07.11.2017 11:10
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Trotz riesiger Barreserven: Apple will sich angeblich Milliarden am Finanzmarkt beschaffen

Überraschender Zeitpunkt?: Trotz riesiger Barreserven: Apple will sich angeblich Milliarden am Finanzmarkt beschaffen | Nachricht | finanzen.net
Überraschender Zeitpunkt?
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Apple verfügt bekanntlich über beträchtliche Barmittel. Dennoch werden nun Gerüchte laut, dass sich der iKonzern über eine Anleihe eine enorme Summe beschaffen will.
Die Barreserven und Wertpapiere von Apple belaufen sich derzeit auf rund 270 Milliarden US-Dollar. Das Problem dabei: 94 Prozent davon sind im Ausland geparkt, also außerhalb der Vereinigten Staaten. Um nun jedoch Dividenden und Aktienrückkäufe finanzieren zu können, benötigt Apple vor allem eins: Geld.

Apple sitzt auf riesigem Cash-Berg

Zwar verfügt das Unternehmen aus dem Silicon Valley rein theoretisch über genügend Mittel um Dividenden und Aktienrückkäufe zu finanzieren, da diese jedoch zum Großteil im Ausland liegen, würden Geldtransfers in die USA kräftig besteuert werden - derzeit mit rund 35 Prozent. Um dieses Problem zu umgehen, besorgt sich Apple laut "Bloomberg" das Geld über die Emission einer Anleihe.

Die Apple-Anleihe soll in sechs Tranchen ausgegeben werden, eine Laufzeit von 30 Jahren haben und die Rendite soll ca. 1,125 Prozentpunkte über der Rendite von US-Staatsanleihen liegen. Damit käme man derzeit auf einen Zinssatz von rund vier Prozent. Insgesamt würde der Konzern damit rund sieben Milliarden Dollar einsammeln. Erst im September fuhr Apple mit der Auflage einer Anleihe über fünf Milliarden Dollar ein. Dass sich das Unternehmen nun genau jetzt noch mehr Geld beschaffen will, hat jedoch einen Grund.

Überraschender Zeitpunkt?

Auf den ersten Blick kommt der Zeitpunkt für die Emission einer neuen Apple-Anleihe überraschend. Schließlich ruhen in den USA derzeit alle Augen auf der Steuerreform, welche die Republikanische Partei von Präsident Donald Trump auf den Weg bringen will. Allen voran Apple dürfte von den neuen Regelungen profitieren, denn der Steuersatz für Geldtransfers aus dem Ausland soll sich von 35 Prozent um fast zwei Drittel, auf zwölf Prozent, verringern. Dann wäre es für den iKonzern deutlich einfacher und vor allem billiger, an seine Barmittel heranzukommen.

Die Auflegung der Anleihe scheint nun aber die Unsicherheit Apples bezüglich der Steuerreform auszudrücken. Das Unternehmen um CEO Tim Cook scheint von der tatsächlichen Verabschiedung der Steuerreform nicht überzeugt zu sein und geht lieber auf Nummer sicher. "Man kann nicht alle Hoffnung darauf setzen, dass die Steuerreform durchgewunken wird", untermauerte Bloomberg Intelligence-Analyst Noel Herbert.

Apple braucht das Geld

Um seine Aktionäre bei der Stange zu halten, hat Apple ein enormes Aktienrückkauf- und Dividendenprogramm aufgelegt. Rund 300 Milliarden Dollar sollen an Anleger fließen. Nach bisherigen Angaben sollen bereits drei Viertel des Programms erfüllt worden sein, und das obwohl das Programm noch bis Ende März 2019 laufen soll.
Sollte Apple nun tatsächlich die neue Anleihe ausgeben, wäre es allein in diesem Jahr die achte des iKonzerns. Damit zählt Apple nach "Bloomberg"-Angaben zu einem der größten Anleihe-Emittenten außerhalb der Finanzbranche.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Gil C / Shutterstock.com, Sean Gallup/Getty Images, Marek Szandurski / Shutterstock.com

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