Deutschland: Industrie mit deutlichem Auftragsrücksetzer
Die deutsche Industrie hat im Januar einen deutlichen Rückgang an Neuaufträgen hinnehmen müssen. Im Monatsvergleich sank das Auftragsvolumen um 2,7 Prozent, wie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte.
Damit setzt sich die sehr schwankungsanfällige Entwicklung der Vormonate fort. Von dpa-AFX befragte Experten hatten für Januar mit einem Anstieg um 0,9 Prozent gerechnet. Der Zuwachs vom Dezember wurde leicht um 0,1 Punkte auf 1,6 Prozent nach unten korrigiert. Im Jahresvergleich sanken die Aufträge zu Jahresbeginn deutlich um 4,9 Prozent, nach einer Stagnation im Dezember.
"Die Auftragseingänge in der Industrie starteten insgesamt schwach in das neue Jahr", kommentierte das Ministerium die Zahlen. Allerdings sei das starke Minus vor allem auf den geringen Umfang von Großaufträgen zurückzuführen. Ohne den großauftragslastigen Bereich "sonstiger Fahrzeugbau" - hierzu zählen Schienenfahrzeuge, Flugzeuge und Schiffe - wäre das Orderminus mit 0,5 Prozent entsprechend moderater ausgefallen.
Besonders stark gaben die Bestellungen im Januar mit 5,5 Prozent bei den wichtigen Investitionsgütern nach. Ein spürbarer Rückgang stellte sich mit 2,9 Prozent auch bei Konsumgütern ein, während die Aufträge für Vorleistungsgüter um 1,9 Prozent zulegten. Die Auslandsnachfrage sank kräftig um 5,5 Prozent, die Inlandsnachfrage stützte die Entwicklung mit einem Puls um 0,9 Prozent.
Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich (Dezember/Januar gegenüber Oktober/November) gingen die Aufträge ebenfalls deutlich um 2,7 Prozent zurück. Im Jahresvergleich fielen die Aufträge in dieser Betrachtung um 2,6 Prozent.
BERLIN (dpa-AFX)