05.11.2020 15:52

HeidelbergCement-Aktien stabil: HeidelbergCement über Erwartungen - Gewinn 2020 steigend erwartet

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HeidelbergCement hat mit Hilfe seines Sparprogramms im dritten Quartal trotz rückläufigem Umsatz den Gewinn unerwartet deutlich gesteigert.
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Das Ergebnis des laufenden Geschäfts vor Abschreibungen stieg vergleichbar um 16,5 Prozent auf 1,328 Milliarden Euro, wie der Baustoffhersteller in Heidelberg mitteilte. Analysten hatten in einem vom Unternehmen zusammengestellten Konsens mit 60 Millionen Euro weniger gerechnet. Die Einnahmen zwischen Juli und September schrumpften um 3,5 Prozent auf 4,886 Milliarden Euro.

Vorstandschef Dominik von Achten sprach von einem "hervorragenden Ergebnis", zu dem alle Konzerngebiete beigetragen hätten. Der Baustoffkonzern erwartet, dass sich diese Entwicklung im vierten Quartal fortsetzt und prognostizierte für 2020 ein Ergebnis des laufenden Geschäfts vor Abschreibungen über dem Vorjahr. Coronabedingt hatte HeidelbergCement bisher keinerlei Prognose genannt.

HeidelbergCement profitierte von seinem Aktionsplan Cope. Mittlerweile seien Einsparungen von 721 Millionen Euro realisiert - nach 354 Millionen Euro per Ende Juni. Anfang Mai hatte der Vorstand auf die Bremse getreten und angekündigt, Investitionen zu beschränkt, alle nicht-wesentlichen Ausgaben zu minimieren und den Personalaufwand zu reduzieren, um bis zum Jahresende 1 Milliarde Euro einzusparen. "Wir liegen damit exakt im Plan", hieß es jetzt.

Dank eines Cashflows aus operativem Geschäft von 1,5 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten konnte der Konzern seine Nettofinanzverschuldung seit Jahresbeginn um 500 Millionen Euro senken. Der Verschuldungsgrad lag damit Ende September bei 2,1. Bis zum Jahresende will das Unternehmen den Wert auf 2,0 oder besser bringen. Damit wäre der obere Wert des Zielkorridors von 1,5 bis 2,0 dann erreicht.

HeidelbergCcement rechnet nicht mit weiterer Delle im Geschäft

HeidelbergCement rechnet angesichts der wieder steigenden Covid-19-Infektionszahlen - anders als im Frühjahr - nicht mit einer Delle in der eigenen Geschäftsentwicklung. Vorstandschef Dominik von Achten sagte in einer Telefonpressekonferenz am Donnerstag, die meisten Regierungen hätten verstanden, dass von Baustellen unter Corona-Gesichtspunkten keine Gefahr ausgehe und auch die Grenzen nicht wie im Frühjahr geschlossen, weshalb wohl auch die nötigen Arbeitskräfte auf dem Bau nicht erneut knapp würden.

Er sei deshalb "vorsichtig optimistisch", dass es keine zweite Delle geben werde, sagte von Achten. Mittelfristig werde die Baubranche ohnehin von Infrastruktur- und Konjunkturprogrammen profitieren.

Der Vorstandschef hält die kurzfristige Entwicklung gleichwohl für schlecht abschätzbar. "Die Visibilität bleibt schwierig", sagte er. Nach dem guten dritten Quartal sei der Oktober ordentlich gewesen, und man erwarte, dass auch das vierte Quartal insgesamt ordentlich ausfallen werde. Von einer Belebung der Nachfrage könne man bisher aber nicht sprechen. Die Umsätze stabilisierten sich in Summe, sagte von Achten. In einigen Regionen zeigten sie nach oben, in anderen nach unten.

Der Konzern hat im Frühjahr mit massiven Sparmaßnahmen auf den Einbruch der Branche reagiert, um sein Geld in der Kasse beisammen zu halten. Nicht zwingende Erhaltungsinvestitionen - etwa in große Steinbruch-Fahrzeuge - mit einem Gesamtvolumen von 312 Millionen Euro wurden verschoben, durch - unter anderem - Kurzarbeit sanken die Fixkosten um 283 Millionen Euro, und schließlich sorgten Steuerstundungen sowie striktes Forderungsmanagement für weitere 126 Millionen Euro mehr in der Kasse, wie Finanzvorstand Lorenz Näger erläuterte.

Alles zusammen sorgte für 50 Prozent mehr Cashflow auf Sicht der letzten zwölf Monate und trotz 7-prozentigem Umsatzrückgang in den ersten neun Monaten für ein um 6 Prozent höheres Ergebnis im laufenden Geschäftsbetrieb vor Abschreibungen und eine Margensteigerung von 249 Basispunkten auf 20,8 Prozent für den Zeitraum Januar bis September. Näger wies darauf hin, dass die Investitionen nach der Krise nachgeholt würden, damit kein Erhaltungsrückstand entstehe.

HeidelbergCement-Aktien steigen - Starkes Quartal keine Versicherung

Unsicherheit über die Nachhaltigkeit der starken Geschäftsentwicklung von HeidelbergCement hat am Donnerstag die Aktie des Baustoffherstellers belastet. Nach anfänglichen Gewinnen von bis zu 2 Prozent drehte sie in die Verlustzone. Aktuell steht das Papier unverändert bei 53,06 Euro.

Dabei hatte die HeidelbergCement-Aktie am Vortag erst die 200-Tage-Linie überwunden, die aktuell bei 52,20 Euro verläuft. Für charttechnisch orientierte Anlegern ist diese Durchschnittslinie ein wichtiger Indikator für den längerfristigen Trend. Und auf diesen achten Investoren zunehmend, denn HeidelbergCement hat bislang kein gutes Jahr hinter sich: Knapp 20 Prozent hat der Aktienkurs seit Jahresbeginn verloren und zählt damit zu den größten Verlierern im Dax. Das Minus des Leitindex beträgt in diesem Jahr knapp 6 Prozent.

Unisono lobten Analysten nun zwar das überraschend starke dritte Quartal des Zementherstellers. Das operative Ergebnis (Ebitda) in Höhe von 1,328 Milliarden Euro habe seine Schätzung leicht übertroffen und die am Markt noch etwas deutlicher, hob etwa der Commerzbank-Experte Norbert Kretlow hervor. Die Treiber hinter der positiven Überraschung seien die Geschäftsentwicklung in West- und Südeuropa und im asiatisch-pazifischen Raum gewesen, konkretisierte er.

Patrick Creuset von Goldman Sachs sprach von einem "starken Ebitda". Einige Analysten rechnen nun mit höheren Marktschätzungen für das Gesamtjahr 2020. Zu diesen Experten zählt auch Elodie Rall von der US-Bank JPMorgan.

Nabil Ahmed von der Barclays Bank verwies indes darauf, dass ein stärkeres Quartal letztlich erwartet worden sei, nachdem Wettbewerber bereits positiv überrascht hätten. Zwar sieht auch er Aufwärtspotenzial für die Marktschätzungen 2020 für das Ebitda und die Barmittel, der Fokus liege aber nun auf 2021. "Die Augen sind nun auf die Nachhaltigkeit der Margengewinne in einem noch unsichereren Umfeld gerichtet."

Ebenso sieht es Kretlow. Der Commerzbank-Experte hatte neben dem starken Ebitda ebenfalls die dank Kosteneinsparungen und Preiserhöhungen erfreuliche Margenüberraschung im abgelaufenen Quartal gelobt. "Doch diese aktuelle Dynamik kann wegen der Unsicherheiten in den für den Zementhersteller relevanten Endmärkten nicht einfach auf die künftige Entwicklung übertragen werden", warnte er. Daher sieht er die aktuelle Aktienbewertung als gerechtfertigt an und bestätigte sein neutrales Anlage-Urteil "Hold".

FRANKFURT (Dow Jones / dpa-AFX)

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