06.08.2019 08:18

China stoppt US-Agrarimporte und wertet Yuan stark ab

Nach Zolldrohungen: China stoppt US-Agrarimporte und wertet Yuan stark ab | Nachricht | finanzen.net
Nach Zolldrohungen
Folgen
Der Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt eskaliert weiter.
Werbung
Die US-Regierung hat China offiziell als ein Land gebrandmarkt, das den Kurs seiner Währung manipuliert, um sich damit unfaire Vorteile im internationalen Wettbewerb zu sichern. Das Finanzministerium forderte Peking am Montagabend (Ortszeit) auf, alle Währungsgeschäfte künftig mit größerer Transparenz und Fairness durchzuführen. Finanzminister Steven Mnuchin werde in der Sache Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds einleiten, hieß es in Washington weiter.

Der jüngste Schritt der US-Regierung in dem eskalierenden Handelskonflikt dürfte China verärgern, hat aber zunächst wenig konkrete Auswirkungen. China hatte unmittelbar zuvor seine Währung, den Yuan, abgewertet und erklärte, chinesische Unternehmen würden keine Agrargüter mehr aus den USA importieren. Beides wurde als Reaktion auf die vergangene Woche von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle angesehen. Trump hatte zudem gewarnt, die Zölle von 10 Prozent auf chinesische Importe im Wert von rund 300 Milliarden Dollar könnten jederzeit erhöht werden.

Zur allgemeinen Beruhigung der Lage an den Finanzmärkten legte die chinesische Zentralbank den Mittelkurs des Yuan am Dienstag etwas höher fest. Zudem kündigte sie an, dem Yuan-Markt durch Wertpapierverkäufe Liquidität zu entziehen. Dies dürfte die chinesische Währung ebenfalls stützen.

Der Handelskonflikt hatte am Montag zu großen Kurseinbußen an den Finanzmärkten geführt. Viele Investoren befürchteten, dass Politiker der beiden Länder mit immer neuen Gegenmaßnahmen reagieren würden - und damit das Wachstum der Weltwirtschaft abwürgen könnten. Die Wall Street verzeichnete einen der schlechtesten Handelstage des Jahres. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) schloss rund 3 Prozent niedriger bei 25 717 Punkten, der Nasdaq-Index verlor fast 3,5 Prozent und schloss bei 7 726 Punkte.

In Asien und Europa hatten die die Märkte am Montag ebenfalls nachgegeben - der deutsche Leitindex Dax (DAX 30) verlor 1,80 Prozent. Sichere Häfen hingegen konnten zugewinnen: Der Goldpreis war am Montag auf ein neues Sechsjahreshoch gestiegen. Gold gilt traditionell als Krisenschutz, der in unsicheren Zeiten verstärkt nachgefragt wird.

Chinas Währung gab am Montag deutlich nach. Ein Dollar kostete erstmals seit 2008 wieder mehr als sieben Yuan. Diese Marke galt unter Experten lange Zeit als vermeintlich "rote Linie", die die chinesische Notenbank nicht überschreiten werde. Dass sie es jetzt doch zugelassen hat, rief bei Analysten Befürchtungen hervor, China könne den Wechselkurs zur Waffe im Handelskrieg mit den USA nutzen.

Ein niedrigerer Wechselkurs zum Dollar verbilligt den Preis chinesischer Produkte im Ausland. Der Yuan-Kurs bewegt sich nicht gänzlich frei nach Marktkräften, sondern wird von Chinas Notenbank in Grenzen gesteuert. Dies wirft bei jeder Marktbewegung die Frage auf, inwieweit die Kursbewegung durch die Marktteilnehmer oder durch die Notenbank zustande kam.

Trump kritisierte die Abwertung des Yuan als "Währungsmanipulation". China habe den Kurs seiner Währung nahe an ein historisches Tief gesenkt, um sich Vorteile im internationalen Wettbewerb zu verschaffen. Trump legte auf Twitter nach: China habe "schon immer die Manipulation seiner Währung genutzt, um unsere Unternehmen und Fabriken zu stehlen, unseren Arbeitsplätzen zu schaden" und die Löhne der amerikanischen Arbeiter zu drücken. "Damit ist jetzt Schluss."

Chinesische und amerikanische Unterhändler sollen sich im September erneut in Washington treffen, um ein Handelsabkommen abzuschließen.

WASHINGTON/NEW YORK/PEKING (dpa-AFX)

Bildquellen: Dilok Klaisataporn / Shutterstock.com, Lightspring / Shutterstock.com
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

US-Börsen schließen höher -- DAX beendet Handel deutlich stärker -- Nikola weiter mit roten Zahlen -- Siemens erhöht Prognose -- BMW, adidas, Siltronic, Beyond Meat, Peloton, GoPro im Fokus

USA: Kreditvergabe an Verbraucher steigt stärker als erwartet. US-Präsident Biden: Erholung der US-Wirtschaft ist kein Sprintn Airbus liefert im April wieder weniger Flugzeuge aus. EMA untersucht Fälle von Nervenerkrankung nach AstraZeneca-Impfung. Landkreis genehmigt Lagerhalle auf Tesla-Gelände. Frankreich blockiert wohl EU-Bestellung von BioNTech/Pfizer-Impfstoff - US-Zulassung beantragt.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

DAX 30: Die Gewinner und Verlierer im April 2021
Welche Aktie macht das Rennen?
Die größten Börsencrashs
Die größten Krisen an den Finanzmärkten
Rohstoffe: Die Gewinner und Verlierer im April 2021
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
Die zehn größten Übernahmen
Wer legte für wen das meiste Geld auf den Tisch?
Die erfolgreichsten Filme aller Zeiten (Stand März 2021)
Welcher Blockbuster spielte den größten Umsatz aller Zeiten ein?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Sorge vor der steigenden Inflation wächst; mit welchen Assets Klassen versuchen Sie Ihr Depot zu diversifizieren?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln