30.10.2020 16:31
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Checkliste für Ihr Depot Ende 2020 - Im Interview mit Dr. Markus Elsässer

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Dr. Markus Elsässer, Fondsberater sowie Gründer der ME-Fonds, empfiehlt eine Checkliste für die Überprüfung der Geldanlagen zu erstellen außerdem gibt er wertvolle Tipps und Empfehlungen.
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Jedes Jahr freue ich mich als Investor auf den Herbst. Dies ist die Zeit der Überprüfung und Vorbereitung für das neue Jahr. Es gilt also, die Zeit sinnvoll zu nutzen. Gerade regnerische Wochenenden sind eine gute Gelegenheit, sich einmal die Bank- und Depotunterlagen vorzuknöpfen, da man während des Jahres häufig nicht dazu kommt. Die Tagesereignisse überschlagen sich, der Beruf spannt einen ein und man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Gerade im Corona-Jahr 2020 empfiehlt es sich, eine Checkliste für die Durchforstung der Geld­anlage zu machen. Entscheidend bei der Überprüfung sind die Strukturierung und der Risikoausgleich:

1. Branchenanalyse

Im Jahr des Covid-Problems steht besonders die Allokation nach Businesssegmenten bzw. Geschäftsbranchen im Vordergrund. Noch nie war die Trennung zwischen Spreu und Weizen so groß wie in diesem Jahr und der Ausblick für 2021 wird diesen Trend bestätigen. Wir werden es mit sehr vielen Gewinnern auf der einen Seite zu tun haben und mit sehr vielen Verlierern auf der anderen. All dies fließt in einen Index ein, der diesen großen Unterschied nicht wiederspiegelt.
Unverändert werden sich diejenigen Trends, die sich Anfang 2020 zu Beginn der Krise abgezeichnet haben, fortsetzen. Im Vordergrund stehen gut gemanagte Firmen mit soliden Bilanzen aus den Branchen wie Nahrung- und Genussmittel, Getränke, Gesundheit, Pharmazie, Medizintechnik aber auch persönliche Hygiene, sowie Heimgestaltung und natürlich aus dem Themenbereich Digitalisierung. Auch gewisse Elemente des Luxus haben sich als stabile Branchen erwiesen. Nach Perioden von strenger Restriktion und Ausgangsverboten zeigt sich, dass die meisten Menschen nicht so sehr danach streben, teure Möbel oder andere Gebrauchsgegenstände zu kaufen. Vielmehr geht es um den Effekt z.B. außer Haus essen zu gehen und sich etwas Gutes zu tun. Hiervon haben Firmen wie z.B. Davide Campari an der Mailänder Börse sehr profitiert, die mit ihrem spitzen Markenartikel Aperol und Aperol Spritz starken geschäftlichen Zuwachs haben.
Das gleiche wird sich fortsetzen im Bereich des Home Cookings. Man muss davon ausgehen, dass die Ausgaben für Fernreisen in exotische Länder oder für Kreuzfahrten umgeschichtet werden zu Dingen vor der Haustür. Das geht los bei Gewürzen. Hier haben wir im ME Fonds Special Values seit Jahren eine große Position im Weltmarktführer, der Firma McCormick & Co. Inc., die im Bereich von Backmischungen und Gewürzen mit weitem Abstand die größte Firma der Welt ist. In dieser Branche beschäftigt man sich nicht mit Ertragsrückgängen, sondern im Gegenteil mit starken Zuwächsen. Das gleiche gilt für den Bereich rund um das Eigenheim. Hier ist z.B. der Bereich der Gartenpflege im Fokus. Ausgaben, die in anderen Bereichen getätigt worden wären, wie z.B. Reisen, Hotelübernachtungen oder teure Anschaffungen wurden angesichts einer unsicheren Konjunktur bzw. der aktuellen Viruslage zurückgestellt. Im Konsum für z.B. Gartengeräte, Roboterrasenmäher oder neue Sprinkleranlagen ist ein starker Trend zu sehen. Hiervon profitieren Firmen wie z.B. Gardena, die zwischenzeitlich nicht mehr als eigene Firma zu haben sind, sondern über das schwedische Unternehmen Husqvarna.

Insofern ist allen Geldanlegern sehr zu empfehlen, das Depot branchenmäßig zu durchleuchten. Wichtig wäre es, sich von Branchen zu verabschieden, die schon vor der Corona-Zeit zu kämpfen hatten. Dazu zählen Automobilzulieferer, Automobilhersteller, Einzelhandelsunternehmen und zum Teil auch Großhandelsunternehmen. Auch bei den Verlierern der ersten Hälfte 2020 ist in näherer Zukunft keine positive Entwicklung zu erwarten. Der Anleger, der sich bisher nicht von diesen Unternehmen getrennt hat und erleichtert ist, dass sich die Kurse einigermaßen gehalten haben, sollte die Zeit nun für eine Umschichtung nutzen. Dazu gehört z.B. alles zum Thema Luftfahrt: Flughafenbetriebe, Duty Free-Geschäfte, Kreuzfahrtunternehmen, Casinogeschäfte und im weitesten Sinne auch Restaurantketten.
Das heißt, die Checkliste für das Jahresende 2020 sollte sich nicht auf spekulativem Gebiet austoben und keinesfalls mit der Devise ansetzen "es kann an sich nur besser werden" oder "die Kurse sind zu tief in dieser Branche". Wir haben es nicht mit einem natürlichen Wirtschaftszyklus zu tun, der ein Tief durchläuft sondern mit einer völlig veränderten Situation, einer gesundheitlichen Bedrohung und Regierungsmaßnahmen. Ein Ende ist dabei nicht kalkulierbar in Sicht.

2. Geografische Analyse

Geografisch sollte man ebenfalls seine Depots durchforsten. Hier gilt es Abstand zu nehmen vom "Kirchturmprinzip". Das heißt: nur weil man in Deutschland, Österreich oder der Schweiz lebt, sollte man nicht die Gesellschaften des eigenen Landes blind präferieren, weil einem die Namen etwas sagen. Der ME Fonds Special Values z.B. investiert bereits im 19. Jahr kontinuierlich immer mit einem ausgewogenen Mix aus gut geführten Aktienunternehmen aus den Regionen Schweiz, dem restlichen Westeuropa einschließlich England, Nordamerika und als Beimischung Australien. Diese geografische Aufteilung halte ich unverändert für äußerst interessant, weil hier ein relativ hohes Maß an politischer Sicherheit (Stichwort Eigentumsfrage) gewährleistet ist. Die Regulierung des Börsengeschäftes ist ebenfalls gegeben.

Ein besonderes Augenmerk sollte man Ende 2020 auf Skandinavien legen. Der Skandinavische Länderblock hat sich während der Krise im Verlauf 2020 als äußerst resistent erwiesen. Hier herrscht eine recht gute Wirtschaftsstimmung und viele der Unternehmen dort sind von Regierungsmaßnahmen nicht so stark betroffen wie in anderen Ländern. Hier könnte sich eine interessante Fundgrube ergeben, um auf den ein oder anderen Wert zu stoßen. Hier sind wir im ME Fonds Pergamon sehr stark engagiert und mögen sehr die Branche der großen Forstunternehmen, die über großen Landbesitzt und Holzbestand verfügen.

3. Währungsanalyse

Auf der Währungsseite haben wir im Verlauf des Jahres 2020 einen recht starken Euro im Vergleich zum Dollar gesehen. Hier sollte sich der Anleger über sämtliche Bankguthaben und Aktien unterschiedlicher Währungsbörsen einen Überblick über seine gesamte Währungsaufteilung verschaffen. Die alte Kaufmannsweisheit "niemals alle Schiffe auf einer See" gilt hier auch für die Währungen. Ein gut aufgestelltes Vermögen sollte nach wie vor Elemente des Schweizer Frankens, des Euros und US-Dollars enthalten. Abzuraten wäre von sogenannten Weichwährungen, die einen gewissen Zins bieten. Hier ist der Zinsvorteil stets durch die sehr weiche Währung gefährdet.

4. Jahresendrally 2020?

Es ist natürlich im Jahr des Covid fast unmöglich kurzfristige Prognosen abzugeben, da vermehrt unkalkulierbare Entscheidungen auf hoher politischer Ebene getroffen werden. Dennoch zeichnet sich ein eindeutiges Bild im Laufe des Jahres ab: Diejenigen Unternehmen inkl. zugehöriger Branchen, die krisenresistent waren, gut überleben und gut wirtschaften, haben immer wieder eine Korrekturphase erlebt; dies aber in einem nachhaltigen Aufwärtstrend. Dies könnte ich mir sehr gut auch für das Jahresende 2020 vorstellen, denn der mitentscheidende treibende Faktor sind mangelnde Alternativen zu guten Aktien. An der Zinsfront ist auch Ende 2020 keinerlei Ertrag in Sicht. Im Gegenteil. Der Negativ- bzw. Strafzins greift um sich und ein Guthabenzins in einer ordentlichen Währung mit überschaubarem Risiko ist nicht greifbar. Von daher werden die großen international anzulegenden Gelder verstärkt in diese präferierten Branchen und Unternehmen fließen. Ich könnte mir vorstellen, dass sich das am Jahresende sogar beschleunigen wird.

Der Autor Dr. Markus Elsässer ist seit 1998 selbstständiger Investor und Fondsberater sowie Gründer der ME-Fonds, die er seit mehr als 18 Jahren betreut. In seinem Buch, im "Des klugen Investors Podcast" und auf seinem YouTube-Channel geht er regelmäßig auf Handwerkszeug zum Value-Investing, psychologische Gefahren beim Investieren und wertvolle Tipps zum Vermögensaufbau ein.

ME Fonds - Special Values

ME Fonds - Pergamon

Bildquellen: DZ-Privatbank
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