27.02.2019 20:05

Wirecard-Aktie: Sollten Anleger jetzt zugreifen oder ist die Aktie ein unkalkulierbares Risiko?

Schnäppchenpreise: Wirecard-Aktie: Sollten Anleger jetzt zugreifen oder ist die Aktie ein unkalkulierbares Risiko? | Nachricht | finanzen.net
Schnäppchenpreise
Folgen
Die Aktie des Münchner Zahlungsdienstleisters Wirecard durchläuft an der Börse aktuell eine regelrechte Achterbahnfahrt. Lohnt sich in solch einem Umfeld eine längerfristige Investition oder sollte Anlegern nicht ins fallende Messer greifen?
Werbung
Am 24. September 2018 war es endlich so weit, der Zahlungsdienstleister Wirecard aus Aschheim bei München nahm seinen Platz im deutschen Leitindex DAX ein. Aufgrund der höheren Marktkapitalisierung verwies das Finanztechnologieunternehmen die stark unter Druck geratenen Commerzbank-Aktien in den MDAX.

Über 56 Prozent Drawdown

Am Tag der DAX-Aufnahme markierte die Wirecard-Aktie an der Börse mit einem Preis von 182,50 Euro ihren Schlusskurs und notierte so schon rund 8,5 Prozent unter ihrem, am 5.September 2018 markierten, Allzeithoch von 199,30 Euro. Nun, rund fünf Monate nach der DAX-Aufnahme, notieren die Anteilsscheine des Zahlungsdienstleisters mit einem Kurs von 117 Euro, mehr als 40 Prozent unter ihrem Allzeithoch. Mit einem Jahrestief von 86,28 Euro pendelten die Anteilsscheine zeitweise sogar über 56 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Was ist passiert?

Nach dem schon das Manager Magazin im Februar 2017 über angeblich undurchsichtige Bilanzierungspraktiken des Unternehmens berichtete, veröffentlichte der Financial Times-Journalist Dan McCrum im Zeitraum zwischen dem 30. Januar und dem 8. Februar 2019 mehrere Artikel, welche Wirecard unlautere Geschäftspraktiken und Bilanzfälschung vorwarfen.

Dan McCrum sorgt für Kurssturz

Obwohl die Unternehmensführung des DAX-Neulings derartige Vorwürfe unverzüglich zurückwies, reagierten die Anleger panikartig und verkauften ihre Beteiligungen. Erst nachdem die Staatsanwaltschaft München daraufhin ein Ermittlungsverfahren gegen Dan McCrum wegen Kursmanipulation einleitete und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht am 18. Februar 2019 ein zweimonatiges Verbot für neue Netto-Leerverkaufspositionen für die Wirecard-Anteile aussprach, erholte sich der Aktienkurs des Unternehmens.

Die Anschuldigungen von McCrum gegenüber Wirecard haben das Unternehmen nun mehr als 8 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung gekostet. Der extreme Kurssturz der Aktie hat somit auch die Bewertungskennzahlen des Unternehmens in ein neues Licht gerückt.

Schnäppchen im Vergleich zur Peergroup

Im Branchenvergleich stellt Wirecard nun ein wahres Schnäppchen dar. Mit einem gegenwärtigen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27 liegt der DAX-Aufsteiger weit unterhalb der Bewertungsniveaus seiner Peergroup. Die großen Konkurrenten im Bereich Bezahldienstleistung wie PayPal, Square, Adyen und Worldline weisen im Vergleich zu Wirecard erheblich höhere Multiples auf. So kommt das globale Zahlungsunternehmen Adyen aus Amsterdam aktuell auf ein KGV von 123 und der amerikanische Finanzdienstleister Square auf 107. Sogar die Aktie von Paypal ist mit einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 33 erheblich teurer als die Wirecard-Papiere.

Hervorragendes Gewinnwachstum

Trotz heftiger Vorwürfe und diverser Shortattacken gegen Wirecard, haben sich die fundamentalen Aussichten des Unternehmens kaum geändert. Laut der im November veröffentlichten Geschäftsprognose sollen die Umsätze sowie der Gewinn pro Aktie in den nächsten drei Jahren weiter stark wachsen. Das EPS soll von 2,12 Euro aus dem Jahr 2017 auf rund 7,21 Euro im Jahr 2021 gesteigert werden. Schon der erwartete Gewinn pro Aktie in Höhe von 4,25 Euro für das Jahr 2019 stellt gegenüber dem Geschäftsjahr 2017 eine Gewinnverdopplung dar. Der operative Gewinn soll im Jahr 2019 demnach im Bereich zwischen 740 bis 800 Millionen Euro liegen.

Analysten raten zum Kauf

Mit derartigen Gewinnsteigerungen lässt Wirecard nicht nur die Kameraden im DAX alt aussehen, sondern auch die Peergroup in der Bezahldienstleistungsbranche. Ein derartiges Wachstumspotenzial lässt auch die Analysten nicht kalt, die sich fortwährend mit dem Konzern beschäftigen. Die Kursziele und Kaufempfehlungen reichen von 170 Euro pro Aktie von der HSBC bis zu 265 Euro pro Anteil von der BNP Paribas. Das durchschnittliche Kursziel der 21 Analysten, die sich mit der Aktie auseinandersetzten, liegt mit 193,41 Euro nun sogar rund 66 Prozent über der aktuellen Notierung der Anteilsscheine.

Volatile Wachstumsstory

Auch wenn das operative Geschäft von Wirecard hervorragend läuft, die Aktie gute Wachstumsaussichten bietet und sich die Analysten mit neuen Kurszielen überschlagen, sollten Anleger vor einer Investition, die möglichen Chancen und Risiken genau abwägen. Denn solange die Vorwürfe der Bilanz-Manipulation des Financial Times-Journalisten nicht komplett entkräftet sind und weiterhin im Raum stehen, wird auch der Aktienkurs keinen große Erholungsrally beginnen.

Schlagen die Shortseller zurück?

Des Weiteren ist bis lang noch unabsehbar, inwiefern sich die Intervention der BaFin auf die weitere Entwicklung des Aktienkurses auswirken wird. Klar ist zwar, dass das aktuelle Leerverkaufsverbot für eine kurzfristige Kurserholung sorgt, unklar ist jedoch, wie sich die sogenannten Shortseller nach dem Ablauf der staatlich aufgelegten Leerverkaufssperre verhalten werden.

Pierre Bonnet / finanzen.net

Ausgewählte Hebelprodukte auf Wirecard AG
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Wirecard AG
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent
Bildquellen: Wirecard, CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images

Nachrichten zu Wirecard AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Wirecard AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
26.06.2020Wirecard VerkaufenIndependent Research GmbH
25.06.2020Wirecard VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
22.06.2020Wirecard VerkaufenIndependent Research GmbH
19.06.2020Wirecard ReduceOddo BHF
18.06.2020Wirecard VerkaufenIndependent Research GmbH
26.05.2020Wirecard buyBaader Bank
15.05.2020Wirecard kaufenIndependent Research GmbH
14.05.2020Wirecard buyBaader Bank
11.05.2020Wirecard buyBaader Bank
07.05.2020Wirecard buyBaader Bank
18.06.2020Wirecard Equal-WeightMorgan Stanley
08.06.2020Wirecard NeutralOddo BHF
08.06.2020Wirecard NeutralUBS AG
02.06.2020Wirecard NeutralUBS AG
26.05.2020Wirecard HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
26.06.2020Wirecard VerkaufenIndependent Research GmbH
25.06.2020Wirecard VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
22.06.2020Wirecard VerkaufenIndependent Research GmbH
19.06.2020Wirecard ReduceOddo BHF
18.06.2020Wirecard VerkaufenIndependent Research GmbH

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Wirecard AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Jetzt noch kostenlos anmelden!

Dank Corona erlebte die E-Commerce-Branche in den letzten Jahren einen wahren Boom. Dabei konnten vornehmlich Trader attraktive Renditen erzielen. Wie die Zukunft der Online-Händler aussieht und auf welche Aktien Sie dabei unbedingt einen Blick werfen sollten, erfahren Sie im B2B-Seminar morgen um 18 Uhr.
Werbung
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Ukraine-Krieg im Ticker: DAX fällt zurück -- EU kündigt Vertrag mit Valneva -- Twitter-Anwälte werfen Elon Musk Vertraulichkeitsbruch vor -- thyssenkrupp, Deutsche Bank, Goldpreis im Fokus

Ryanair strebt nach Rückkehr in schwarze Zahlen. Renault gibt Aktivitäten in Russland vollständig auf. Vantage Towers erreicht Ziele. EU-Kommission korrigiert Prognose für Wirtschaftswachstum und Inflation drastisch. Rheinmetall, 4iG und HM EI gründen Gemeinschaftsunternehmen. Russischer Gas-Transit durch die Ukraine fällt weiter. adesso mit unerwartet hohem Gewinn.

Umfrage

Worüber machen Sie sich derzeit die größeren Sorgen?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln