04.09.2021 23:20

Zehnjahresbilanz: Welche Themenfonds über Jahre hohe Gewinne abwerfen

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Einzelne Wirtschaftszweige haben Anlegern langfristig hohe Gewinne beschert. Welche Fonds in den vergangenen 10 Jahren besonders glänzten, wo sich der Einstieg lohnt.
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€uro am Sonntag

von Christoph Platt, Euro am Sonntag

Sein Vermögen breit zu streuen, gehört zum kleinen Einmaleins der Geldanlage. Mit der Aufteilung auf verschiedene Anlageklassen, über unterschiedliche Branchen, Regionen und Unternehmensgrößen soll sichergestellt werden, dass sich das Risiko beim Investieren auf viele Schultern verteilt.

Doch diese Regel bildet nur die Grundlage für den Vermögensaufbau. Solange der Großteil des Geldes breit diversifiziert angelegt ist, lässt sich mit gezielten Investments etwas Würze ins Depot bringen. €uro am Sonntag wirft deshalb einen Blick auf spezielle Fonds, die sich erfolgreich auf einzelne Branchen fokussieren.

Die Redaktion hat drei Sektoren herausgegriffen, die die Herzen der Anleger in den vergangenen Jahren haben höherschlagen lassen. Untersucht wurden die Kategorien Technologie, Gesundheit und Umwelttechnik. Aus der Fondsdatenbank von €uro am Sonntag wurden die Spitzenportfolios der vergangenen zehn Jahre herausgefiltert und umfassend analysiert. Wer in den richtigen Portfolios investiert war, konnte sein Kapital locker vervielfachen.

Können unter Beweis gestellt

Sich mehr als eine Dekade auf dem Markt zu behaupten, ist per se schon ein Qualitätsmerkmal. Gleichwohl ist es nicht ratsam, gedankenlos bei den Zehn-Jahres-Spitzenreitern zuzugreifen. Denn bei manchen liegen die großen Erfolge schon ein paar Jahre zurück. Die Redaktion empfiehlt deshalb aus jeder der drei Gruppen jeweils ein Portfolio, das auch in der jüngeren Vergangenheit - sprich: in den vergangenen drei Jahren - überdurchschnittlich gut abgeschnitten hat. Als zusätzliche Hürde durfte der Fonds im laufenden Jahr nicht im Minus liegen, um nicht in eine temporäre Schwächephase zu geraten. Damit haben die drei Produkte bewiesen, dass ihre Strategien und Lenker in der Lage sind, mittel- und langfristig erfolgreich auf den Märkten zu agieren.

Technologie

Unter den Sektoren war Technologie in den vergangenen zehn Jahren das Maß aller Dinge. Keine andere Branche konnte mit den atemberaubenden Zuwächsen mithalten. Im Durchschnitt erzielten die 34 hierzulande erhältlichen Fonds für Tech-Aktien mit zehnjähriger Historie in diesem Zeitraum ein Plus von 509 Prozent. Die zehn erfolgreichsten Produkte erwirtschafteten Renditen zwischen 640 und 853 Prozent (siehe Tabelle).

Was genau Technologie ist, wird unterschiedlich ausgelegt. Die meisten Fonds folgen der früheren Einteilung, nach der quasi alle Unternehmen mit Bezug zu neuartiger Technik oder zum Internet dem Sektor zuzuordnen sind. Die Anbieter bekannter Börsenindizes zählen allerdings seit einigen Jahren nur klassische Hard- und Softwareanbieter sowie Chiphersteller dazu. Facebook und die Google-Mutter Alphabet beispielsweise gehören mittlerweile zum Sektor Kommunikationsdienstleistungen, Amazon zum Sektor Zyklische Konsumgüter.

Fondsmanager Tony Kim hält sich mit seinem BGF World Technology an die alte Definition. Zu den zehn größten Positionen seines Fonds gehören "echte" IT-Unternehmen wie Apple und Microsoft genauso wie Tech-Werte im erweiterten Sinn, etwa Alphabet, Amazon und Autobauer Tesla.

Mit einem gewaltigen Plus von 821 Prozent landet das Portfolio auf Rang 2 der Rendite- Rangliste über zehn Jahre. Den gleichen Platz nimmt es im Dreijahreszeitraum ein. Nur ein Fonds war besser: der J.P. Morgan US Technology. Dieser beschränkt sich allerdings auf US-Aktien. Die Redaktion erachtet indes ein globales Tech-Produkt für sinnvoller, um weltweit die Chancen des Sektors nutzen zu können, und empfiehlt deshalb den BGF World Technology.

Mit 123 Positionen ist das Portfolio breit aufgestellt. Etwa die Hälfte des Vermögens investiert Kim in etablierte Unternehmen, die er für gewöhnlich länger hält. Die andere Hälfte steckt er in Firmen, die das Potenzial haben, die bisherige Unternehmenslandschaft in ihrem Bereich durcheinanderzuwirbeln (aufstrebende Disruptoren).

Dem Fondsmanager ist wichtig, dass nicht nur die üblichen Schwergewichte in seinem Portfolio zu finden sind. "Angesichts der hohen Konzentration von Large und Mega Caps in der Benchmark verfolgen wir einen uneingeschränkten Anlageansatz", sagt Kim. "Obwohl einige der innovativeren Mega-Cap-Namen in unseren Top-Holdings vertreten sind, sind sie deutlich niedriger gewichtet als in der Benchmark und bei vielen Wettbewerbern."


Gesundheit

Mit den Wertzuwächsen des Tech-Sektors kann der Bereich Gesundheit zwar nicht mithalten. Doch auch Fonds dieser Branche beglückten ihre Anleger in den vergangenen zehn Jahren mit phänomenalen Renditen. Knapp 50 Fonds sind in Deutschland verfügbar, die seit mindestens zehn Jahren am Markt sind. Sie kommen in dieser Zeit auf ein durchschnittliches Plus von 349 Prozent.

Unter den zehn stärksten Fonds finden sich auffallend viele Produkte, die sich auf Biotechnologie konzentrieren (siehe Tabelle). Sie investieren in Unternehmen, die an der biotechnologischen Entwicklung von Wirkstoffen forschen. Dagegen verwenden klassische Pharma-Konzerne wie Johnson & Johnson oder Roche überwiegend chemische Materialien zur Herstellung von Arzneimitteln. Weil die Abgrenzung der beiden Bereiche immer schwieriger wird, hat €uro am Sonntag Fonds mit den Schwerpunkten Biotechnologie und Pharma/Gesundheit bei dieser Auswertung zusammengefasst.

Herausragende Leistung

An der Spitze der Zehnjahreswertung steht der DekaLux-Biotech, dessen Wert sich mehr als versechsfachte. Er ist nicht nur langfristig top, sondern auch auf mittlere Sicht mit einem Zuwachs von 44 Prozent binnen drei Jahren. Zudem fällt die Gebührenbelastung positiv auf, die niedriger ist als bei den meisten Konkurrenten.

Portfoliomanagerin Jennifer Jürgens sucht auf der ganzen Welt nach aussichtsreichen Biotechnologieunternehmen. Weitaus die meisten findet sie in den USA (85 Prozent des Vermögens) - typisch für die Branche, weil amerikanische Firmen in dieser Sparte führend sind. Der Fokus des Fonds liegt auf Unternehmen, die neue Technologien einsetzen, in der Krebsforschung tätig sind oder sich mit der Bekämpfung seltener Krankheiten befassen.

An den Biotechnologiesektor hat Jürgens hohe Erwartungen und schätzt ihn positiv ein. "Hinsichtlich der Entwicklung von neuen Medikamenten gibt es noch viel zu tun. Wir haben deutliche Verbesserungen in den vergangenen Jahren gesehen, aber solange die Medizin beispielsweise Krebs nicht heilen kann und immer noch viele Menschen unter chronischen Krankheiten leiden, besteht weiterhin ein hoher Innovationsbedarf", sagt sie. Deshalb rechnet sie mit einer anhaltend hohen Nachfrage und sieht die Forschung auf einem guten Weg.

Gleichwohl ist sie sich der Risiken bewusst: "In der Biotechnologie verläuft selten etwas gradlinig. So sind die Fortschritte manchmal besonders schnell, dann kann es aber auch immer wieder zu Rückschlägen kommen, wenn klinische Studien unerwartete Ergebnisse zeigen." Gerade in diesem Anlagesegment lohnt es sich deshalb, auf Fonds zu setzen, um nicht vom Wohl und Wehe einzelner Unternehmen abhängig zu sein.


Umwelttechnik

Unternehmen, die im Bereich Umwelttechnik tätig sind, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Nicht zuletzt der jüngste Bericht des Weltklimarats hat eindringlich vor Augen geführt, dass schnell und tiefgreifend gehandelt werden muss, um Umweltveränderungen zu begegnen oder sie aufzuhalten.

Auch wenn das Thema erst in den vergangenen Jahren verstärkt in den Fokus der Anleger geraten ist, existieren doch 24 Fonds in diesem Segment, die bereits zehn Jahre oder länger auf dem Markt sind. Im Durchschnitt steigerten sie ihren Wert binnen einer Dekade um 242 Prozent. Die Top-Performer zeigen Renditen zwischen 260 und 400 Prozent.

Weil die Nachfrage nach Fonds für Umwelttechnologie zuletzt stark gestiegen ist, stoßen einige Produkte an ihre Kapazitätsgrenzen. Die beiden größten Produkte aus den Top Ten von Nordea und Pictet (siehe Tabelle) nehmen kein Geld von neuen Investoren mehr an. Selbst der deutlich kleinere Erste WWF Stock Environment tut es ihnen gleich und hat gar den Vertrieb in Deutschland eingestellt. Zum Glück gibt es Alternativen für Anleger. So glänzt etwa der Ökoworld Klima nicht nur mit einer ausgezeichneten Zehnjahresperformance, sondern auch mit FondsNote 1, die ihm ein hervorragendes Rendite-Risiko-Profil innerhalb der vergangenen vier Jahre bescheinigt.

Portfoliolenker Alexander Funk investiert weltweit in Unternehmen jeglicher Größe, die die wirtschaftlichen Gewinner der zukünftig zu erwartenden Entwicklungen zum Klimaschutz sein werden. Das sind vor allem Unternehmen mit Produkten, Technologien und Dienstleistungen, die dazu beitragen, die Ursachen des Treibhauseffektes zu beheben. Anlageschwerpunkte sind unter anderem Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Recycling, neue Werkstoffe und die Verringerung der Schadstoffbelastung von Luft, Böden und Gewässern.

"Wie wir diesen Sommer rund um den Globus leidvoll erfahren, ist es dringender denn je, uns Richtung Klimaschutz zu bewegen", sagt Funk. Der Fondsmanager hofft, dass die Notwendigkeit, jetzt zu handeln, nicht nur in der Breite, sondern vor allem bei den Regierungsverantwortlichen angekommen ist.

"Zahlreiche Unternehmen aus unserem Anlageuniversum sind mit ihren Techniken Teil der Lösung und erfreuen sich zunehmender Bewusstseinswahrnehmung, abzulesen in den jüngsten Umsatz- und Auftragszahlen der berichtenden Unternehmen", sagt er. Mit dem Ökoworld-Fonds können Anleger dem Trend zum Ausbau des Klimaschutzes folgen.









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Bildquellen: Number1411 / Shutterstock.com, NicoElNino / Shutterstock.com, Finanzen Verlag, Finanzen Verlag, Finanzen Verlag
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