Almonty-Aktie unter Druck: Operativer Meilenstein in Südkorea von Buchverlusten überschattet

Der Wolfram-Spezialist Almonty Industries verzeichnet für das Geschäftsjahr 2025 einen massiven Nettoverlust aufgrund nicht zahlungswirksamer Bewertungseffekte.
Werte in diesem Artikel
• Jahresumsatz steigt um 13 Prozent auf 32,5 Millionen CAD an
• Nettoverlust weitet sich durch derivative Neubewertungen auf 161,9 Millionen CAD aus
• Übergang zum aktiven Bergbau in der Sangdong-Mine markiert strategischen Meilenstein
Almonty-Bilanzanalyse: Umsatzwachstum trifft auf Buchverluste
Der kanadische Bergbaukonzern Almonty Industries hat seine Finanzergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorgelegt. Im Berichtszeitraum bis zum 31. Dezember 2025 konnte das Unternehmen den Jahresumsatz auf 32,5 Millionen CAD steigern, was einem Zuwachs von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Anstieg wurde maßgeblich durch die positive Preisentwicklung bei Wolfram-Konzentrat (APT) gestützt, dessen Durchschnittspreis im Zwölfmonatsvergleich um beachtliche 534 Prozent auf 2.250 US-Dollar pro metrische Tonnen kletterte. Dennoch wies die Bilanz einen herben Nettoverlust von 161,9 Millionen CAD aus, nachdem im Vorjahr lediglich ein Minus von 16,3 Millionen CAD zu Buche geschlagen hatte.
Sondereffekte verzerren das Nettoergebnis
Die massive Ausweitung des Fehlbetrags sei primär auf nicht zahlungswirksame Buchungsposten zurückzuführen, heißt es in der Pressemitteilung. Laut Unternehmensangaben resultiert ein Betrag von 126,7 Millionen CAD aus der Neubewertung eingebetteter derivativer Verbindlichkeiten und Optionsscheine. Diese bilanziellen Anpassungen wurden durch den starken Anstieg des Aktienkurses von Almonty Industries im Jahresverlauf 2025 ausgelöst, der an der Börse in Toronto von 1,36 CAD (31.12.2024) auf 12,07 CAD kletterte. CFO Brian Fox betonte in der Aussendung, dass diese IFRS-bedingten Anpassungen keinen Einfluss auf die Liquidität oder die operative Leistungsfähigkeit des Konzerns haben. Die Cash-Position des Unternehmens präsentierte sich zum Jahresende mit 268,4 Millionen CAD deutlich gestärkt, was vor allem auf zwei erfolgreiche Kapitalerhöhungen im Juli und Dezember 2025 zurückzuführen ist.
Operative Fortschritte in Südkorea und den USA
Auf operativer Ebene markierte das vierte Quartal einen Wendepunkt für das Vorzeigeprojekt Sangdong in Südkorea. Mit der Lieferung des ersten Erzes auf den Lagerplatz vollzog das Unternehmen den Übergang von der Erschließungsphase zum aktiven Bergbau. CEO Lewis Black erklärte im Rahmen der Ergebnispräsentation, dass Sangdong nach Erreichen der vollen Kapazität eine zentrale Rolle bei der Sicherung der westlichen Lieferketten für Wolfram einnehmen werde. Parallel dazu trieb das Management die Diversifizierung voran und schloss die Akquisition des Gentung-Wolfram-Projekts im US-Bundesstaat Montana ab. Diese strategische Ausrichtung soll die Abhängigkeit von chinesischen Exporten verringern und die steigende Nachfrage aus dem Rüstungssektor sowie der Hochtechnologie bedienen.
So reagiert die Almonty-Aktie
An der NASDAQ geriet die Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen unter Druck. Schlussendlich verzeichnet das Papier einen Abschlag von 3,37 Prozent auf 17,18 US-Dollar. Dieser Rücksetzer folgt auf eine beeindruckende Rally, in deren Verlauf die Year-to-Date-Performance auf über 100 Prozent angestiegen war. Analysten bleiben trotz der volatilen Kursreaktion überwiegend optimistisch gestimmt. Laut Daten von TipRanks halten von fünf beobachtenden Experten vier an einem "Buy"-Rating und einer an einem "Hold"-Rating fest, wobei das durchschnittliche Kursziel mit 17,99 US-Dollar weiterhin deutlich über dem aktuellen Niveau liegt. Der Markt scheint derzeit die kurzfristigen bilanziellen Belastungen gegen das langfristige Potenzial als führender westlicher Wolfram-Lieferant abzuwägen.
Alexandra Hesse, Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Julia Walter, Redaktion finanzen.net
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