollierten Gesellschaften, vorübergehend das Eigentum an weiteren rund 51,5 Prozent erworben. Nach Wirksamwerden des Squeeze-Out sollen die Aktien wieder zurückübertragen werden.

Berlin (Reuters)/BERLIN (dpa-AFX)

Bildquellen: Jan Pitman/Getty Images

Nachrichten zu ProSiebenSat.1 Media SE

  • Relevant
    1
  • Alle
    2
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu ProSiebenSat.1 Media SE

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
25.01.2021ProSiebenSat1 Media SE buyWarburg Research
25.01.2021ProSiebenSat1 Media SE buyDeutsche Bank AG
22.01.2021ProSiebenSat1 Media SE VerkaufenIndependent Research GmbH
22.01.2021ProSiebenSat1 Media SE buyGoldman Sachs Group Inc.
22.01.2021ProSiebenSat1 Media SE buyUBS AG
25.01.2021ProSiebenSat1 Media SE buyWarburg Research
25.01.2021ProSiebenSat1 Media SE buyDeutsche Bank AG
22.01.2021ProSiebenSat1 Media SE buyGoldman Sachs Group Inc.
22.01.2021ProSiebenSat1 Media SE buyUBS AG
22.01.2021ProSiebenSat1 Media SE buyWarburg Research
22.01.2021ProSiebenSat1 Media SE neutralBarclays Capital
12.01.2021ProSiebenSat1 Media SE HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
04.12.2020ProSiebenSat1 Media SE HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
06.11.2020ProSiebenSat1 Media SE HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
06.11.2020ProSiebenSat1 Media SE Equal weightBarclays Capital
22.01.2021ProSiebenSat1 Media SE VerkaufenIndependent Research GmbH
19.11.2020ProSiebenSat1 Media SE VerkaufenIndependent Research GmbH
06.11.2020ProSiebenSat1 Media SE verkaufenCredit Suisse Group
03.11.2020ProSiebenSat1 Media SE UnderweightMorgan Stanley
08.09.2020ProSiebenSat1 Media SE VerkaufenIndependent Research GmbH

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für ProSiebenSat.1 Media SE nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX tief im Minus -- Asiens Börsen schließen tiefrot -- CureVac-Kapitalerhöhung -- SAP-Tochter Qualtrics erhöht Ausgabepreis -- Tesla, Apple und Facebook legen Zahlen vor -- BMW, UniCredit im Fokus

HOCHTIEF-Tochter Flatiron erhält US-Aufträge über 123 Millionen US-Dollar. easyJet startet mit düsteren Aussichten ins neue Jahr. Warburg Research hebt Sartorius auf "Buy". Grand City Properties startet Aktienrückkauf. N26 expandiert kräftig. Infineon-Rivale STMicro optimistisch für Jahresbeginn. Diageo verdient wegen Pandemie-Auswirkungen weniger. EP-Vize Barley fordert Einsicht in AstraZeneca-Vertrag.

Umfrage

Wo sehen Sie den Bitcoin-Kurs Ende 2020?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln