Veränderte Berechnung

Stoxx passte Indexberechnung an - So wirkt sich das auf den DAX aus

24.04.24 22:40 Uhr

Stoxx schraubt an der DAX-Berechnung: Diese Auswirkungen hat dies für Anleger des deutschen Börsenbarometers | finanzen.net

Vor Kurzem hat die Deutsche Börse-Tochter Stoxx ohne viel Aufhebens die Berechnungsweise des DAX und anderer DAX-Indizes abgeändert, die sich insbesondere auf den Eröffnungs- und Schlusskurs auswirken. Das hat es damit auf sich.

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• Stoxx ändert Indexberechnung der DAX-Familie
• Eröffnungskurs des DAX nun auf Vortagesniveau
• Schlusskurs-Berechnung erfolgt später

Einigen Marktteilnehmern am deutschen Aktienmarkt ist möglicherweise bereits aufgefallen, dass es seit einigen Wochen, dem 18. März 2024 um genau zu sein, Veränderungen beim Eröffnungs- und Schlusskurs des deutschen Leitindizes DAX sowie anderer Mitglieder der DAX-Familie gegeben hat.

Veränderte Berechnung des DAX-Startkurses

Am deutlichsten dürfte diese Anpassung zunächst beim Eröffnungskurs des deutschen Börsenbarometers aufgefallen sein, da sich hier eine gravierende Veränderung ergeben hat. Dazu muss man wissen, dass sich der DAX aus den Kursen der 40 in ihm enthaltenen börsennotierten Unternehmen zusammensetzt, wobei der XETRA-Kassahandel die Kursgrundlage bildet.

Der DAX-Handel startet börsentäglich um 9.00 Uhr morgens. Bislang war es so, dass der Eröffnungskurs wenige Minuten später veröffentlicht wurde, nämlich sobald es zu allen 40 DAX-Aktien einen ersten Kurs in der Eröffnungsauktion gab. Der Eröffnungskurs wurde also anhand der Startkurse aller DAX-Aktien während der Eröffnungsauktion ermittelt.

DAX-Start auf Niveau des Vortages

Nun, nach der Anpassung, wird der Eröffnungskurs des DAX jedoch bereits ermittelt, sobald für eine der 40 DAX-Aktien der Eröffnungskurs feststeht. Für alle anderen Aktien wird der XETRA-Schlusskurs des Vortages als Berechnungsgrundlage verwendet, bis dann auch hier der Erstkurs feststeht. Dies hat zur Folge, dass der errechnete DAX-Eröffnungskurs nun immer fast genau dem Vortages-Schlusskurs entspricht, also der DAX täglich quasi unverändert in den Tag geht.

Dies kann unter Anlegern für Verwirrung sorgen, beispielsweise wenn vorbörsliche Indikationen darauf hindeuten, dass es zum DAX-Start zu einem großen Aufwärts- oder Abwärtstrend kommt, das Börsenbarometer stattdessen jedoch wenig verändert startet.

Sobald jedoch alle Kurse erst in die DAX-Berechnung einfließen, nähert sich der Index wieder seinen vorbörslichen Bewegungen an. Es kann also sein, dass der DAX um die Nulllinie startet, jedoch schon kurz darauf tief ins Minus fällt oder deutlich anzieht.

Offizieller Startkurs wird weiterhin berechnet

Wer jetzt jedoch glaubt, dass es sich bei diesem Eröffnungskurs um den offiziellen Startkurs ("Open Quotation") handelt, irrt sich. Denn auch ein solcher Startkurs, der nach der alten Berechnungsmethode, also auf Basis der Startkurse der 40 DAX-Aktien ermittelt wird, wird weiterhin errechnet. Allerdings wird dieser neuerdings erst um 10.30 Uhr veröffentlicht und damit deutlich nach dem offiziellen Handelsstart des deutschen Börsenbarometers.

DAX-Schlusskursberechnung verspätet sich

Auch bei der Berechnung des DAX-Schlusskurses hat die Deutsche Börsen-Tochter Anpassungen vorgenommen. In der Vergangenheit wurde der DAX-Schluss zwischen 17.35 und 17.45 Uhr veröffentlicht, nachdem die Schlussauktionen aller DAX-Aktien beendet waren. Im Anschluss konnte zum Schlusskurs weiterhin bis 17.55 Uhr gehandelt werden. Nun ist es so, dass der DAX-Schlussstand erst um 17.55 Uhr ermittelt wird, Berechnungslage bleiben jedoch weiterhin die Schlusskurse der 40 DAX-Titel, die auch weiterhin bis spätestens 17.45 Uhr zur Verfügung stehen. Neu ist dementsprechend, dass der offizielle DAX-Schlussstand erst 18 Uhr verbreitet wird, dann, wenn auch alle anderen Schlusskurse der Stoxx-Indizes veröffentlicht werden.

Es kommt auch hier dementsprechend zu einer zeitlichen Lücke zwischen den Schlusskursen der einzelnen DAX-Aktien und dem DAX selbst. Wie Finanzjournalist Oliver Baron von stock3 in einem Artikel erklärt, könne auch dies für Verwirrung unter Marktteilnehmern aber auch Market Makern, Brokern und Emittenten sorgen, schließlich müssten sie neu definieren, zu welchen Zeiten sie etwaige DAX-Produkte taxen würden.

Dass die Deutsche Börse diese Anpassungen überhaupt vornahm, ist darauf zurückzuführen, dass die DAX-Berechnung nun eher der von anderen internationalen Indizes gleicht. Darüber hinaus hätte es laut Baron für Verwirrung oder auch Verspätung des gesamten Börsenbarometers geführt, wenn nicht alle DAX-Unternehmen rechtzeitig erste Kurse aufwiesen.

DAX-Kappungsgrenze angehoben

Neben dieser Anpassung nahm Stoxx außerdem noch eine weitere Veränderung vor. So dürfen DAX-Titel seit dem 18. März ein Gewicht von bis zu 15 Prozent haben. Damit wurde die Kappungsgrenze von zuvor zehn Prozent angehoben. Somit haben DAX-Schwergewichte eine noch größere Bedeutung in dem Börsenbarometer. Hintergrund ist der Fall rund um den ehemaligen DAX-Wert Linde, der in der Vergangenheit die 10-Prozent-Schwelle regelmäßig überschritt und sich aufgrund der damit verbundenen Bremswirkung für den Linde-Kurs letztlich dafür entschied, seine Notierung in Deutschland aufzugeben.

Redaktion finanzen.net

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