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21.05.2020 12:00

Amundi-Fondsmanager Zimmermann: "Ein zweischneidiges Schwert"

Euro am Sonntag-Interview: Amundi-Fondsmanager Zimmermann: "Ein zweischneidiges Schwert" | Nachricht | finanzen.net
Christian Zimmermann, Manager
Euro am Sonntag-Interview
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Nachhaltigkeit: Christian Zimmermann, der Manager des Amundi Global Ecology ESG, spricht im Interview mit €uro am Sonntag über einen grünen Neustart und interessante Branchen.
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€uro am Sonntag
von Andreas Hohenadl, Euro am Sonntag

Mit einer Kampagne gegen das Treibhausgas FCKW gewinnt der Klimaschutz 1990 an Dynamik. Im selben Jahr kommt ein Aktienfonds auf den Markt, der heute zu den Pionieren nachhaltiger Portfolios zählt. Ursprünglich der Hypo Capital Management zugehörig, ist der Fonds heute bei Amundi beheimatet, Europas größtem Vermögensverwalter. Trotz acht Namenswechseln seit Bestehen ist der Amundi Global Ecology ESG nach wie vor auf Firmen ausgerichtet, die bei Umwelt, Klima und neuen Energien führend sind.

Beständigkeit auch im Fondsmanagement: Seit 2002 lenkt Christian Zimmermann die Geschicke des Portfolios, er zählt damit zu den erfahrensten Experten für Nachhaltigkeit.

€uro am Sonntag: Herr Zimmermann, glauben Sie, dass die Wirtschaft nach Überwindung der Corona-Krise die Chance für einen grünen Neustart nutzt?

Christian Zimmermann: Was Europa betrifft, bin ich ziemlich zuversichtlich. Schließlich war hier schon vor der Krise ein "Green New Deal" das große Thema. Das wird die EU nun mit Nachdruck weiterverfolgen und Investitionen in die Bereiche Infrastruktur, nachhaltige Mobilität oder Energie lenken. Das bringt auf lange Sicht das dringend benötigte Wachstum.

Welchen Weg werden die USA einschlagen?

Für die Trump-Regierung ist es ja bezeichnend, dass sie im Zuge der fallenden Energiepreise die US-Ölfirmen erst mal von strengen Umweltauflagen befreit hat. Viele Anhänger des US-Präsidenten kommen aus dieser Branche. Doch wenn Trump im November die Wahl nicht gewinnen sollte, werden die Karten neu gemischt. Ich denke, dass sich die USA unter einem demokratischen Präsidenten wieder stärker der Umwelt- und Klima-politik Europas annähern.

Und wie, denken Sie, werden die Prioritäten in China gesetzt?

Auch Peking muss ein Interesse daran haben, dass der Weg weiter in Richtung grüne Technologien geht. Denn nach wie vor leiden viele chinesische Städte unter Smog. Das sind Hemmnisse für die dortige Wirtschaft, die auch auf Menschen, Migration und Austausch angewiesen ist.

Wie schnell sich die Umweltbedingungen verbessern können, erweist sich ja in dieser Krise.

Allerdings: Nach Prognosen der Internationalen Energieagentur soll der CO2-Ausstoß in diesem Jahr um acht Prozent zurückgehen. Das gab es noch nie. Viele Chinesen blicken wieder in einen blauen Himmel. Wir erkennen, dass die Natur über enorme Selbstheilungskräfte verfügt, sobald sich der Mensch ein wenig zurücknimmt.

Welche Branchen entwickeln sich denn schon stark und profitabel Richtung Nachhaltigkeit?

Da ist zunächst natürlich das Thema Elektromobilität zu nennen. Das muss und wird kommen. Allerdings sind im Vorfeld hohe Investitionen nötig, was die beteiligten Unternehmen in den kommenden Jahren noch stark belasten wird. Daneben ist der Bereich "gesunde Lebensweise" interessant. In diesen fallen auch Pharmafirmen oder Impfstoffhersteller, die durch Covid-19 einen zusätzlichen Treiber bekommen. Derartige Profiteure sind auch Unternehmen im Bereich Digitalisierung.

Also Amazon und Co?

Ja, solche Unternehmen haben sich am Aktienmarkt dieses Jahr sehr gut gehalten. Aber ich denke auch an den Bereich Informationstechnologie, und hier speziell an Chipentwickler. Chips sind ja der Rohstoff des 21. Jahrhunderts und werden in immer mehr Geräten verbaut, die wir im Alltag nutzen. Das ist und bleibt ein Wachstumsthema.

Viele Wachstumsfelder werden ja von Amerikanern besetzt. Haben US-Firmen einen hohen Anteil in Ihrem Fonds?

Üblicherweise zwischen 35 und 45 Prozent. US-Firmen sind ein zweischneidiges Schwert für mich. Natürlich sind die Aktien dieser Unternehmen in den vergangenen Jahren stark gelaufen. Aber immer wenn ich den Anteil der US-Titel im Portfolio nach oben fahre, geht sofort mein Nachhaltigkeitsrating nach unten. Europäische und japanische Firmen haben im Schnitt ein deutlich besseres ESG-Profil als US-Unternehmen.







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Bildquellen: Amundi Global Ecology ESG
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