Verhaltener Optimismus


Ulrich Kirstein mit dem Marktbericht von gettex

Werte in diesem Artikel
Aktien

438.40 EUR 3.70 EUR 0.85 %

63.78 EUR -1.08 EUR -1.67 %

28.02 EUR -0.97 EUR -3.35 %

18.90 EUR -0.11 EUR -0.60 %

67.05 EUR 0.10 EUR 0.15 %

64.15 EUR 0.25 EUR 0.39 %

252.60 EUR -0.20 EUR -0.08 %

3.43 EUR 0.03 EUR 1.00 %

512.00 EUR -3.00 EUR -0.58 %

57.26 EUR 0.88 EUR 1.56 %

179.54 EUR 1.56 EUR 0.88 %

71.00 EUR 0.00 EUR 0.0 %

12.48 EUR -0.09 EUR -0.68 %

7.51 EUR -0.29 EUR -3.67 %

24.62 EUR -0.08 EUR -0.32 %

Indizes

26,364.92 EUR 45.47 EUR 0.17 %

54,033.70 USD -3.23 USD -0.01 %

32,354.25 EUR -52.95 EUR -0.16 %

29,762.23 USD 39.92 USD 0.13 %

4,084.23 EUR 15.45 EUR 0.38 %

Angetrieben von der Hoffnung auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus, von sinkenden Ölpreisen und von vergleichsweise guten Konjunkturdaten für Deutschland haben die deutschen Aktienbörsen in der vergangenen Woche haussiert.

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Rückblick: Dax mit neuen Rekorden

Dabei kletterte der Deutsche Aktienindex (Dax) auf neue Rekordwerte. Auch die Tatsache, dass die jüngsten US-Arbeitsmarktzahlen deutlich unter den Erwartungen geblieben sind, half den Kursen nach oben, da sie die Zinserhöhungssorgen in den USA dämpften. Zudem wurden die Notierungen von einigen guten Quartalszahlen und von charttechnischen Faktoren befeuert.

Dax-Familie deutlich im Plus

Der Deutsche Aktienindex (Dax) stieg im Wochenvergleich um 2,7 Prozent auf den Rekord-Schlussstand von 26.319,45 Punkten. Der MDax blieb mit einem Plus von 1,3 Prozent - wie zuletzt häufiger - hinter der Entwicklung des Dax zurück. Er beendete den Handel am Freitag bei 32.407,20 Zählern. Der TecDax profitierte dagegen vor allem auch von einem Rebound bei High-Tech-Werten an vielen internationalen Börsen. Er schoss innerhalb der vergangenen Woche um 6,3 Prozent auf 4.068,78 Punkte in die Höhe.

SAP zieht Dax nach oben

Größter Faktor für die Entwicklung des Dax war das Indexschwergewicht SAP, das seinen Erholungskurs mit einem Plus von 11,9 Prozent fortsetzte. Stark gesucht waren zudem mit der Deutschen Telekom die Aktien eines weiteren Index-Schwergewichts. Die Papiere des Bonner Konzerns verbesserten sich nach einem guten Quartalsbericht im Wochenverlauf um 7,8 Prozent. Ebenfalls gesucht waren Brenntag mit einem Plus von 4,8 Prozent. Der Chemikalienhändler hat seine Jahresprognose erneut angehoben. Auf wenig Euphorie stießen die Quartalsberichte der beiden größten deutschen Versicherungskonzerne Allianz und Münchener Rück. Während die Allianz-Aktien immerhin noch um 1,0 Prozent zulegten, gaben die Papiere der Münchner Rück ebenso stark nach. Wesentlich härter traf es allerdings Zalando. Der Aktienkurs des Online-Händlers stürzte nach unter den Erwartungen liegenden Quartalszahlen um 12,7 Prozent ab.

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Anleihen: In Seitwärtsbewegung

Die deutschen Anleihemärkte haben in der vergangenen Woche überwiegend seitwärts tendiert, zum Wochenausklang aber von den schwachen jüngsten US-Arbeitsmarktdaten profitiert. Diese trieben die Kurse nach oben, da sie die Erwartungen, dass die US-Notenbank Fed bereits im September die Leitzinsen erhöhen wird, dämpften. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe fiel im Wochenvergleich um 7 Hundertstel auf 3,13 Prozent. Die Umlaufrendite gab um einen Basispunkt auf 3,11 Prozent nach.

USA: Hausse mit Rekordmarken

Auch die US-Aktienbörsen haben in der Vorwoche haussiert und dabei neue Rekordmarken aufgestellt. Getrieben wurden die Kurse dabei unter anderem von Zinshoffnungen, teils guten Quartalszahlen und vor allem auch einem deutlichen Umschwung bei Chip-Werten. Dies zeigte sich insbesondere beim tech-lastigen Nasdaq-Composite-Index. Er schoss im Wochenvergleich um 5,2 Prozent auf 26.690,62 Zähler nach oben. Der marktbreite S&P-500-Index verbesserte sich um 3,6 Prozent auf 7.757,64 Punkte, und beim Dow-Jones-Index errechnete sich ein Wochenplus von 2,9 Prozent auf 54.036,93 Punkte.

Ausblick: Gebremster Optimismus

Nach den deutlichen Kursgewinnen der vergangenen Tage deutet nach Auffassung etlicher Analysten vieles darauf hin, dass es die Börsianer in der aktuellen Woche verhaltener angehen lassen. Als Gründe für ihre Meinung führen sie vor allem die anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten aufgrund des Iran-Kriegs ins Feld. Denn auch wenn US-Präsident Donald Trump am Wochenende in einem Interview zu verstehen gab, dass die USA den Iran bis auf weiteres wohl nicht mehr attackieren würden, spricht wenig dafür, dass die Straße von Hormus - wie noch in der Vorwoche erhofft - bald wieder geöffnet wird. Denn die vom Iran dafür gestellten Bedingungen seien für die USA nicht akzeptabel, heißt es. Damit aber bliebe der Krieg und die daraus resultierende Entwicklung der Ölpreise und der Inflation weiter ein wesentliches Risiko für die Märkte.

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Spekulationen über Zinsen

Weiterer zentraler Faktor dürfte das Thema Zinsen bleiben, bzw. die Fragen, ob, wann und in welchem Ausmaß die Notenbanken in diesem Jahr noch die Zinsen erhöhen. In diesem Zusammenhang stehen einige Konjunkturdaten im Kalender, die die Spekulationen darüber befeuern dürften. So werden am Mittwoch sowohl Inflationszahlen für Deutschland als auch für die USA veröffentlicht. Am Donnerstag folgt der neueste Erzeugerpreisindex für die USA und am Freitag der Großhandelspreisindex für Deutschland. Auch die Antwort auf die Frage, wie sich die Stimmung der US-Verbraucher entwickelt - am Freitag publiziert die Uni Michigan ihren vielbeachteten Verbraucher-Stimmungsindex - dürfte daraufhin abgeklopft werden, wie die Fed die Zahlen interpretieren wird.

KI-Werte unter Beobachtung

Unabhängig vom konjunkturellen Geschehen blicken viele Marktteilnehmer zudem aufgrund der zuletzt extremen Kursausschläge weiter auf Chip- und KI-Aktien. Kaum kursrelevante Nachrichten erwarten sie in diesem Zusammenhang von der nach wie vor laufenden Quartalsberichtssaison. Denn die führenden US-Schwergewichte zu diesem Thema haben inzwischen ihren neuesten Zahlen veröffentlicht. Allenfalls Cisco am Mittwoch dürfte hier noch für Aufmerksamkeit sorgen.

Berichtssaison in Deutschland läuft weiter

In Deutschland ist die Quartalsberichtssaison dagegen noch in vollem Gang. So legen in dieser Woche folgende Dax-Unternehmen ihre neuesten Zahlen vor: am Montag Gea, am Mittwoch Brenntag, E.ON und Hannover Rück sowie am Donnerstag RWE. Daneben veröffentlichen sehr viele Unternehmen aus der zweiten Reihe ihre Quartalsberichte. Dazu zählen z. B. Salzgitter und RTL am Dienstag, TUI am Mittwoch sowie Fraport, Sixt, ThyssenKrupp und HelloFresh am Donnerstag.

Ausgewählte wichtige Termine der Woche

  • Montag, 10.08: Sentix Investorenvertrauen für die Eurozone.
  • Dienstag, 11.08: ADP-Beschäftigungsänderung im 4-Wochen-Durchschnitt in den USA.
  • Mittwoch, 12.08: Harmonisierter Verbraucherpreisindex für Deutschland; Verbraucherpreisindex für die USA; Entwicklung der Realeinkommen in den USA.
  • Donnerstag, 13.08: Entwicklung der Industrieproduktion in der Eurozone; Erzeugerpreisindex für die USA; Erstanträge zur Arbeitslosenunterstützung in den USA.
  • Freitag, 14.08: Großhandelspreisindex für Deutschland; Beschäftigungsänderung in der Eurozone; Bruttoinlandsprodukt Eurozone; Einzelhandelsumsätze in den USA; Uni-Michigan Verbraucher-Stimmungsindex.

Ulrich Kirstein ist Pressesprecher der Börse gettex. Der Betriebswirt und Kunsthistoriker schreibt über Literatur und Börse, interviewt alle 14 Tage in Börse am Donnerstag den Leiter Marktsteuerung und hat u.a. mit Christine Bortenlänger Börse für Dummies und Aktien für Dummies verfasst.

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28.07.26 SAP SE Buy Jefferies & Company Inc.
27.07.26 SAP SE Neutral JP Morgan Chase & Co.
27.07.26 SAP SE Buy Goldman Sachs Group Inc.
27.07.26 SAP SE Buy UBS AG
27.07.26 SAP SE Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)