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15.01.2018 03:00
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Recycling-Invests: Hier winken tonnenweise Profite

Euro am Sonntag-Fonds-Tipps: Recycling-Invests: Hier winken tonnenweise Profite | Nachricht | finanzen.net
Recycling von Alu
Euro am Sonntag-Fonds-Tipps
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Das weltweite Müllaufkommen wächst rasant. Anleger können hier lukrative Investment-Chancen entdecken und saubere Gewinne einfahren.
€uro am Sonntag
von Astrid Zehbe, €uro am Sonntag

Wie wertvoll Müll sein kann, zeigte sich vor einigen Wochen, als die Krypto­währung Bitcoin von einem Rekordhoch zum nächsten jagte. Geschichten von defekten oder weggeworfenen Festplatten, auf denen Bitcoins im Millionenwert schlummern sollen, geisterten durch die Medien - digitale Schätze, die wohl für immer ­verloren sind. Insgesamt, so Branchen­experten, könnte dieses Schicksal fast vier Millionen Bitcoins im Wert mehrerer Milliarden Dollar ereilt haben.


Doch auch ohne verschollene Bitcoins birgt Müll wahre Schätze. In den meisten weggeworfenen Verpackungen, Geräten und Alltagsgegenständen sind teure Metalle und Kunststoffe verarbeitet. Das Sammeln und Recyceln von Abfällen ist darum längst nicht mehr nur ökologische Notwendigkeit, sondern hat sich durch die Gewinnung sogenannter Sekundärrohstoffe zu einem Milliardenmarkt gemausert.


Besonders nach den Weihnachtsfeiertagen haben Stadtreinigungen und Recyclinghöfe alle Hände voll zu tun. Das Fest der Liebe - es ist auch ein Fest des Mülls. Neben Tonnen von Verpackungen, Geschenkpapier und Weihnachtsbäumen landen auch unzählige ausgediente Elektrogeräte und andere Konsumgüter auf dem Müll, weil zum Fest neue geschenkt wurden. Schätzungen zufolge liegt das Müllaufkommen um bis zu 20 Prozent über dem Jahresdurchschnitt.

Auch unabhängig von Weihnachten nimmt das Abfallaufkommen zu, und zwar global. Produzierte die Weltbevölkerung 2013 noch jeden Tag 3,5 Millionen Tonnen Müll, so erwartet die Weltbank, dass 2025 über sechs Millionen Tonnen täglich anfallen. In den Industrieländern wird das Wachstum vor ­allem durch veränderte Lebens- und Konsumgewohnheiten getrieben. Die steigende Anzahl an Single- und Zweipersonenhaushalten, der rasant zunehmende Onlinehandel und die stärkere Nutzung von Wegwerfartikeln lassen die Müllberge wachsen.


Noch schneller steigt das Abfall­aufkommen in den Schwellenländern. Neben demografischen Faktoren - die Bevölkerungen vieler Länder wachsen zum Teil rasant - sind es ökonomische Entwicklungen, die das Volumen zunehmen lassen. In vielen Emerging Markets steigt der Wohlstand, die Menschen können mehr konsumieren und produzieren in der Folge mehr Abfall.

Attraktiver Elektroschrott

Das steigende Müllaufkommen ist vor allem deswegen so problematisch, weil lediglich 25 Prozent davon einer geordneten Sammlung und Sortierung zugeführt werden. In einigen Industrie­ländern liegt die Recyclingquote zwar deutlich darüber, in vielen boomenden Schwellenländern findet dagegen so gut wie gar keine professionelle Müllent­sorgung statt. "Das Bewusstsein für ­Umweltschutz ist in der Bevölkerung bislang wenig verankert", sagt Pascal Dudle, Manager des Vontobel Clean Technology Fonds. Dazu komme, dass in vielen Ländern ein riesiger Nachholbedarf bestehe, was die Sammel-, Entsorgungs- und Recyclinginfrastruktur angeht. Abfälle landen größtenteils auf wilden Deponien und rotten vor sich hin, mit dramatischen Folgen für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen sowie dem Nebeneffekt, dass wertvolle Rohstoffe verloren gehen.

Besonders gravierend ist dies bei Elektrogeräten. Kürzere Produktlebens­zyklen sowie die gestiegene Nachfrage haben dafür gesorgt, dass allein von 2014 bis 2016 die Menge an Elektroschrott um acht Prozent pro Jahr gestiegen ist - so viel wie bei keiner anderen Müllsorte.

Im Schnitt entsorgt jeder Erden­bewohner 6,1 Kilogramm Elektronik pro Jahr. Das weltweite Aufkommen an Elektroschrott beträgt laut der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) damit rund 45 Millionen Tonnen. Bis zum Jahr 2021 wird es auf mehr als 52 Millionen Tonnen pro Jahr steigen, prognostizieren die ITU-Ökonomen.

Gerade einmal 20 Prozent des weltweit anfallenden Elektroschrotts werden derzeit recycelt. Zahlreiche Rohstoffe gehen so verloren. Die ITU schätzt, dass sich im gesamten Elektroschrott des Jahres 2016 wiederverwertbare ­Materialien im Wert von 55 Milliarden Dollar befanden - darunter auch zahlreiche Industrie- und Edelmetalle.

Doch es tut sich was: Immer mehr Länder sind bemüht, ihre Recyclingquoten zu erhöhen. 67 Staaten haben mittlerweile Richtlinien für den Umgang mit Elektromüll erlassen - ein Plus von 44 Prozent gegenüber 2014. Auch abseits des Elektromülls versuchen viele Länder, Herr ihres Abfallproblems zu werden, zum Beispiel China. "Wegen der starken Umweltbelastungen des Landes ist die chinesische Regierung gezwungen, sehr schnell zu handeln und ihre Wirtschaft konsequent in nachhaltigere Bahnen zu leiten", erklärt Pascal Dudle. Umweltgesetze werden viel strikter durchgesetzt, Verantwortliche von Unternehmen oder regionalen Umweltbehörden riskieren beim Nichteinhalten der Vorschriften Freiheitsstrafen, und Konsumenten verlangen immer stärker nachhaltige Produkte.

Von Verwertern profitieren

Unternehmen, die mit Müllentsorgung und Recycling ihr Geld verdienen, dürfen sich darum über einen wachsenden Milliardenmarkt freuen - und mit ihnen die Anleger. Ein Klassiker für Investoren ist das US-Unternehmen Waste Management (ISIN: US 941 06L 109 8), der größte Dienstleister für Abfallwirtschaft in Nordamerika. Neben Entsorgungsleistungen setzt die Firma auf Recycling. Ebenfalls lukrativ ist Umicore (BE 000 388 404 7). Der weltweit ­tätige Konzern mit Sitz in Belgien recycelt Autokatalysatoren zur Rückgewinnung von Platin und Palladium.

Risikoreicher, aber langfristig interessant ist die in Hongkong ansässige Firma China Everbright (HK 025 700 133 6). Sie ist auf die Gewinnung von Energie aus der Müllverbrennung spezialisiert. Das Unternehmen ist zwar weltweit ­aktiv, im Heimatmarkt liegen aber die größten Chancen - auch fürs globale Klima. Aufgrund der Größe von China hat jede Verbesserung messbaren Einfluss auf die weltweite Umweltbelastung.

Investor-Info

RobecoSAM Smart Materials
Recycler im Depot

Wem Einzeltitel zu riskant sind, der kann mit dem Fonds RobecoSam Smart Materials breit gestreut auf Unternehmen setzen, die weltweit Technologien oder Dienstleistungen rund um Rohstoffeffizienz anbieten. Zu den größten Positionen des Fonds gehört beispielsweise seit Jahren der US-Verbundwerkstoffproduzent Hexcel Corporation, der sich verstärkt dem Recycling von Karbonfasern zuwendet. Mit rund 45 Prozent sind US-Titel am schwersten gewichtet.

Vontobel Clean Technology
Rendite mit Umweltschutz

Der Umweltfonds des Schweizer Fondshauses investiert in Unternehmen, die Technologien zur Milderung von Klimaveränderungen und zur Verringerung von Luft- und Wasserverschmutzung anbieten. Dazu zählen Firmen, die sich auf Recycling, Abfallentsorgung und Filtertechnologien spezialisiert haben, beispielsweise das französische Unternehmen Suez Environment. Rund zwölf Prozent des Depots machen deutsche Firmen aus.

Müllmenge
Wertvoller Inhalt

Den größten Teil der weltweiten Müllmenge bilden organische Abfälle, Plastik und Papier. Der Anteil von Metallen ist vergleichsweise gering. Allerdings ist ihr Wert sehr hoch, ­sodass sich der Recyclingaufwand lohnt - vor allem bei steigenden Rohstoffpreisen.

Bildquellen: Fotolia, iStockphoto

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16.07.2013Suez Environnement Company haltenUBS AG
06.02.2013Suez Environnement Company kaufenCitigroup Corp.
06.02.2013Suez Environnement Company kaufenJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
04.02.2013Suez Environnement Company kaufenHSBC
14.12.2012Suez Environnement Company neutralNomura
06.02.2013Suez Environnement Company kaufenCitigroup Corp.
06.02.2013Suez Environnement Company kaufenJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
04.02.2013Suez Environnement Company kaufenHSBC
12.12.2012Suez Environnement Company outperformExane-BNP Paribas SA
14.11.2012Suez Environnement Company buySociété Générale Group S.A. (SG)

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