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07.08.2020 08:01
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"Die Coronakrise ist für den Finanzmarkt bisher einzigartig" - Interview mit Max Holzer

Werbung: "Die Coronakrise ist für den Finanzmarkt bisher einzigartig" -  Interview mit Max Holzer | Nachricht | finanzen.net
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Wie erlebt und bewertet ein erfahrener Portfoliomanager die Coronakrise und wie sollten sich Anleger seiner Meinung nach verhalten? Diese und noch mehr Fragen beantwortet der Geschäftsführer und Porfoliomanagement-Experte vom Robo Advisor VisualVest im Interview.
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finanzen.net: Wie erleben Sie die weltweite Coronakrise?

Max Holzer: Was die Ausbreitung der Pandemie angeht, sind wir in Deutschland durch entschlossenes Handeln bis jetzt auf einem guten Weg. Die Neuinfektionszahlen konnten durch die strikten Maßnahmen der Bundesregierung deutlich eingedämmt werden. Das sorgt für erste Entwarnung bei den Konsumenten, den Unternehmen und sogar für Optimismus auf dem Finanzmarkt. Vor dem Hintergrund weltweit noch steigender Infektionszahlen sind wir allerdings noch nicht über dem Berg. Ich bin mir auch sicher, dass uns die Auswirkungen der Krise noch einige Jahre beschäftigen werden. Was das Anlegen und meine Arbeit als Portfoliomanager betrifft, gilt allerdings, dass die Börsen sehr sensibel auf Veränderungen und damit auf die Zukunft reagieren. Und das heißt weniger schlechte Nachrichten sind für den Finanzmarkt tendenziell gute Nachrichten.

Ist die Coronakrise, die erste welche Sie bewusst miterleben und konkret betroffen sind?

Nein. Krisen sind ein ständiger Wegbegleiter an den Kapitalmärkten. Manchmal liegen hier allerdings auch die größten Chancen, wenn man langfristig denkt und investiert. Daher kommt vielleicht auch meine Gelassenheit, was die Finanz­märkte betrifft. Ich habe schon viele Börsencrashs erlebt, z. B. 1987 den schwarzen Montag. Der amerikanische Aktienmarkt stürzte um 22 % ab und brauchte 15 Monate lang, um wieder auf den vorigen Stand zu kommen. Weiterhin gab es die dotcom-Blase, die 2000 platzte und natürlich habe ich auch die Finanzkrise 2008 miterlebt.

Wie sehen Ihre Anlagestrategie und Depot während dieser turbulenten Zeit aus? Haben Sie bestimmte Anpassungen vorgenommen?

Wichtig ist, in turbulenten Zeiten nicht die Nerven zu verlieren und nicht hektisch zu agieren. Wir haben bei VisualVest deshalb nur geringe Anpassungen an den Portfolios vorgenommen. Und das war im Nachhinein eine gute Entscheidung. Beispielsweise haben unsere Portfolios im 2. Quartal, d.h. in der gefühlt stärksten Verunsicherung, für unsere Kunden, die bisher höchsten Wertsteigerungen erzielen können. Unsere Portfolios wollen wir grundsätzlich robust und damit gut diversifiziert aufstellen. Hierzu haben wir die klassischen Staatsanleihen, die in Krisenzeiten oft als sicherer Hafen dienen, leicht erhöht und gleichzeitig stärker international ausgerichtet. Das damit verbundene Währungsrisiko haben wir eliminiert. Somit erreichen wir eine noch breitere Diversifikation.

Viele Anleger sind derzeit verunsichert. Welche Tipps können Sie Anlegern für diese stürmischen Zeiten geben?

Auf jeden Fall nicht in Kurzschlussreaktionen verfallen! In der Ruhe liegt die Kraft. Wenn Anleger in einer Krise überstürzt verkaufen, nehmen sie sich die Chance, beim nächsten Aufschwung dabei zu sein und von ihm zu profitieren. Viele Anleger tuen sich oft schwer wieder in den Markt einzusteigen, wenn sie mal verkauft haben. Unsere Anlagestrategien bei VisualVest sind deshalb grundsätzlich langfristig ausgerichtet und nichts für kurzfristige Trader. Je nach Risikobereitschaft erhalten unsere Kunden strategisch passende und effizient ausbalancierte Depots. Je länger der Anlagehorizont, desto höher die Wahrscheinlichkeit, die Ertragsernte einzufahren und erfolgreich Vermögen aufzubauen. Das heißt, mindestens drei Jahre - besser noch länger, sollten unsere Kunden bereit sein zu investieren. Dabei ist es wichtig, sich nicht von kurzfristigen Schwankungen verrückt machen lassen und nicht überstürzt verkaufen.

In der Coronakrise kostet den meisten Anlegern das Investieren sehr viel Mut. Kann man von dieser Krise sogar profitieren?

Ja, definitiv! Sparplankunden nutzen die niedrigen Kursniveaus in Krisenzeiten, um zu einem günstigen Zeitpunkt neue Fondsanteile zu kaufen. Generell eignet sich ein Spar­plan sehr gut, denn damit erübrigt sich die Suche nach dem perfekten Zeitpunkt zum Investieren. Dadurch, dass jeden Monat zum gleichen Zeitpunkt Fondsanteile gekauft werden, erzielt man langfristig einen günstigen Durchschnittspreis. Und je weniger man grübelt und einfach anfängt, desto eher profitiert man vom Zinseszinseffekt. Bei VisualVest kann man beispielsweise schon ab einem Sparbetrag von 25 Euro monatlich starten. Es müssen nicht immer die großen Beträge sein, wichtiger ist es frühzeitig anzufangen.

Der Wunsch nach Normalität und vor allem Stabilität wächst. In welcher Phase der Krise befinden wir uns derzeit ihrer Einschätzung nach?

Die Finanz­märkte haben sich vom Absturz im März schon wieder deutlich erholt. Viel stärker als die Volkswirtschaften, denn hier müssen wir Corona bedingt von einer tiefgreifenden Rezession für das laufende Jahr ausgehen. Durch die gigantischen Unterstützungsprogramme der Notenbanken und jeweiligen Regierungen sehen die Zeichen für 2021 allerdings schon wieder aufgehellter aus. Wesentlich für unsere Wirtschaft wird sein, dass eine große zweite Infektionswelle im Herbst vermieden wird. Die richtige Balance zwischen kontrollierten Lockerungsmaßnahmen und gleichzeitiger Eindämmung der Neuinfektionen ist der entscheidende Schlüssel zum Erfolg. Maßnahmen wie die kürzlich eingeführte Coro­na-App sind hierbei ausdrücklich zu begrüßen.

Blicken wir in die nahe Zukunft: Welche Lehren kann man denn aus der aktuellen Lage für die Zukunft mitnehmen? Wird es Unterschiede im Vergleich zu vorher geben?

Die Coronakrise ist für den Finanzmarkt bisher einzigartig. Sie ist auch dahingehend besonders, weil die Auswirkungen auf die Realwirtschaft mit einer historischen Wucht und Schnelligkeit eingetreten sind. Auch die getroffenen Gegenmaßnahmen haben historische Dimensionen. Der zentrale Auslöser lag diesmal nicht an einer Finanzmarkt Verwerfung wie z.B. bei der Krise 2008. Unverändert ist allerdings, dass an den Kapitalmärkten immer die Zukunft und nicht die Gegenwart gehandelt wird. Das heißt, je mehr Erfolg die Staaten in Sachen Eindämmung des Virus erzielen, desto mehr Sicherheit und Vertrauen erhalten Anleger und Unternehmen. Und das ist entscheidend für den zukünftigen Erfolg der Investments.

Mehr über Max Holzer:

Max Holzer ist seit 2017 Geschäftsführer beim Robo Advisor VisualVest, wo er für den Bereich Portfoliomanagement zuständig ist. Bereits seit über 30 Jahren hat er verantwortungsvolle Positionen in der Finanzbranchen inne. Nach seinem Studium der Wirtschaftsinformatik an der Technischen Universität Darmstadt sammelte er unter anderem bei der Allianz Group Erfahrung. Seit 2004 ist er bei der Union Investment Gruppe tätig und leitet dort die Vermögensstrukturierung sowie die Portfolioverantwortung für das Management der Multi-Asset-Fonds mit Relative Return Ausrichtung.

Die Geld­anlage in Fonds ist mit Risiken verbunden, die zu einem Verlust des eingesetzten Kapitals führen können. Historische Werte oder Prognosen geben keine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. Bitte machen Sie sich deshalb mit unseren Risikohinweisen (https://www.visualvest.de/rechtliches/risikohinweise.html) vertraut.

Bildquellen: VisualVest
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