Machtverlust durch KI

Yuval Noah Harari widerspricht JPMorgan-Chef Dimon: KI bedeutet Machtverlust für die Menschheit

19.04.24 22:57 Uhr

Die Zukunft der Menschheit steht auf dem Spiel: Bestsellerautor Harari warnt vor den Gefahren von KI | finanzen.net

In der Frage, wie sich Künstliche Intelligenz von früheren Erfindungen wie der Druckerpresse unterscheidet, herrschen unterschiedliche Meinungen. Während JPMorgan-CEO Jamie Dimon KI als gleichrangig mit früheren technologischen Revolutionen ansieht, vertritt der Bestsellerautor Yuval Noah Harari eine grundlegend andere Auffassung.

Werte in diesem Artikel

• KI laut Dimon "möglicherweise ebenso revolutionär" wie frühere Technologien
• Harari sieht KI als fundamental andere Technologie als etwa die Druckerpresse
• Laut Harari ist KI die erste Technologie, die zu einem Machtverlust der Menschheit führt



Jamie Dimon sieht KI als revolutionäre Technologie im Geiste früherer Erfindungen

Dass künstliche Intelligenz (KI) gerade dabei ist, die Wirtschaft und die Gesellschaft fundamental zu verändern, ist unumstritten. Auch Jamie Dimon, CEO von JPMorgan, sieht das Potenzial von KI und ging in einem Brief an die Aktionäre auf die Bedeutung von KI für das Unternehmen und deren potenzielle Auswirkungen auf die Gesellschaft ein.

Dimon hob hervor, dass die Auswirkungen der KI-Technologie auf die Investmentbank "außerordentlich" sein könnten und "potenziell ebenso revolutionär wie einige der bedeutendsten technologischen Errungenschaften der letzten Jahrhunderte", darunter der Buchdruck, die Dampfmaschine, Elektrizität, Computertechnik und das Internet.

Harari sieht durch KI zum ersten Mal Machtverlust der Menschheit

Während manche KI wie Dimon als eine weitere bedeutende technologische Entwicklung betrachten, die - ähnlich wie der Buchdruck - wesentliche Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft haben wird, sehen andere KI als eine grundlegend andere Technologie, die sich nur bedingt mit früheren Erfindungen vergleichen lasse.

Der renommierte Bestsellerautor Yuval Noah Harari, bekannt für seine tiefgreifenden Werke über die Menschheit, thematisierte kürzlich in einem Dialog mit Ian Bremmer von GZERO World die einzigartigen Gefahren und das außergewöhnliche Potenzial von KI.

Von früheren Technologien, die den Menschen mehr Macht verliehen, indem sie ihnen die Entscheidung über die Anwendung der Technologie überließen - wie im Fall einer Atombombe, die nicht selbst entscheidet, wo sie einschlägt -, würde sich KI laut Harari grundlegend unterscheiden. Harari wies darauf hin, dass es in Zukunft dazu kommen könne, dass Technologien in der Lage sein könnten, ohne menschliches Zutun eigenständige Entscheidungen zu treffen, was eine grundlegende Verschiebung des Machtverhältnisses von Mensch zu Maschine bedeuten würde. Dies könnte laut Harari das erste Mal in der Geschichte sein, dass eine technologische Innovation nicht zu einem Machtgewinn durch neue Möglichkeiten führt, sondern stattdessen zu einem Machtverlust für die Menschheit.

KI fundamental anders als die Druckerpresse

Harari hinterfragte in diesem Kontext den direkten Vergleich von KI mit der Erfindung der Druckerpresse und äußerte Bedenken daran. Er hob hervor, dass im Gegensatz zur Druckerpresse, die lediglich als ein Mittel zur Verbreitung menschlicher Gedanken diente, KI das Potenzial besitze, eigenständig neue Ideen zu entwickeln. Diese Fähigkeit zur eigenständigen Ideenentwicklung stelle eine deutliche Abgrenzung zur Funktion der Druckerpresse dar. Harari warnte zudem vor der Möglichkeit, dass KI in der Lage sein könne, die vorherrschenden weltweiten Narrative und Geschichten zu formen - sei es in ideologischer, politischer oder religiöser Hinsicht -, sofern nicht mit Bedacht vorgegangen werde.

Harari sieht KI noch am Anfang der evolutionären Entwicklung

In Bezug auf den weiteren Verlauf von KI-Technologien verglich Harari die derzeitigen KI-Programme mit Amöben, den winzigen Lebewesen, die am Anfang eines biologischen evolutionären Prozesses stehen. Er betonte dabei, dass im Gegensatz zur biologischen Evolution, die digitale Evolution um ein Vielfaches schneller voranschreite. Auf die Frage, welche Bereiche unserer Gesellschaft besonders anfällig für die Auswirkungen von KI seien, nannte Harari insbesondere die Demokratie und das Finanzwesen. Er wies auf die Gefahren hin, die sich aus der leichteren Verbreitung von Falschinformationen und Manipulationen durch KI ergäben. Harari äußerte die Besorgnis, dass die Technologie möglicherweise zu komplex für demokratische Systeme werden könne. Er stellte die provokante Frage, wie es sein könne, dass in einer Zeit, in der die fortschrittlichsten Kommunikationsnetzwerke entwickelt wurden, es zunehmend schwieriger werde, online sachliche und konstruktive Gespräche zu führen. Dies sei bereits ein Anzeichen dafür, was uns mit dem Voranschreiten von KI noch bevorstehen könnte.

Redaktion finanzen.net

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