OTS: Coface Deutschland / Globale Insolvenzen 2026: Stabilisierung auf dünnem ...

05.02.26 10:06 Uhr

Globale Insolvenzen 2026: Stabilisierung auf dünnem Eis (FOTO)

Mainz (ots) - Die Zahl der weltweiten Unternehmensinsolvenzen bleibt 2026 hoch,

Wer­bung

zeigt jedoch erstmals Anzeichen einer leichten Stabilisierung. Nach deutlichen

Anstiegen in den Vorjahren erwartet Coface in den großen Industrienationen einen

moderaten Anstieg um 2,8 Prozent, für Deutschland ein Plus von 1 Prozent. Wie

nachhaltig diese Stabilisierung ist, hängt jedoch stark vom Zinsumfeld ab: Schon

eine Erhöhung um 25 Basispunkte könnte die globale Insolvenzentwicklung wieder

kippen.

"Das Jahr 2026 dürfte eher eine Verschnaufpause als eine echte Trendwende

Wer­bung

bringen", sagt Markus Kuger, Volkswirt beim internationalen Kreditversicherer

Coface. "Die Insolvenzzahlen stabilisieren sich nur, wenn die

Finanzierungskosten nicht wieder ansteigen." Zwar entlasten eine vorsichtige

geldpolitische Lockerung und leicht verbesserte Finanzierungsbedingungen viele

Volkswirtschaften. Doch die Zinsen liegen weiterhin über dem Vorkrisenniveau,

während zahlreiche Branchen mit hohen Kosten, strukturellen Herausforderungen

Wer­bung

und wachsender Schuldenlast konfrontiert sind. Besonders betroffen sind energie-

und kapitalintensive Bereiche wie das Baugewerbe, die chemische Industrie und

große Teile des verarbeitenden Gewerbes. Selbst traditionell robuste Sektoren

wie Pharma und IT spüren zunehmenden Margendruck.

Heterogene Entwicklung in Europa, Nordamerika und Asien-Pazifik

Für Deutschland erwartet Coface einen moderaten Anstieg der Insolvenzen um 1

Prozent. Die Fallzahlen bleiben zwar über Vor-Pandemie-Niveau, doch

Steuerentlastungen, öffentliche Investitionen und sinkende Energiekosten tragen

trotz anhaltender Schwäche im Baugewerbe und in industriellen Kernbereichen zur

Stabilisierung bei. In Frankreich und dem Vereinigten Königreich bleibt das

Insolvenzgeschehen mit einem Plus von jeweils 2 Prozent auf hohem Niveau.

Spanien hingegen profitiert von einer robusteren Konjunktur und dürfte einen

Rückgang um 3 Prozent verzeichnen. In den Niederlanden dürfte die Zahl der

Firmenpleiten nach einem außergewöhnlich starken Rückgang im Jahr 2025 wieder um

4 Prozent steigen und damit auf Vor-Pandemie-Niveau zurückkehren.

In Nordamerika zeigt sich ein gespaltenes Bild: In den USA erwartet Coface einen

Anstieg um 4 Prozent, bedingt durch den starken Einfluss politischer Maßnahmen,

schwächeres Wachstum und strukturelle Verwundbarkeiten. Kanada (-5 Prozent)

hingegen dürfte nach mehreren Jahren kräftiger Anstiege seinen Erholungskurs

fortsetzen und eine deutliche Entlastung erleben. Auch im asiatisch-pazifischen

Raum erwartet Coface eine uneinheitliche Entwicklung. In Japan (+7 Prozent)

steigen die Insolvenzen aufgrund schwacher Nachfrage und eines anhaltend hohen

Zinsniveaus voraussichtlich weiter an, während Australien (+0,5 Prozent) nach

ausgeprägten Nachholeffekten in eine stabile Seitwärtsbewegung übergehen dürfte.

Nur ein Zinsschritt könnte Trendwende auslösen

Besonders in Europa bleibt der Ausblick eng an die Entwicklung der Kreditkosten

gekoppelt. "Sollten die Zinsen 2026 wider Erwarten steigen, könnte die fragile

Entspannung schnell ins Wanken geraten. Schon eine Zinserhöhung von 25

Basispunkten könnte die Zahl der globalen Insolvenzen um 4 bis 5 Prozent steigen

lassen, was der gleichen Wachstumsrate wie 2025 entsprechen würde", erklärt

Markus Kuger. Besonders gefährdet wären Branchen mit geringer

Schuldentragfähigkeit wie Bau, Chemie und Textil. "Der Verlauf des

Insolvenzgeschehens hängt 2026 also weniger vom Wachstum ab als vom Tempo der

geldpolitischen Anpassungen - und damit vom Preis der Finanzierung, der zum

entscheidenden Risikofaktor wird."

Mehr Informationen, Grafiken und die ausführliche Analyse: http://www.coface.de

Pressekontakt:

Coface, Niederlassung in Deutschland

Sebastian Knierim - Pressesprecher -

Tel. 06131/323-335

mailto:sebastian.knierim@coface.com

http://www.coface.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/51597/6210940

OTS: Coface Deutschland