Aktien von SpaceX, Anthropic & Co: Neuer Fonds ermöglicht Investitionen für Kleinanleger

Wer in SpaceX, OpenAI oder Anthropic investieren wollte, brauchte bisher Zugang zu Risikokapitalfonds oder die richtigen Kontakte. Ein neuer Fonds will das ändern.
Werte in diesem Artikel
• Powerlaw Corp. hat am 10. Februar 2026 einen Antrag auf NASDAQ-Listing bei der SEC eingereicht
• Der Fonds hält Beteiligungen an SpaceX, OpenAI, Anthropic, xAI, Anduril und Stripe
• Das verwaltete Vermögen liegt bei über 1,2 Milliarden US-Dollar
Powerlaw Corp. plant Börsengang an der Nasdaq
Powerlaw Corp., ein geschlossener Investmentfonds mit Beteiligungen an einigen der wertvollsten nicht-börsennotierten Technologieunternehmen der Welt, hat am 10. Februar 2026 bei der US-Börsenaufsicht SEC einen Antrag auf Börsenzulassung eingereicht. Das geht aus dem öffentlich einsehbaren Registrierungsdokument (Form N-2) auf der SEC-Website hervor. Der Fonds plant ein sogenanntes "Direct Listing" an der NASDAQ, bei dem bestehende Anteilseigner ihre rund 43,2 Millionen Aktien zum Verkauf anbieten können. Anders als bei einem klassischen Börsengang werden dabei keine neuen Aktien ausgegeben. Stifel, Nicolaus & Company soll als Finanzberater den Handelsstart und den Eröffnungskurs begleiten. Die SEC muss dem Vorhaben allerdings noch zustimmen.
Hinter Powerlaw Corp. steht Powerlaw Capital Group, eine Plattform des in San Francisco ansässigen Investmentunternehmens Akkadian Ventures. Akkadian hat sich darauf spezialisiert, Anteile an privaten Unternehmen von bestehenden Investoren, Mitarbeitern oder über Zweckgesellschaften (Special Purpose Vehicles) zu erwerben. Laut dem SEC-Filing verwaltete der Fonds zum Stichtag mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten. Das Investmentportfolio umfasste per 31. Dezember 2025 rund 355 Millionen US-Dollar (zu Anschaffungskosten), verteilt auf 18 Portfoliounternehmen, von denen 99 Prozent dem privaten Technologiesektor zuzuordnen sind.
Das Portfolio: Von KI bis Raumfahrt
Die größten Positionen des Fonds bilden laut SEC-Filing OpenAI mit einem Anschaffungswert von 114,4 Millionen US-Dollar, SpaceX mit 39,8 Millionen US-Dollar und xAI mit 10,9 Millionen US-Dollar. Zum Portfolio gehören außerdem Anthropic, der Rüstungstechnologiekonzern Anduril Industries, die Prognoseplattform Kalshi und der Zahlungsdienstleister Stripe. Insgesamt hält der Fonds sechs Beteiligungen an KI-Unternehmen. Wie aus dem SEC-Filing hervorgeht, investiert Powerlaw Corp. über eine Mischung aus direkten Eigenkapitalbeteiligungen, Wandelanleihen, Zweckgesellschaften und Termingeschäften (Forward Contracts).
Für Kleinanleger waren Unternehmen wie OpenAI oder SpaceX bislang praktisch unerreichbar. Ein Großteil der Wertschöpfung fand im privaten Markt statt, lange bevor ein potenzieller Börsengang überhaupt in Reichweite rückte. OpenAI etwa verhandelte Medienberichten vom Dezember 2025 zufolge über eine Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von bis zu 830 Milliarden US-Dollar, verglichen mit weniger als 30 Milliarden nur wenige Jahre zuvor. John Spinale, Managing Partner der Wagniskapitalgesellschaft Jazz Venture Partners und Investor bei Powerlaw Corp., erklärte laut Bloomberg, die besten Unternehmen entschieden sich zunehmend gegen einen Börsengang, was der breiten Öffentlichkeit den Zugang zu wachstumsstarken Firmen verwehre.
Risiken und ein wachsender Markt
Powerlaw Corp. ist nicht der einzige Anbieter, der Kleinanlegern Zugang zu privaten Technologieunternehmen verschaffen will. Wie TheStreet in einem Beitrag vom 17. Februar 2026 beschreibt, haben sich zuletzt mehrere vergleichbare Vehikel formiert. Der Destiny Tech 100 ETF investiert bereits in SpaceX und andere nicht-börsennotierte Firmen. Der Fintech-Anbieter Fundrise legte einen eigenen Venture-Capital-Fonds mit Beteiligungen an OpenAI, Anthropic und Anduril auf. Robinhood plant mit dem Robinhood Venture Fund I ebenfalls einen öffentlich handelbaren Fonds mit Positionen in Stripe, Databricks und Revolut.
Der Markt birgt jedoch Risiken, auf die Powerlaw Corp. im SEC-Filing ausdrücklich hinweist. Geschlossene Fonds handeln häufig mit einem Abschlag zum inneren Wert ihrer Beteiligungen, dem sogenannten Net Asset Value. Selbst wenn das Portfolio gut performt, kann der Aktienkurs darunter liegen. Hinzu kommt, dass private Unternehmen nicht zur Veröffentlichung detaillierter Finanzberichte verpflichtet sind, was die Bewertung erschwert. Die Insolvenz der Plattform Linqto, die Kleinanlegern ebenfalls Zugang zu Unternehmen wie SpaceX und Anthropic bot, verdeutlicht laut Bloomberg die Gefahren dieses Marktsegments. Powerlaw Corp. erhebt eine jährliche Verwaltungsgebühr von 2,5 Prozent. Ob die SEC dem Listing zustimmt und wann die Aktien tatsächlich handelbar sein werden, steht noch nicht fest.
D. Maier / Redaktion finanzen.net
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