17.12.2018 08:11

Wege aus der Nullzins-Krise, Teil 4: Diversifikation mit alternativen Anlagen

Vermögensverwalter-Kolumne: Wege aus der Nullzins-Krise, Teil 4:  Diversifikation mit alternativen Anlagen | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
Folgen
Edelmetalle, Spezialitätenfonds und Fremdwährungen bieten sich dafür an, das Portfolio breiter mit professionellen Instrumenten aufzustellen und damit eine alternative Rendite zu erwirtschaften.
Werbung
Aktien, Renten, Cash: Das ist die klassische Depotstruktur vieler Anleger. Und viele Jahre lang war diese Kombination eigentlich auch eine Garantie für ein positives Ergebnis. Doch diese Zeit ist bekanntlich schon länger vorbei. Weshalb sowohl private als auch professionelle Investoren zu alternativen Instrumenten greifen, um zum einen die Anlage breiter zu diversifizieren und zum anderen abseits der bekannten Pfade Rendite zu erwirtschaften.

So ist zum Beispiel Gold wieder interessanter geworden. Nachdem der Goldpreis seit Herbst 2017 stark gefallen ist und die Medien das Gold schon "totgeschrieben" hatten, ist der Kurs wieder gestiegen. Aktuell liegt die Feinunze bei 1.090,43 Euro (1.236,03 US-Dollar) und damit fast 60 US-Dollar höher als noch im August - und sogar um 15 Prozent höher als vor drei Jahren.

US-Dollar, Schweizer Franken, norwegischer Kronen und andere Fremdwährungen sind wichtige Bausteine in einer professionellen Anlagestruktur - mit Spekulationen für risikoaffine Anleger mit "tiefen Taschen voller Spielgeld" haben Währungs-Investments nichts zu tun. Investoren können mit gezielten Fremdwährungs-Investments das Zinsrisiko im Euroraum absichern und zugleich bei einem möglicherweise schwächelnden Euro von Wechselkursgewinnen zu profitieren.

Auch Wandelanleihen als alternatives Rentenpapier können einem Depot weitere Stabilität verschaffen. Diese von Unternehmen begebene Anleihen räumen dem Investor neben einem Nominalzins auch die Chance auf eine Partizipation an Kursgewinnen der Aktie des Unternehmens ein. In den Anleihebedingungen ist nämlich definiert, in welchem Verhältnis die Anleihe in die Aktie getauscht werden kann. Die Anleihe beinhaltet also eine Wandlungsoption für den Anleger, der von steigenden Aktienkursen profitieren kann, während er von fallenden Kursen verschont bleibt - denn er muss ja nicht tauschen. Aufgrund dieser Chance auf Wertsteigerung erhält er aber niedrigere Zinszahlungen als bei klassischen Unternehmensanleihen.

Wichtig: Da sich die Bedingungen der einzelnen Anleihen aber durchaus unterscheiden und recht komplex sein können, empfiehlt sich die Auswahl von geeigneten Fonds. Diese existieren sowohl als aktiv gemanagte Fonds als auch als ETFs. Dazu zählen zum Beispiel der defensiv gemanagte "Salar Fund" von Ferox oder auch der "Thomson Reuters Qualified Global Convertible Index".

Ein Spezialthema sind Optionsprämienstrategien. Auf gängige Aktien oder Indizes gibt es zumeist auch sehr liquide Optionsmärkte. Weitgehend bekannt ist hier zumeist der Einsatz von Put-Optionen zur Absicherung von Aktienportfolios. Der Anleger kauft also eine Put-Option und erwirbt so das Recht, einen festgelegten Basiswert zu einem vordefinierten Kurs zu verkaufen. Eine echte Versicherung gegen Kursverluste. Es gibt aber auch Fonds, die sich hier genau "auf die andere Seite stellen". Sie bieten also diese Absicherung an, indem sie die Option verkaufen und dafür die Optionsprämie einnehmen, prinzipiell aber keinerlei Interesse an der Aktie haben. Man nennt dies auch Stillhaltergeschäfte. Das Risiko ist dann, dass dem Fonds bei größeren Kurskorrekturen Aktien angedient werden und diese abgenommen werden müssen.

Auch bei Optionsprämienstrategien gibt es Fonds mit ganz unterschiedlich offensiven oder defensiven Interpretationen. In der letzten Zeit hat sich vor allem die Investmentgesellschaft Feri mit der Strategie "Optoflex", einer eher defensiven Strategie, einen Namen gemacht und viele Mittel eingesammelt.

von Thilo Stadler, Vermögensverwalter bei I.C.M. Independent Capital Management in Mannheim und Neuss

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.v-bank.com.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX geht fester ins Wochenende -- US-Börsen schließen im Plus -- adidas erhält wohl Milliarden-Angebot für Reebok -- FMC, TUI, BVB, Coinbase, Aurora Cannabis, Disney, Airbnb im Fokus

Irisches Gericht weist Facebook-Beschwerden zu US-Datentransfer ab. Volkswagen-Konzern kann Auslieferungen um 75 Prozent steigern. Knapp 50% der Vonovia-Aktionäre nehmen die Aktiendividende. Amazon will in Großbritannien 10.000 neue Jobs schaffen. Deka unterstützt neue Strategie der Commerzbank. Ökonomen rechnen trotz Inflationsanstieg erst Anfang 2022 mit strafferem Fed-Kurs. Steinhoff erlöst mit Pepco-Börsengang 900 Millionen Euro.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

DAX 30: Die Gewinner und Verlierer im April 2021
Welche Aktie macht das Rennen?
Die größten Börsencrashs
Die größten Krisen an den Finanzmärkten
Rohstoffe: Die Gewinner und Verlierer im April 2021
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
Die zehn größten Übernahmen
Wer legte für wen das meiste Geld auf den Tisch?
Die erfolgreichsten Filme aller Zeiten (Stand März 2021)
Welcher Blockbuster spielte den größten Umsatz aller Zeiten ein?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die dritte Corona-Welle scheint gebrochen. Sollten nun schnell Lockerungen folgen?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln