12.08.2022 10:00

Deutsche Wirtschaft: Bundesregierung sieht schlechtere Aussichten für zweites Halbjahr

Reduzierte Gaslieferungen: Deutsche Wirtschaft: Bundesregierung sieht schlechtere Aussichten für zweites Halbjahr | Nachricht | finanzen.net
Reduzierte Gaslieferungen
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Die deutsche Wirtschaft hat sich nach Ansicht des Bundeswirtschaftsministeriums im ersten Halbjahr besser entwickelt als von vielen Beobachtern erwartet, doch die reduzierten Gaslieferungen, die gestiegenen Energiepreise und die fortdauernden Lieferengpässen sorgten für schlechtere Aussichten im zweiten Halbjahr.
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Die deutsche Industrie habe sich im Juni weiter von dem externen Schock erholt, den sie durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erlitten hatte, erklärte das Ministerium in seinem Monatsbericht für August. Die Produktion und der Export von Waren legten zu. Die Nachfrage verlaufe bei abgekühltem Geschäftsklima aber schwach. Der Ausblick für die Industriekonjunktur im zweiten Halbjahr bleibe angesichts der großen Unsicherheit zurückhaltend.

Die Lage bei den weltweiten Lieferketten bleibe ebenfalls angespannt, auch wenn sich das aus China stammende Frachtvolumen zuletzt wieder erholt habe. Die Engpässe dürften jedoch im zweiten Halbjahr anhalten, sodass die Aussichten für den deutschen Außenhandel verhalten ausfielen, hieß es.

Die Unsicherheit und die hohe Inflation wirkten indessen belastend auf das Konsumklima. Die Einzelhandelsumsätze waren zuletzt wieder rückläufig. Die Inflationsrate sei im Juli zwar erneut leicht auf 7,5 Prozent gesunken, liege damit aber immer noch auf einem Niveau wie während der ersten Ölkrise im Winter 1973/74 im früheren Bundesgebiet.

Nach wie vor seien es vor allem die Preise für Energie und Nahrungsmittel, die die allgemeine Teuerung trieben. Der eingeführte Tankrabatt und das 9-Euro-Ticket sorgten allerdings für eine gewisse Entlastung. Die weitere Entwicklung des Preisniveaus hänge vor allem am Fortgang der Energielieferungen aus Russland sowie an der Reaktion der Europäischen Zentralbank auf die hohen Inflationsraten.

Von Andreas Plecko

FRANKFURT (Dow Jones)

Bildquellen: Vladimir Wrangel / Shutterstock.com, jvinasd / Shutterstock.com
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