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02.06.2019 17:06
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Alibaba, Facebook & Co.: So haben sich die größten IPOs der vergangenen 10 Jahre entwickelt

Mega-Börsengänge: Alibaba, Facebook & Co.: So haben sich die größten IPOs der vergangenen 10 Jahre entwickelt | Nachricht | finanzen.net
Mega-Börsengänge
Die Börsengänge von Alibaba und Facebook bescherten frühzeitigen Investoren enorme Kursgewinne. Jedoch entwickelten sich in den vergangenen zehn Jahren längst nicht alle großen Erstplatzierungen zu derartigen Gewinnbringern.
Laut den jüngsten Daten vom globalen IPO-Markt brach das weltweite Emissionsvolumen im ersten Quartal 2019 um fast drei Viertel auf 13 Milliarden US-Dollar ein. Aufgrund dieser desaströsen Entwicklung wird das Börsenjahr 2019 wohl kaum einen neuen globalen IPO-Rekord aufstellen. Denn allein im Jahr 2017 lag das weltweite IPO-Volumen schon bei 189 Milliarden US-Dollar. Mit einem Rückgang von rund 98 Prozent, auf ein Gesamtvolumen in Höhe von 350 Millionen Euro, sind im ersten Quartal 2019 jedoch auch die IPO-Ambitionen der Europäer massiv abgeflaut.

Niedrige Zinsen lassen Börsengänge unattraktiv erscheinen

Die Gründe für den außerordentlichen Rückgang der globalen und europäischen Börsengänge sind verschiedener Natur. Neben kurzfristigen Sorgen über den Brexit, den Handelsstreit zwischen den USA und China sowie eine mögliche Eskalation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran spielen auch Zinsen eine wichtige Rolle. Aufgrund des wieder deutlich niedrigeren Zinsniveaus lohnt es sich für viele Unternehmen gegenwärtig eher erneut frisches Fremdkapital aufzunehmen, anstatt über einen Börsengang eigene Aktien zu veräußern.

Das größte IPO aller Zeiten

Gerade in Zeiten eines eher schwachen IPO-Marktes lohnt es sich jedoch die Entwicklung der größten Börsengänge der vergangenen zehn Jahre genauer zu betrachten. Hierbei fällt der Blick zuallererst auf den größten Börsengang aller Zeiten: Alibaba. Das Volumen des chinesischen E-Commerce-Riesen betrug zum Zeitpunkt des Börsengangs, am 19. September 2014, rund 21,7 Milliarden US-Dollar. Die Alibaba-Aktie hatte damals einen Ausgabepreis von 68 US-Dollar. Mit einem aktuellen Kurs von 155 US-Dollar pro Papier notiert die Aktie des Amazon-Konkurrenten nun rund 127 Prozent höher.

Facebook-Aktie: Zuckerbergs Kursrakete

Für eine noch größere Aufmerksamkeit sorgte in den vergangenen zehn Jahren nur der Börsengang des Social-Media-Unternehmens Facebook. Mit einem Emissionserlös von insgesamt 16 Milliarden US-Dollar war Zuckerbergs Lebenswerk zwar deutlich niedriger bewertet, als der chinesische Versandhändler Alibaba, dennoch wurden die frühen Investoren des Unternehmens im Nachhinein reichlich belohnt. Mit einem aktuellen Kurs von 181 US-Dollar notiert die Facebook-Aktie rund 376 Prozent über ihrem Ausgabepreis vom 18. Mai 2012 bei 38 US-Dollar pro Anteilsschein.

GM-Börsengang: Nullsummenspiel für die Aktionäre

Mit einem beachtlichen Emissionsvolumen in Höhe von 15,8 Milliarden US-Dollar kam am 18. November 2010 auch der US-amerikanische Automobilkonzern General Motors auf das New Yorker Parkett. Am ersten Handelstag kletterte das Papier von 33 US-Dollar auf rund 34,19 US-Dollar und der gegenwärtige Kurs von rund 35 US-Dollar zeigt, dass es bei GM in den fast zehn Jahren an der Börse, außer einer Dividende, nichts zu holen gab.

Uber & Lyft: Milliardenschwere Flop-IPOs

Um größere Börsengänge zu finden, muss man jedoch nicht immer Jahre zurückblicken. Mit einem Emissionsvolumen in Höhe von 8,1 Milliarden US-Dollar landet auch der Uber-Börsengang auf der Liste der größten IPOs der vergangenen zehn Jahre. Trotz des großen Interesses der Medien war das Uber-IPO am 10. Mai 2019 nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Die Uber-Aktie, die mit einem Kurs von rund 45 US-Dollar auf dem New Yorker Parkett startete, notiert gegenwärtig nur noch bei 41,50 US-Dollar.

Ein ähnliches Desaster zeigte sich auch beim Börsengang des Uber-Rivalen Lyft. Die Aktien des Fahrdienstleisters starteten mit einem Preis von rund 72 US-Dollar an die Börse und sind jetzt nur noch 57 US-Dollar wert. Anleger, die sich an dem Lyft-IPO beteiligten, sitzen somit nun auf einen Kursverlust von über 26 Prozent.

4,2 Milliarden Euro für Siemens

Der Börsengang von HCA Healthcare, vom 10. März 2011, wäre mit einem Emissionsvolumen von 3,8 Milliarden US-Dollar fast der größte Börsengang im Gesundheitswesen der letzten zehn Jahre geworden. Siemens überbot diesen Rekord jedoch im Jahr 2018. Denn der Erlös des Siemens Healthineers Börsengangs spülte insgesamt 4,2 Milliarden Euro in die Kassen des Münchner Konzerns. Der Börsengang von Siemens Healthineers war somit auch der viertgrößte in Deutschland seit dem Jahr 2000.

Snap-Chef: Über Nacht zum Milliardär

Nach dem riesigen Börsenerfolg von Facebook traute sich am 2. März 2017 auch der Snap-Gründer Evan Spiegel auf das Parkett. Mit einem Ausgabepreis von 17 US-Dollar pro Aktie sammelte der US-amerikanische Internet-Unternehmer insgesamt rund 3,4 Milliarden US-Dollar ein. Dieser Börsengang katapultierte Spiegel zwar über Nacht in die Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt, seine Investoren hingegen erlitten jedoch herbe Verluste. Mit einem gegenwärtigen Kurs von 11,50 US-Dollar pro Aktie notiert das Papier nun fast 35 Prozent unter dem damaligen Ausgabepreis.

Frisches Kapital für Banken und Finanzdienstleister

Eine bessere Performance als mit Snap-Aktien erzielten die Investoren der Citizens Financial Group. Die US-Bank ging am 24. September 2014 mit einem Volumen von drei Milliarden US-Dollar an die Börse. Der Ausgabepreis der Aktie belief sich auf 21,50 US-Dollar. Mit einem aktuellen Kurs von 35 US-Dollar notieren die Papiere nun, mehr als vier Jahre nach dem Börsengang, rund 62 Prozent höher.

Mit einem Emissionserlös in Höhe von 2,9 Milliarden US-Dollar sorgten auch die Banco Santander Mexico und das US-Finanzdienstleistungsunternehmen Synchrony Financial für Aufsehen. Während die Aktien des mexikanischen Ablegers der spanischen Bank Banco Santander an ihrem ersten Handelstag um über sechs Prozent stiegen, schlossen die Anteilsscheine der Synchrony Financial an ihren Börsendebüt-Tag unverändert. Mit einem aktuellen Kurs von 34,81 US-Dollar stehen die Anteilsscheine von Synchrony nun jedoch rund 51 Prozent über ihrem Ausgabepreis, die Aktien der Banco Santander Mexico pendeln hingegen, mit einem aktuellen Preis von 7,50 US-Dollar, knapp unter ihrem Ausgabekurs.

Viel Pipeline, wenig Performance

Mit einem Volumen von 2,9 Milliarden US-Dollar startete am 11. Februar 2011 auch der US-amerikanische Öl- und Gas-Pipeline-Riese Kinder Morgan an der New Yorker Börse. Kinder Morgan betreibt insgesamt rund 135.000 km an Erdgas- und Erdöl-Pipelines in den Vereinigten Staaten. Mit einem aktuellen Kurs von 20 US-Dollar notiert das Papier nun jedoch schon ein Drittel unter seinem damaligen Ausgabepreis.

RWE erlöste fünf Milliarden für innogy

Milliardenschwere Börsengänge ereigneten sich in den vergangenen zehn Jahren jedoch nicht nur an der New Yorker Börse, auch auf dem Frankfurter Parkett erfolgten einige größere IPOs. Neben dem Siemens Healthineers Börsendebüt, welches einen Erlös von 4,2 Milliarden Euro einbrachte, stach vor allem auch der Börsengang der RWE Ökostromtochter innogy heraus. Das IPO brachte RWE am 7. Oktober 2016 rund fünf Milliarden Euro ein. Der Platzierungspreis der Aktie lag am Emissionstag mit 36 Euro am oberen Ende der Preisspanne. Aktuell liegt der Kurs der Aktie über 40 Euro und somit rund 12 Prozent höher.

Evonik-Aktie: Spezialchemie mit Kursschwäche

Einen Milliardenerlös konnte am 25. April 2013 auch das Essener Chemieunternehmen Evonik erzielen. Denn der Börsengang von Evonik Industries beschaffte frisches Kapital in Höhe von rund 2,2 Milliarden Euro. Der erste festgestellte Kurs der Aktie lag bei 33 Euro. Mit einem gegenwärtigen Kurs von 25,40 Euro je Aktie pendelt das Papier nun jedoch rund 23 Prozent unter dem damaligen Debütpreis.

Knorr Bremse-Aktie: Milliarden für die Eigentümerfamilie

Ein weiteres milliardenschweres Börsendebüt konnte im vergangenen Jahr das Münchner Traditionsunternehmen Knorr-Bremse feiern. Der Börsengang spülte rund 3,9 Milliarden Euro in die Taschen der Eigentümerfamilie. Mit einem aktuellen Kurs von 95,85 Euro pro Aktie liegt das Papier des Bremssystemherstellers nun rund 20 Prozent über dem damaligen Ausgabepreis.

"Leute gewinnen jeden Tag im Lotto"

Ein Blick auf die größten Börsengänge der vergangen zehn Jahre zeigt deutlich, dass sich für Investoren längst nicht jedes IPO bezahlt gemacht hat. Selbst die vielbeachtete Facebook-Aktie stürzte nach ihrem NASDAQ-Börsengang erst um rund 40 Prozent ein, bevor sie ihre bilderbuchartige Kursrally startete. Aufgrund dieser hohen Unsicherheit rät Starinvestor Warren Buffett Privatinvestoren grundsätzlich davon ab in IPOs zu investieren. "Du brauchst dich nicht wirklich darum zu kümmern was bei IPOs eigentlich los ist. Leute gewinnen jeden Tag im Lotto", so die Investmentlegende aus Omaha.

Pierre Bonnet / finanzen.net

Bildquellen: MaximP / Shutterstock.com, pichetw / Shutterstock.com
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16.05.2019Alibaba BuyThe Benchmark Company
31.01.2019Alibaba OverweightBarclays Capital
12.11.2018Alibaba Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
05.11.2018Alibaba BuyThe Benchmark Company
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