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25.06.2019 18:38
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Bernstein: Value Investing hat derzeit ausgedient

Value vs. Wachstum: Bernstein: Value Investing hat derzeit ausgedient | Nachricht | finanzen.net
Value vs. Wachstum
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Die beliebte Anlagestrategie, die auch Börsenlegende Warren Buffett zu einem der reichsten Menschen der Welt machte, zeigt AB Bernstein zufolge derzeit keine Wirkung. Dies sind die Gründe.
Auf unterbewertete Aktien setzen und diese langfristig halten: Das ist die Anlagestrategie, die einst Starinvestor Warren Buffett zu einem der reichsten Menschen der Welt aufsteigen ließ. Nicht wenige haben die Strategie kopiert. Doch schon seit Längerem bleiben die erwünschten Gewinne aus. Denn das aktuelle Marktumfeld spielt Value-Investoren derzeit übel mit.

Finanzkrise 2008 und Quantitative Lockerung im Fokus

Wie der Vermögensverwalter AllianceBernstein kürzlich informierte, seien es zum einen die Auswirkungen der Finanzkrise von 2008, die zur derzeitigen Schlappe des Value Investing führen würden. Um die US-Wirtschaft in Folge der Finanzkrise wieder anzukurbeln, hatte die US-Notenbank entschieden, eine Quantitative Lockerung durchzuführen. Über einen langen Zeitraum blieben die Zinsen sehr niedrig. Dies wiederum führte laut Bernstein dazu, dass Unternehmensbewertungen flächendeckend nach oben schossen, was auch die in der Value-Strategie gesuchten unterbewerteten Aktien mit einschloss. Somit blieb Anlegern, die auf diese günstigen Werte gesetzt hatten, nur ein kleinerer Gewinn zurück. "In diesem Sinne könnte man argumentieren, dass die Quantitative Lockerung den Prozess der Rückkehr zum Mittelwert gestoppt hat, der normalerweise über den wirtschaftlichen Zyklus stattfindet", so Inigo Fraser-Jenkins von Bernstein in einer Notiz an Kunden, die CNBC vorliegt.

Im Umkehrschluss, so argumentiert der Vermögensverwalter, könnten Value-Aktien erneut zur Outperformance gebracht werden, sollte sich die US-Notenbank entscheiden, die Zinsen erneut anzuheben. Dies scheint angesichts der aktuellen globalen Unsicherheiten und der sinkenden Prognosen bezüglich des Weltwirtschaftswachstums jedoch äußerst unwahrscheinlich.

Wachstumswerte laufen Value-Aktien den Rang ab

Darüber hinaus würden derzeit Wachstumsaktien einen nie dagewesenen Aufschwung erleben. Dazu gehören Unternehmen wie beispielsweise Amazon oder Apple, die durch ihre disruptiven Technologien traditionsreiche Branchen vor ganz neue Herausforderungen stellen würden. Bernstein argumentiert, dass die monopolartige Marktmacht einiger weniger Tech-Konzerne, die von Warren Buffett definierten "Burggräben" vieler Branchen zerstören würde. Bei den sogenannten Burggräben handelt es sich um Vorteile eines Unternehmens, die dessen Marktanteil und Profitabilität im Wettbewerb mit neuen Marktteilnehmern oder Konkurrenten schützen.

Genau diese Vorteile würden jedoch durch Tech-Riesen zerstört und trugen so zu der Underperformance von Value-Aktien bei. "Wenn Amazon weiterhin andere Teile des Einzelhandelssektors zerstört, warum sollten wir dann erwarten, dass eine Rückkehr zum Mittelwert noch gewährleistet ist", so Fraser-Jenkins. "Technologie hat Branchen auf eine Art aufgebrochen, dass die ‚Burggräben‘, die es um gewisse Industrien gab, vielleicht für immer zerstört wurden", Fraser-Jenkins weiter. Darüber wäre der echte Wert von den derzeit so nachgefragten Wachstumsaktien nur sehr schwer zu beziffern, was den Sinn eines genau definierten Buchwertes "fraglich" machen würde, wie Fraser-Jenkins folgert.

Auch JPMorgan sieht Value Investing in der Krise

Der Vermögensverwalter Bernstein ist nicht der einzige, der die Anlagestrategie des Value Investing derzeit in der Krise sieht. Auch die US-Investmentbank JPMorgan veröffentlichte erst kürzlich eine Analyse, die zu dem gleichen Schluss kommt und als Ursache ebenfalls die Finanzkrise von 2008 und deren Auswirkungen, sowie die Überbewertung von Tech-Aktien ausmachte. Wie lange dieser Trend noch anhalten wird, ist unklar. Bernstein macht allerdings Hoffnung, dass sich das Blatt auch wieder wenden könnte, sobald die Wirtschaftszyklen zur Normalität zurückkehren würden.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Rawpixel.com / Shutterstock.com, Kuzma / Shutterstock.com

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