Regulierungsstreit

SEC unter Beschuss: Neue Haltung zu Krypto-Staking sorgt für Verwirrung

16.06.25 23:00 Uhr

SEC in der Kritik: Neue Krypto-Staking-Regeln sorgen für Unsicherheit | finanzen.net

Die US-Börsenaufsicht SEC gerät wegen ihrer Kehrtwende beim Krypto-Staking zunehmend in die Kritik und sorgt damit für noch mehr Unsicherheit in der Branche.

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• SEC zieht sich überraschend von ihrer harten Haltung gegenüber Krypto-Staking zurück
• Rechtssicherheit der Branche untergraben?
• Unsicherheit im Krypto-Sektor wächst

SEC ändert Haltung zu Krypto-Staking

Bislang verfolgte die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchance Commission (SEC) eine klare und harte Linie gegenüber Krypto-Staking: Die Behörde betrachtete viele Staking-Angebote als nicht registrierte Wertpapierangebote und ging entsprechend mit Klagen und Strafen gegen Unternehmen wie etwa Coinbase, Binance oder auch Kraken vor. Mit ihrem Vorgehen wollte die US-Wertpapieraufsicht sicherstellen, dass Krypto-Angebote denselben Regeln unterliegen wie traditionelle Finanzprodukte.

Ende Mai hat die SEC mit einer Kehrtwende ihrer Einstellung gegenüber Krypto-Staking überrascht. Aus einer Stellungnahme, die von der SEC Division of Corporation Finance veröffentlicht wurde, ging hervor, dass bestimmte Krypto-Staking-Angebote künftig nicht mehr automatisch als Wertpapiere angesehen werden. Zudem könnten Proof-of-Stake-Blockchains möglicherweise nicht mehr der Registrierungspflicht unter dem Securities Act unterliegen. Ein überraschender Kurswechsel, der mit früheren SEC-Verfahren kollidiert.

SEC unter Beschuss: Verwirrung wächst

Aufgrund dieser neuen Einschätzung steht die Behörde nun unter massivem Druck. Kritiker werfen der Behörde vor, sich selbst zu widersprechen und die Rechtssicherheit in der Branche zu untergraben. So kritisierte etwa John Reed Stark, ehemaliger Leiter der Internet-Strafverfolgung bei der SEC auf X, die neue Auslegung widerspreche direkten Gerichtsurteilen. Demnach wurden etwa in Verfahren gegen Binance und Coinbase konkrete Hinweise darauf anerkannt, dass Staking-Produkte sehr wohl unter bestehende Wertpapiergesetze fallen. "So stirbt die SEC - vor aller Augen" - so lautet der Titel einer ausführlichen Antworts Starks an die Behörde. Den plötzlichen Kurswechsel bezeichnete er außerdem als "beschämende Abkehr von ihrer Anlegerschutzmission".

Tatsächlich wurde das Verfahren gegen Binance im Mai 2025 mit endgültigem Abschluss eingestellt, wodurch ähnliche Klagen der SEC künftig ausgeschlossen sind, wie Cointelegraph anmerkt. Das parallel laufende Verfahren gegen Coinbase, das noch im März 2024 fortgeführt wurde, wurde im Februar 2025 ebenfalls eingestellt - Teil einer größeren Kurskorrektur innerhalb der SEC.

Interner Widerstand bei der SEC

Auch innerhalb der Behörde regt sich Widerstand. Kommissarin Caroline Crenshaw stellte in einer offiziellen Mitteilung klar, dass die neue Haltung weder mit geltendem Recht noch mit der sogenannten Howey-Test-Rechtsprechung in Einklang stehe - der juristischen Grundlage zur Bewertung von Wertpapiertransaktionen. "Die Analyse der Mitarbeiter spiegelt zwar wider, was sich manche von einem Gesetz wünschen, steht aber nicht im Einklang mit den Gerichtsentscheidungen zum Staking und dem langjährigen Howey-Präzedenzfall, auf dem sie basieren", zitiert Cointelegraph Crenshaw. Und weiter ergänzte sie: "Dies ist ein weiteres Beispiel für den anhaltenden ‘Fake it will we make it’-Ansatz der SEC im Kryptobereich - sie handelt im Vorgriff auf zukünftige Änderungen und ignoriert dabei bestehendes Recht".

Auch SEC-Kollegin Hester Peirce äußerte sich auf der Bitcoin 2025-Konferenz in Las Vegas, jedoch verteidigend. Die Klassifizierung eines Wertpapiers sei nicht vom Asset selbst, sondern vom konkreten Angebot und Vertrieb abhängig: "Die meisten Krypto-Assets, so wie wir sie heute sehen, sind wahrscheinlich selbst keine Wertpapiere. Das bedeutet nicht, dass man einen Token, der selbst kein Wertpapier ist, nicht in einer Transaktion verkaufen kann, die eine Wertpapiertransaktion ist. Hier müssen wir dringend Leitlinien bereitstellen", zitiert Cointelegraph.

Regulatorisches Chaos statt Klarheit

Obwohl die SEC ihre jüngsten Schritte als Versuch verkauft, regulatorische Klarheit zu schaffen - so betonte etwa Hester Pierce: "Die heutige Erklärung schafft willkommene Klarheit für Staker und Anbieter in den Vereinigten Staaten" -, sehen viele Kritiker darin das Gegenteil: Ein regulatorisches Durcheinander. Crenshaw verwies Anfang Juni auf widersprüchliches Verhalten der Behörde - etwa in Bezug auf Ether oder Solana. Während sie bei Registrierungspflichten angeblich keine Wertpapiere seien, werde dies bei neuen Finanzprodukten plötzlich anders ausgelegt: "Wie kann es sein, dass diese Krypto-Assets im Hinblick auf die Registrierungsanforderungen angeblich keine Wertpapiere sind, aber praktischerweise Wertpapiere sind, wenn ein Registrant die Möglichkeit sieht, ein neues Produkt zu verkaufen?"

Redaktion finanzen.net

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