Trotz roten Zahlen

Geschäfte bei MAN stabilisieren sich

29.10.13 09:15 Uhr

Beim Lkw- und Maschinenbauer MAN haben sich die Geschäfte im dritten Quartal nach einem sehr schwachen ersten Halbjahr spürbar stabilisiert.

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An der bereits zwei Mal nach unten korrigierten Prognose für das Gesamtjahr hält die Volkswagen-Tochter nun fest. Für eine endgültige Entwarnung ist es aber noch immer zu früh. <

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Vor allem dank der wieder besseren Lage auf dem für die Münchener so wichtigen brasilianischen Markt und Vorzieheffekten in Europa durch die nahende Einführung strengerer Abgasvorschriften legte der Auftragseingang von MAN zwischen Juli und September um 22 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro zu. Der Umsatz sackte wegen der schwachen Nachfrage in der ersten Jahreshälfte dagegen um 6 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro ab.

Der operative Gewinn lag im dritten Quartal mit 189 Millionen Euro leicht über dem Vorjahresniveau, womit die Rendite auf 5,2 Prozent von 4,8 Prozent stieg. Mit den vorgelegten Zahlen schnitt MAN beim Umsatz schwächer ab als erwartet, der operative Gewinn fiel dagegen etwas besser aus.

Unterm Strich verlor MAN allerdings aufgrund von Sondereffekten zwischen Juli und September 221 Millionen Euro, nachdem der Nutzfahrzeughersteller im Vorjahrsquartal noch einen Gewinn von 58 Millionen Euro erzielt hatte. Das herbe Minus lag zum einen an den Nachwehen des Verkaufs des krisengeschüttelten Industriedienstleisters Ferrostaal und zum anderen an steuerlichen Effekten im Zusammenhang mit der Übernahme durch den Volkswagen-Konzern.

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Vorstandschef Georg Pachta-Reyhofen, der für die zweite Jahreshälfte bereits einen Aufschwung im operativen Geschäft in Aussicht gestellt hatte, gab noch keine Entwarnung. Das konjunkturelle Umfeld bleibe nach wie vor schwierig. "Zwar scheint im Euroraum die Rezession überwunden zu sein, die Erholung der Weltwirtschaft kommt aber nach wie vor nur langsam voran", schrieb er im Brief an die Aktionäre.

"Die Vorzieheffekte im europäischen Nutzfahrzeuggeschäft sehen wir mit gemischten Gefühlen. Zwar ist unsere derzeitige Produktionsauslastung dadurch sehr gut und unsere Auftragsbücher sind prall gefüllt; wir müssen aber davon ausgehen, dass uns diese Aufträge in späteren Quartalen fehlen werden", sagte Pachta-Reyhofen. In der zweiten Sparte, dem Geschäftsbereich Power Engineering, gebe es noch keine Zeichen für eine Verbesserung der Situation. "Der Handelsschiffbau ist nach wie vor von starken Überkapazitäten geprägt. Konjunkturelle Unsicherheiten und erschwerte Finanzierungsbedingungen beeinträchtigen weiterhin unser Geschäft mit Kraftwerksanlagen und Turbomaschinen".

Die schwache Lkw-Nachfrage in Europa und Brasilien sowie Rückstellungen auf Dieselkraftwerksprojekte hatten MAN im April zu einer Gewinnwarnung gezwungen. Sogar Kurzarbeit wurde für die deutschen Standorte angemeldet. Da zudem neuerliche Rückstellungen in dreistelliger Millionenhöhe nötig wurden, folgte im Juni die nächste Gewinnwarnung. In der Konsequenz des enttäuschenden Geschäftsverlaufs schrieb MAN im ersten Halbjahr sowohl operativ als auch unterm Strich tiefrote Zahlen.

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Obwohl es operativ nun wieder bergauf ging, geht MAN nicht davon aus, diese Rückschläge im restlichen Jahresverlauf vollends wettmachen zu können. Die VW-Tochter rechnet auf Gesamtjahressicht zwar mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau, allerdings auch weiter mit einem sehr deutlichen Rückgang beim operativen Ergebnis und einer ganz erheblich schrumpfenden Rendite. Im vergangenen Jahr waren von jedem Euro operativ gut 6 Cent Gewinn hängen geblieben. Schon damit lag MAN deutlich hinter dem mittel- und langfristigen Ziel einer Marge von 8,5 Prozent zurück.

MAN ist nicht der einzige Lkw-Hersteller, der zuletzt von einer Belebung des Geschäfts berichten konnte. Daimler steigerte im dritten Quartal in der Truck-Sparte Verkäufe und Gewinn um jeweils 4 Prozent, Scania schaffte gar ein Orderplus von fast 30 Prozent und wieder eine prozentual zweistellige Rendite. Schlechter lief es dagegen bei Volvo. Die Schweden verbuchten deutliche Umsatz- und Gewinnrückgänge und wollen nun mit massiven Stellenstreichungen gegensteuern.

Insgesamt gesehen ist 2013 alles andere als ein einfaches Jahr für die Lkw-Branche. "Weltweit ist 2013 im Lkw-Markt lediglich mit einem leichten Absatzplus von circa vier Prozent zu rechnen. Als Grund dafür können vor allem die Rückgänge in Ost- und Westeuropa gelten", prognostiziert Gorazd Vrbica, Director bei der Unternehmensberatung AlixPartners und dort Experte für die Branche. Elmar Kades, Managing Director von AlixPartners, geht davon aus, dass es vor allem aufgrund der schwierigen konjunkturellen Lage im Süden des Kontinents in Westeuropa zu einem Absatzrückgang von circa acht Prozent kommen könnte.

Laut aktuellen Daten des europäischen Herstellerverbandes ACEA schrumpfte die EU-weite Nachfrage nach Lkw über 3,5 Tonnen in den ersten neun Monaten um knapp 7 Prozent. Der gerade für die deutschen Hersteller wichtige brasilianische Markt dürfte nach Einschätzung von AlixPartners dagegen um fünf Prozent zulegen.

DJG/ncs/brb

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